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Russland will Cityjet-Superjets zurückkaufen

Suchoi Superjet 100
Sukhoi Superjet 100, © Sukhoi

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BELGRAD - Sieben Suchoi Superjet stehen seit Ende 2019 eingemottet auf den Flughäfen von Belgrad und Venedig. Sie flogen einst für Cityjet aus Irland, konnten sich dort aber nicht durchsetzen. Nun will Russland sechs der Jets zurückkaufen – und sie an heimische Carrier weitergeben.

Es hätte eine echte Erfolgsgeschichte werden können: als im Juni 2016 der erste Suchoi Superjet zur Flotte der irischen Cityjet stieß, schwärmte Airline-Chef Pat Byrne geradezu von dem russischen Neuzugang. "Ein fantastisches Flugzeug" sei der Superjet, mit einem besonders "hohen Komfortniveau" für Passagiere.

Letzteres traf zwar zu, und die Superjets stießen bei den Fluggästen durchaus auf Gegenliebe. Trotzdem stiegen die Superjets bei Cityjet schon nach kurzer Zeit vom Star zum Schmuddelkind der Flotte ab. Zu viele Ausfälle, zu lange Standzeiten sammelten die Zweistrahler wegen mangelnder Ersatzteilversorgung.

Ein Wetlease-Intermezzo bei Brussels Airlines ging aus genau diesem Grund unrühmlich zu Ende, noch ausstehende Bestellungen wurden von den Iren storniert. 2019 schließlich entfernte Cityjet ihre sieben Superjets aus dem aktiven Flugbetrieb und schob sie ab an den Leasinggeber – die eigens für den Ciyjet-Deal gegründete RJ Leasing Ltd.

Die platzierte die sieben Flugzeuge in der Folgezeit auf den Flughäfen Belgrad und Venedig, verpasste ihnen maltesische Kennzeichen und machte sich auf die Suche nach neuen Besitzern. Doch niemand wollte die Superjets haben. Ein Deal mit der inzwischen verflossenen Adria Airways scheiterte.

Zurück an Absender

Nun aber dürfte Bewegung in die Geschichte kommen. Laut einem Bericht der russischen Zeitung Kommersant plant Russlands staatliche Flugzeugbau-Holding UAC (United Aircraft Corporation), sechs der sieben Superjets zurückzukaufen, um sie hernach an einheimische Betreiber weiterzureichen.

Konkret geht es dabei um die Flugzeuge mit den Seriennummern 95102, 95105, 95108, 95111, 95117, 9511. Sie sollen laut Kommersant wieder flott gemacht und zwischen 2021 und 2022 an die staatliche PSB-Aviaprofleasing LLC ausgeliefert werden. Die UAC-Tochter Irkut bestätigte die Angaben.

Finanziert werden soll der Deal wohl über die – ebenfalls staatliche – Bank für Außenwirtschaft (VEB). Welche Airlines im Einzelnen die ehemaligen Cityjet-Superjets zugeschoben bekommen, ist noch unklar. Klar ist jedoch, dass man die Jets, staatlich subventioniert, zu sehr günstigen Konditionen wird leasen können.
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Cityjet | 29.01.2021 07:11

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Beitrag vom 30.01.2021 - 04:28 Uhr
Schade eigentlich, dass das nichts wurde. Hätte sich Suchoi auf dem westlichen Markt etabliert, hätte das auch politisch positive Folgen auslösen können.


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