Tegel, Tempelhof, Bromma
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Vom Airport zum neuen Stadtviertel

TXL Urban Tech Republic
TXL Urban Tech Republic, © GMP Architekten

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BERLIN - Tegel ist offiziell vom Netz. Auf dem stillgelegten Flughafengelände rollen bald Baumaschinen statt Flugzeuge - ein Technikcampus und Wohngebäude bilden die Eckpunkte des  Nachnutzungskonzepts. Auch Stockholm widmet einen Airport zum Wohngebiet um - und hofft auf eine Entlastung des Mietmarkts.

Die Preise für Wohnimmobilien steigen in vielen europäischen Metropolen auch in Zeiten von Corona unaufhörlich.

Für viele Normalverdiener werden die eigenen vier Wände in Großstädten wie Berlin und Stockholm immer unerschwinglicher. Auch Mieten sind zunehmend unbezahlbar und Wohnungsnot wird Wahlkampfthema. Weil Bauland in Ballungsräumen knapp ist, greift die Politik auch zu ungewöhnlichen Mitteln.

So will Schweden für den Bau Zehntausender Wohnungen den Stockholmer Airport Bromma schließen und dafür den Verkehr auf den Hauptflughafen Arlanda verlegen.

In Berlin ist man da schon einen Schritt weiter: auf dem Areal des stillgelegten Flughafens Tegel sollen in den nächsten Jahren mehr als 5.000 Wohnungen entstehen - und zwar unter Berücksichtigung sozialer Kriterien, wie Bausenator Sebastian Scheel betont.

Grundstücke würden nur noch über Erbbauverträge vergeben, damit das Land Berlin Eigentümerin des Bodens bleibt. Dort, wo einst Flugzeuge starteten und landeten, werden in ein paar Jahren also Häuser stehen - und kaum noch Autos fahren.

"Wir konzentrieren uns da sehr auf die Menschen und die Natur", sagt Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH - und verweist auch darauf, dass überwiegend aus Holz gebaut werde. "Das wird das größte urbane Holzbauquartier der Welt."

TXL Urban Tech Republic
TXL Urban Tech Republic, © GMP Architekten

Von 495 Hektar Tegeler Flughafenfläche weist Berlin 221 Hektar als Bauland aus. Das ikonische Terminal bleibt als Technikcampus erhalten, neben Wohnquartieren sieht der Masterplan zudem Industrie-, Gewerbe- und Grünflächen vor. Doch die Nachnutzung ist kein Selbstläufer, wie Berlin bereits erfahren musste.

Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof hat ein Volksentscheid 2014 einer teilweise Bebauung vorerst einen Riegel vorgeschoben. Es gebe zwar eine Reihe interessanter Vorschläge, so Scheel. "Aber alle diese Ideen und Projekte müssen sich am Ende an der Frage messen lassen, ob sie in einem erneuten Volksentscheid eine Mehrheit finden."

Masterplan für Tegel
Masterplan für Tegel, © Tegel Projekt GmbH

Die SPD-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, hat sich für eine "maßvolle Randbebauung" des Tempelhofer Felds ausgesprochen - mit Erhalt der Grünflächen in der Mitte und sozialem Wohnungsbau sowie Infrastruktur für Familien. Doch auch sie räumt ein, dass es dafür eines erneuten Votums der Bevölkerung bedarf.

Heißes Eisen

Nach dem Scheitern des Berliner Mietendeckels am Verfassungsgericht ist die Wohnungspolitik ein heißes Eisen und damit auch Wahlkampfthema vor der Wahl des Bundestags und des Berliner Abgeordnetenhauses im September.

Dabei bergen steigende Mieten in Berlin besonders großes Konfliktpotenzial, da in der Hauptstadt laut dem Statistischen Bundesamt weniger als ein Fünftel der Bevölkerung eine eigene Immobilie besitzt. Bundesweit sind etwa die Hälfte aller Einwohner Mieter.
© aero.de, Reuters | Abb.: GMP Architekten, Tegel Projekt GmbH | 16.05.2021 08:44


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