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Was die Mitarbeiter am neuen Punkte-Logo stört

Brussels Airlines Airbus A319
Brussels Airlines Airbus A319, © Brussels Airlines

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BRÜSSEL - Das neue Design von Brussels Airlines kann man als Außenstehender mögen oder nicht. Innerhalb der Airline sorgen die über den weißen Rumpf gesprenkelten Punkte jedenfalls nicht erst seit der Vorstellung am fliegenden Objekt für reichlich Sprengkraft - und Häme im Netz. Lufthansa erlebt in Belgien ein Déjà-vu.

Drehs an promienenten Marken sind immer dünnes Eis. Lufthansa brach 2018 ein - das neue Kranichdesign ohne den markanten Gelbstrich empfanden viele Mitarbeiter und Passagiere ziemlich steril.

Am Ende war selbst Lufthansa das neue Blau - immerhin 800 Stunden im Labor aus allen Ecken ausgeleuchtet - "unter realen Bedingungen" nicht blau genug.

"Nach Landungen in beispielsweise Hongkong oder New York haben wir erkannt, dass der blaue Lack manches Mal wesentlich dunkler wirkt, als dieses in der Testumgebung der Fall war", räumte der Konzern damals zerknirscht ein.

Lufthansa musste für den umgehend korrigierten Fehlgriff in den Farbtopf einige Häme einstecken, viel mehr aber auch nicht. Bei Brussels Airlines liegt die Sache anders.

Das in der Corona-Krise erweiterte Sanierungsprogramm "Reboot Plus" fordert Hunderte Arbeitsplätze, die auch über betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden. In eine festgefahrene Verhandlungsrunde zwischen Management und Gewerkschaften platzte im Sommer ein Leak des neuen Logos.

Der Ärger ist seither nicht verebbt - eher weiter aufgestaut. Mehrere Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Brussels Airlines unterlegten die Vorstellung des neuen Logos am Donnerstag mit Protestrufen.

"Wir haben Gehaltseinbußen, Teilzeiten und letztlich auch den Stellenabbau akzeptiert - alles, um der Firma in der Krise zu helfen", sagte ein Brussels-Airlines-Kapitän aero.de. Die Mitarbeiter stoßen sich aber nicht nur an den Kosten des Projekts, für das mitten in Sparrunden Budgets locker gemacht wurden.

"Lufthansa grenzt Brussels Airlines mit dem neuen Design optisch klipp und klar von ihren Netzgesellschaften ab", sagte der Kapitän. "Wir werden mit diesen albernen Punkten degradiert."

Alles nur geklaut?

Am Ende geriet die Vorstellung des neuen Designs für Brussels Airlines zu einem ziemlich gebrauchten Tag. In den sozialen Netzwerken hagelte es Kritik, Häme - und sogar Copy-Vorwürfe. Das polnische Nachrichtenportal "Gazeta.pl" erkannte seine neun Punkte im Logo bei Brussels Airlines prompt wieder. Andere Nutzer wiesen auf die Ähnlichkeit der neuen Livery zu Croatia Airlines hin.

Gazeta.pl
Gazeta.pl, © Facebook
 
Zumindest diesen Vorwurf will Brussels Airlines nicht stehen lassen. "Als unser Logo entworfen wurde, haben wir die notwendigen Nachforschungen über Ähnlichkeiten mit anderen Marken angestellt", sagte eine Sprecherin der aero.de-Partnerredaktion FLUG REVUE. Auch die Marke Gazeta.pl ist uns aufgefallen. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Marken nicht identisch sind und dass die Verwendung des Logos aufgrund der Unterschiede zwischen den Branchen nicht zu Verwechslungen führen wird."
© aero.de | Abb.: Brussels Airlines | 19.11.2021 09:04

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Beitrag vom 19.11.2021 - 20:18 Uhr
Im englischen Original kommen auch andere Berufsgruppen zu Wort. Sie stört es scheinbar auch nicht. Da es nun mal da steht müssen wir damit leben und mit allem was es auslöst.

Ach so? Tja dann frage ich mich, warum aero.de dann nur den Kapitän erwähnt.
Beitrag vom 19.11.2021 - 19:08 Uhr
Na ja, wenn ich mich als Kaptän ins Fenster stelle, werde ich auch als Kapitän wahr genommen. Mit allem was dazu gehört. Mitarbeiter bei Brussels hätte ja auch gereicht oder haben Kapitäne da eine besondere Marketing Kompetenz und deren Wort dazu hat mehr Gewicht? ;-)

Warum man ihn hervorheben musste, müssen Sie aero.de fragen. Vielleicht hat er sich gar nicht selbst "ins Fenster gestellt", sondern wurde dort hinein platziert
Mich stört es ja nicht. Im englischen Original kommen auch andere Berufsgruppen zu Wort. Sie stört es scheinbar auch nicht. Da es nun mal da steht müssen wir damit leben und mit allem was es auslöst.
Beitrag vom 19.11.2021 - 18:15 Uhr
Na ja, wenn ich mich als Kaptän ins Fenster stelle, werde ich auch als Kapitän wahr genommen. Mit allem was dazu gehört. Mitarbeiter bei Brussels hätte ja auch gereicht oder haben Kapitäne da eine besondere Marketing Kompetenz und deren Wort dazu hat mehr Gewicht? ;-)

Warum man ihn hervorheben musste, müssen Sie aero.de fragen. Vielleicht hat er sich gar nicht selbst "ins Fenster gestellt", sondern wurde dort hinein platziert

Aber ja, die Aktion ist mehr als unglücklich. Vorstände eben ;-)

Immerhin da sind wir uns mal einig.



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