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Lufthansa riskiert Pilotenstreik im Sommer 2022

Lufthansa Cargo Boeing 777F
Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa

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FRANKFURT - Bei Lufthansa spitzt sich der Konflikt mit dem Cockpit-Personal weiter zu. Der Konzern hat eine Vereinbarung mit der Vereinigung Cockpit (VC) gekündigt, mit der eine Flotte von mindestens 325 Flugzeugen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft garantiert worden war. Die Vereinigung Cockpit reagiert.

Auch die damit verbundenen Beschäftigungszusagen für rund 5.000 Pilotinnen und Piloten sind hinfällig. Umgekehrt erklärte die Gewerkschaft am Freitag, dass sie ihrerseits den Gehaltstarifvertrag bei der Kerngesellschaft zum 30. Juni 2022 gekündigt hat.

Damit werden Piloten-Streiks ab Jahresmitte wieder möglich sein. Die Parteien verhandeln seit Monaten über die Frage, wie mit dem Personalüberhang aus der Corona-Krise umzugehen ist. Der Konzern will seine Flotte dauerhaft von 760 auf 650 Flugzeuge verkleinern, auch die Kernmarke soll schrumpfen.

"Die Flottenzusage haben wir nun gekündigt, weil wir diese nicht aufrechterhalten können. Absehbar wird es weniger Nachfrage geben", erklärte ein Unternehmenssprecher am Freitag.

Bis Ende März gelten für die Piloten noch Kurzarbeitsregelungen. Für die Zeit danach hat Lufthansa aber Entlassungen für den Fall angekündigt, dass nicht andere Modelle etwa über Teilzeit gefunden werden. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr müssen bis zu 1.000 Vollzeitstellen eingespart werden. "Lufthansa geht in den Verhandlungen sehr aggressiv vor und will dauerhafte Gehaltskürzungen durchsetzen", sagte VC-Tarifvorstand Marcel Gröls am Freitag.

Die Lufthansa Group wolle offensichtlich gerade die Beschäftigtengruppe unter Druck setzen, die bisher den größten Krisenbeitrag für den Konzern geleistet habe, erklärte VC-Präsident Stefan Herth. Man habe sich zu großen Einschnitten bereiterklärt, um die Lufthansa zu stabilisieren.

Dass die abgesenkten Bedingungen nun über die Krise hinaus verstetigt werden sollten, lehne die VC klar ab. Man müsse eine übergreifende Lösung für alle Airlines im Lufthansa-Konzern suchen.
© aero.de, dpa-AFX | 17.12.2021 16:48

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Beitrag vom 19.12.2021 - 14:01 Uhr
@gordon: Sie verschweigen natürlich höchst elegant, dass eine Managerkarrie nach völlig anderen Maßstäben und Zielen verläuft, als etwas eine Pilotenkarriere.

Warum haben Sie das nicht B757767 gesagt? Der wollte doch gleiche Massstäbe für Manager und Beschäftigte anlegen.

Ein Manager (und das gilt für einen großen Teil der Wirtschaft) wird sich durch einen Jobwechsel in aller Regel besser stellen.

Ja klar, das ist ja das Argument an den Arbeitgeber, an den Bedingungen etwas zu ändern um zu bleiben.


Durch die verbreitete Anwendung von Senioritätsregeln in der Luftfahrt (und auch die gibt es ja aus gewissen Gründen, nehmen wir es also einfach mal so hin) würde man sich durch einen Wechsel in aller Regel erst mal verschlechtern.

Ja, ich sehe im Senioritätsdenken (ich habe es auch einmal Kastendenken genannt) das eigentliche Thema. Dass Piloten diese Denke nicht aufweichen wollen ist auch klar.
Aber wenn das so ist, dann darf man auch nicht mit den Top Bedingungen bei anderen Airlines argumentieren, wenn es um Gehaltsthemen etc. geht. Also ein "bei den US Airlines oder in Asien wird mehr bezahlt" darf dann nicht mehr kommen, denn anscheinend wird ja da weniger bezahlt.

Dazu kommt, dass von einem Manager von vornherein erwartet wird, dass er nur für einige Jahre bleibt um seine Agenda durchzuziehen, von einem Mitarbeiter erwartet man dies für gewöhnlich nicht und es wäre dem Unternehmen auch höchst abträglich, regelmäßig die komplette Mannschaft auszutauschen.

Wenn ich mit den Bedingungen bei meinem Arbeitgeber nicht einverstanden bin, sind mir seine Erwartungen ziemlich schnuppe. Und die Piloten von EW Discover haben ja auch auf die Erwartungen des Arbeitgebers gepfiffen.

Und gerade weil, wie Sie schreiben, es dem Unternehmen auch höchst abträglich wäre, regelmäßig die komplette Mannschaft auszutauschen, ist dies doch genau das Argument für bessere Bedingungen. Streikfrei. Der Arbeitgeber hat doch überhaupt kein Interesse an einem Austausch der Mannschaft. Aber da müsste man mit Leistung argumentieren. Naja, das hatten wir ja alles schon ....


Der Vergleich war jedenfalls noch nie passend und wird nicht besser, indem man ihn regelmäßig wiederholt.

Der Vergleich ("Ergo, muss er doch bereit sein, analog das zu bringen, was der den MA abverlangt.") kam von B757767, ich habe nur darauf hingewiesen, dass er hinkt. Schade das Sie ihn nicht darauf aufmerksam gemacht haben. Aber das hat sicherlich etwas mit Krähen zu tun ....

Dieser Beitrag wurde am 19.12.2021 14:02 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.12.2021 - 12:51 Uhr
@gordon: Sie verschweigen natürlich höchst elegant, dass eine Managerkarrie nach völlig anderen Maßstäben und Zielen verläuft, als etwas eine Pilotenkarriere. Ein Manager (und das gilt für einen großen Teil der Wirtschaft) wird sich durch einen Jobwechsel in aller Regel besser stellen. Durch die verbreitete Anwendung von Senioritätsregeln in der Luftfahrt (und auch die gibt es ja aus gewissen Gründen, nehmen wir es also einfach mal so hin) würde man sich durch einen Wechsel in aller Regel erst mal verschlechtern. Dazu kommt, dass von einem Manager von vornherein erwartet wird, dass er nur für einige Jahre bleibt um seine Agenda durchzuziehen, von einem Mitarbeiter erwartet man dies für gewöhnlich nicht und es wäre dem Unternehmen auch höchst abträglich, regelmäßig die komplette Mannschaft auszutauschen.

Der Vergleich war jedenfalls noch nie passend und wird nicht besser, indem man ihn regelmäßig wiederholt.
Beitrag vom 19.12.2021 - 12:02 Uhr
Managergehälter steigen oder FALLEN mit der Durchschnittsanpassung bei den MA. Gerne auch mit der Anpassung be der Pilotengruppe. Da wir ja nun übertrieben viel Kohle verdienen ist es doch ok sich damit prozentual zu messen.

Das wäre konsequent und fair.
Der Manager ist Bestandteil der Firma und kann auch nur sein Gehalt bekommen, wenn die Firma überlebt.
Ergo, muss er doch bereit sein, analog das zu bringen, was der den MA abverlangt. Immer MA Einsparungsfanatasien zu bringen, um das Ergenis kurzfristig aufzuhübschen und dann dafür nen Bonus bekommen ist langweilig. Hat mit managen nichts zu tun.

Wissen Sie, das ist die Sicht eines tarifvertraglichen Angestellten, der sein Leben lang bei einer Firma bleiben will und sich hinter einer starken Gewerkschaft verstecken kann. Und das meine ich jetzt ohne irgendeine Kritik.
Das wirkliche Leben in der Marktwirtschaft läuft aber anders ab. Ein Manager hat einen Marktwert und wenn die Bedingungen nicht passen und er einen attraktiveres Angebot bekommt, dann muss man als Arbeitgeber ihm entweder bessere Bedingungen anbieten oder ihn ziehen lassen (siehe aktuell den OS CEO).
Im Prinzip ist das bei allen Arbeitnehmern so, anscheinend funktioniert das sogar bei Piloten (EW Discover) - was Sie, wenn ich mich richtig entsinne, durchaus begrüßt haben.

Unter solchen marktwirtschaftlichen Gesetzen läuft Ihr Forderung ("Ergo, muss er doch bereit sein, analog das zu bringen, was der den MA abverlangt.") völlig ins Leere. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Der Mitarbeiter muss (genau wie der Manager oder Discover Pilot) bereit sein zu gehen, wenn von ihm zuviel abverlangt wird oder er bessere Alternativen hat. Dann wird sich der Arbeitgeber schon besinnen!


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