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Leasingfirmen fordern 500 Flugzeuge aus Russland zurück

UTair Airbus A321
UTair Airbus A321, © Airbus

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MOSKAU - Wegen der Sanktionen gegen Russland droht den russischen Fluglinien der Verlust Hunderter Flugzeuge. Leasinggeber hätten bisher die Rückgabe von mehr als 500 Maschinen gefordert, sagte Verkehrsminister Witali Saweljew am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge im Föderationsrat.

Es würde 20 Milliarden US-Dollar (18,2 Milliarden Euro) kosten, die Flugzeuge zu kaufen. "Das ist ein sehr hoher Betrag", sagte Saweljew. In Russland gibt es nach Angaben des Ministeriums derzeit rund 1.300 Flugzeuge.

Die EU hatte als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine angeordnet, dass Leasingverträge mit russischen Fluggesellschaften bis Ende März aufgekündigt werden. Zudem darf Russland keine Passagiermaschinen und Ersatzteile mehr erhalten.

Die Maschinen dürfen zudem nicht mehr gewartet und versichert werden. Viele russische Airlines, darunter die staatliche Aeroflot, setzen fast ausschließlich auf Flugzeuge von Airbusund Boeing.

Russland rückt Flugzeuge nicht raus

Vereinzelt konnten Leasingfirmen Flugzeuge außerhalb Russlands festsetzen. Aus dem Westen geleaste Flugzeuge verlassen Russland aktuell allerdings kaum - und entziehen sich damit dem Zugriff der Eigner. Ein neues Gesetz verbietet russischen Airlines zudem die Herausgabe ohne explizite behördliche Genehmigung.

Leasingraten können laut Erlass des russischen Machthabers Wladimir Putin seit März auf Sonderkonten in Rubel beglichen werden. Russland hat Flugzeuge in der letzten Woche hundertfach ins eigene Flottenregister umgemeldet.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 23.03.2022 16:45

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Beitrag vom 25.03.2022 - 05:12 Uhr
Die Luftraumsperrungen hätte man sich sparen können. Egal ob geleast oder Eigentum, nach den ersten 100 Zwangsvollstreckungen wäre kein Flugzeug aus Russland mehr im Westen gelandet.

Aus politischer Sicht hätte man sie sich nicht sparen können, denn dann hätten russische Bürger immer noch bequem von Russland aus überallhin fliegen können. Gerade dies will man aber nicht. Die Russen sollen dazu bewogen werden, Moskau ihren Unmut zu zeigen und fühlen, dass fast die ganze Welt (angesichts des UN-Votums kann man das wirklich so sagen) Wladimir Putin für einen Verbrecher hält, wegen dessen Politik sie jetzt einstecken müssen. Außerdem sollen Unternehmen, an denen der russische Staat beteiligt ist, wie eben Aeroflot, Einbußen erleiden, damit der Staat ihnen nicht Geldmittel entziehen und damit seine Kriegsmaschinerie anheizen kann.
Beitrag vom 25.03.2022 - 00:10 Uhr
Die Produktion russischer Verkehrsjets wird es in Zukunft richten verlautbarte vorgestern (23.3.22) Russlands Handelsminister Manturow! Quelle:  https://www.russland.capital/manturow-lieferung-von-teilen-fuer-flugzeug-ms-21-nach-russland-abgesagt

Schon in 2024 wird die Auslieferung der ersten 2 MS-21 (statt 4 geplanten) erfolgen. Die benötigten West-Importe sind vorhanden.
Der import-substituierte Superjet wird ebenfalls ab 2024 zertifiziert und ausgeliefert. Bis dahin kann man stolze 19 Superjets mit vorhandenen West-Importen fertigstellen.
Weitere von den Kunden zurückgegebene, abgestellte Superjets können wieder lufttüchtig gemacht und an Kunden ausgeliefert werden.
Und das Beste: Die Produktion der TU-214 soll auf 10 Maschinen im Jahr (!) hochgefahren werden.

Das ist wirklich nicht mehr, als meine Katze auf den Schwanz nach Hause tragen kann.
Gruß Gustl
Beitrag vom 24.03.2022 - 23:09 Uhr
Hi Polarfuchs
Ganz platt gesagt, entweder die Flieger stürzen ab wegen mangelnder Wartung, das wird dann für die Versicherungen ein interessantes Problem, sofern die Flieger überhaupt noch nach der Annexion hier versichert sind, oder aber die Leasinggesellschaften schreiben die 20 Milliarden Dollar ab, was natürlich nicht unbedingt positiv sich auf deren Bilanzen auswirken wird. An eine Rückübereignung glaube ich persönlich derzeit nicht.
Gut it aber auch, dass man die ganzen Auslandskonten der Russen eingefroren hat. Und neben einem Wiederaufbau der Ukraine, wird man diese Gelder auch sicherlich zur Stützung der besonders betroffenen Unternehmen verwenden. Auch wenn es dort um Milliarden geht, auch die leben nur von den Zinsen und Erträgen.

Interessant ist aber eine ganz andere Variante. Russland ist von den Flugzeugen abhängig. Ohne Flieger bricht die Wirtschaft noch schneller zusammen, eigenes Material haben weder die Russen noch China, was sich tunlichst raus halten wird.
Sollten die Russen die Zahlungen bzw. Herausgaben auch weiterhin in Zukunft verneinen und verweigern, dann wird sich auf absehbare Zeit kein Leasingunternehmen der Welt mehr bereit erklären dort etwas zu investieren.
Das aber wäre der Tod der russische Flugflotte. Egal wo sie registriert ist. Und das erhöht auch weiterhin den Druck auf den Diktator, denn er hat ja bereits damit begonnen Flugzeuge aus anderen Oststaaten zu annektieren (z.B. Usbekistan). Aber auch die werden dann keine weiteren Flugzeuge im Leasing mehr bekommen.
Leasing lohnt sich in der Branche aber nur wegen fehlenden Eigenkapitals oder der charmanten Möglichkeit das Flugzeug nach dem Ablauf einfach abzugeben. Nur ohne Geld und Reputation wird auch das nicht funktionieren. Die russische Wirtschaft befindet sich aber in der Singularität.


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