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Lufthansa rechnet Reaktivierung der A380 intensiv durch

Lufthansa Airbus A380
Lufthansa Airbus A380, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die rasante Rückkehr der Nachfrage auf der Langstrecke sprengt alle Erwartungen: Lufthansa will drohenden Engpässen in der Interkontflotte nach Informationen von aero.de mit einer Reaktivierung des Airbus A380 begegnen - oder bei kurzfristig verfügbaren Boeing 777-300ER zugreifen.

"Sie kommt bei Lufthansa nicht wieder": Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte im April im "Spiegel" das Kapitel A380 bei Lufthansa zugeklappt.

Nur einen Monat später machte Spohr die Tür für ein A380-Comeback überraschend einen kleinen Spalt wieder auf. "Um ehrlich zu sein, wenn sich die Nachfrage sehr stark erholt, könnten wir darüber nachdenken, einige von ihnen zurückzubringen", lockerte der Manager den Sargnagel.

Lufthansa hatte für das Erholungstempo der Langstrecke nach der Hochphase der Pandemie drei Szenarien zu Grunde gelegt und vorgeplant: eine langsame Erholung, ein Basisszenario - und eine dynamische Rückkehr der Nachfrage. "Das Topszenario ist inzwischen die neue Basisannahme", sagte ein Insider aero.de am Montag.

Lufthansa gibt ab Oktober 2022 insgesamt sechs A380 an Airbus zurück. Um die Verwendung - oder Nicht-Verwendung - der übrigen acht A380 ranken sich seit Wochen Gerüchte. Unter den aktuellen Vorzeichen sind die Chancen für eine Rückkehr der A380 in die aktive Lufthansa-Flotte deutlich gestiegen.

Nach Informationen von aero.de prüft Lufthansa, vier oder sogar alle acht verbleibenden A380 "so schnell wie möglich" für den Nordamerikaverkehr aus dem Storage in Teruel zu reaktivieren.

3+1 oder 6+2

Konkret rechnet Lufthansa laut mit der Sache vertrauten Personen eine "3+1-" und eine "6+2-Variante" durch: drei beziehungsweise sechs A380 würden wieder regulär im Langstreckennetz eingesetzt, ein respektive zwei A380 hielte Lufthansa in Reserve. Der Konzern will dabei einigen A350-Piloten zu einem A380-Type-Rating verhelfen.

Offiziell ist man in Frankfurt in Sachen A380 noch am Grübeln. "Seit der letzten Stellungnahme von Carsten Spohr hat sich keine Veränderung ergeben", hielt ein Lufthansa-Sprecher am Freitag auf Nachfrage von aero.de den Ball flach.

777-300ER für Lufthansa

Und tatsächlich ist der A380-Joker nicht die einzige Option, die der Lufthansa-Vorstand in einer für Ende Juni anberaumten Sitzung ziehen kann.

Nach Informationen von aero.de hat Boeing Lufthansa-Topmanagern kürzlich in Seattle vier bis sechs kurzfristig verfügbare 777-300ER angeboten. Bei den Flugzeugen handelt es sich um sogenannte "Whitetails" - unverkauftes Inventar, für das die ursprünglichen Besteller Boeing abgesprungen sind.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 13.06.2022 15:55

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Beitrag vom 16.06.2022 - 10:40 Uhr

1. 773 hätten den Vorteil, dass man Crews für die 779 relativ schnell qualifizieren kann. Spritfresser im Vergleich zum 388 ist sicher nicht ernst gemeint.

2. Um einen 388 aus dem deep storage zu reaktivieren sind rund 8-10 Wochen nötig.

für die 777x wird sicherlich und hoffentlich nicht der selbe Fehler gemacht wie bei der 737(max)... "ist ja im Prinzip das gleiche Flugzeug". Das Ergebnis ist ja bekannt.

Die 380er könnten längst wieder bereit sein, andere Airlines fliegen ja auch wieder sehr erfolgreich damit. Aber Spohr will unbedingt "irgendwas" von Boeing... die 777x auf Sankt Nimmerlein verschoben, also als Zwischenlösung die ebenfalls nicht lieferbare 787... jetzt überlegt man ernsthaft veraltete 773 zu holen?

Völlig unverständlich, aber da kann man mal sehen, dass selbst ein Spohr auf Boni verzichtet, nur um den Arbeitnehmern eins auszuwischen.
Beitrag vom 16.06.2022 - 10:09 Uhr

1. 773 hätten den Vorteil, dass man Crews für die 779 relativ schnell qualifizieren kann. Spritfresser im Vergleich zum 388 ist sicher nicht ernst gemeint.

2. Um einen 388 aus dem deep storage zu reaktivieren sind rund 8-10 Wochen nötig.

für die 777x wird sicherlich und hoffentlich nicht der selbe Fehler gemacht wie bei der 737(max)... "ist ja im Prinzip das gleiche Flugzeug". Das Ergebnis ist ja bekannt.

Die 380er könnten längst wieder bereit sein, andere Airlines fliegen ja auch wieder sehr erfolgreich damit. Aber Spohr will unbedingt "irgendwas" von Boeing... die 777x auf Sankt Nimmerlein verschoben, also als Zwischenlösung die ebenfalls nicht lieferbare 787... jetzt überlegt man ernsthaft veraltete 773 zu holen?

Dieser Beitrag wurde am 16.06.2022 10:11 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.06.2022 - 03:15 Uhr
@floco

Die Entscheidung pro A340 war definitiv ein fehler, besonders bei der -600 version.
Auch die -200 war keine gute.

Die entscheidung gegen die B777 besonders die B777w war wohl ein Fehler, und wahrscheinlich wäre man mit B77w statt B748 besser aufgestellt wenn auch etwas kleiner. Gut man hat dann für Swiss zugeschlagen.

Der A380 war keine Sternstunde.

Die B787 hat man jetzt 15 Jahre lang nicht geordert, das kann man sich nun deuten wie man will.
Immerhin, dieses Jahr, also ein jahrzehnt nachdem die anderen Airlines die B789 haben, kriegt man sie dann auch.

Die B777x - also bisher kann das ja kein Erfolg sein. 2013 bestellt, ein Jahrzehnt später leistet sie grossartigen Dienst in den Aktenregalen auf Papier, die Order.

Die B748 - ja da kann man zwiegespalten sein. Sie ist und bleibt ein Oddball bei PAX Airlines, aber LH hat sie auch relativ massgefertigt bekommen. Warum nur haben fast alle anderen Airlines lieber B77w und B787 bestellt? Odeer A350?

Bei 2 Herstellern erwartet man eine Trefferquote von 50% wenn man randoom wählt. Ich würde nicht sagen das die LH besser liegt.


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