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Nachhaltiger Sprit soll Standard im Flugverkehr werden

Neues SAF-Tanklager in Frankfurt
Neues SAF-Tanklager in Frankfurt, © A. Mohl

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STRASSBURG - Flugzeuge in der EU sollen aus Sicht des Europaparlaments zukünftig zum Großteil mit klimafreundlichen Treibstoffen fliegen. Die Parlamentarier einigten sich am Donnerstag auf einen Vorschlag, der Verkäufer von Flugkraftstoffen verpflichten soll, ab 2025 mindestens zwei Prozent nachhaltigen Sprit zu liefern.

Bis 2050 soll der Anteil des klimafreundlichen Sprits für Flugzeuge schrittweise auf 85 Prozent erhöht werden.

Zu den nachhaltigen Kraftstoffen zählt das Parlament unter anderem synthetische Kraftstoffe und Biokraftstoffe etwa aus organischen Abfällen, Algen, landwirtschaftlichen Reststoffen oder gebrauchtem Speiseöl.

Auch Strom aus erneuerbaren Energiequellen und Wasserstoff sollen ein Teil des nachhaltigen Kraftstoffmixes werden. Das EU-Parlament fordert außerdem, dass ab 2024 Flugzeuge, Luftfahrzeugbetreiber und gewerbliche Flüge nach ihrer Umweltverträglichkeit gekennzeichnet werden.

Die Forderungen der Europaabgeordneten liegen deutlich über einem ursprünglichen Vorschlag der Europäischen Kommission. Die Brüsseler Behörde hatte vorgeschlagen, den Anteil des klimafreundlichen Sprits im Flugverkehr bis 2050 auf 63 Prozent festzulegen. Damit das Vorhaben in Kraft treten kann, müssen sich Parlament und die EU-Länder noch auf einen Kompromiss einigen.

Weniger Verbindungen, teurere Tickets?

Der europäische Airline-Verband A4E begrüßte die Vorhaben des Europaparlaments grundsätzlich, äußerte aber die Sorge, dass Fliegen teurer werden könnte. Zudem könnte es dazu kommen, dass es für bestimmte Regionen weniger Flugverbindungen geben könnte.

Da alternative Kraftstoffe in den kommenden Jahren deutlich teurer seien als herkömmlicher Treibstoff, sei es wichtig, die Ziele "vernünftig" zu stecken. Die Kosten der Energiewende müssten für Fluggäste begrenzt werden.
© dpa-AFX | Abb.: A. Mohl | 08.07.2022 06:33

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Beitrag vom 08.07.2022 - 17:49 Uhr
Kerosyn aus PV-> Strom-> Wasserstoff->Methan-> so geht die Kette.

Laut unseres Ministers Habeck kann der Nahe Osten Katar z.B grünen Wasserstoff aus PV Strom zu einem Cent liefern. Ich frage mich nur, pro m³, pro kg oder pro kWh?

Ja, Einheiten zu unterschlagen ist immer klasse, da kann man nachträglich noch alles so anpassen, dass man hinterher "Recht" hatte :)

Und aus welchem Punkt der Kette wird der Transport wie gemacht? Und wie sieht dann der Preis pro kg Kerosyn aus? Heute liegt der Preis für ein kg Synfues bei weit etwa € 8 und wird 2030 immer noch deutlich über € 3 liegen.

Wer es nicht glaubt, einfach die Zahlen mal ausdrucken und in 8 Jahren nachsehen.

Selbst einen Preis von 3€ bis 2030 halte ich für sehr optimistisch. Auch der notwendige grüne Strom konkurriert mit anderen Verwendingen, und wenn man mal einen steigeneden Bedarf an Strom und eFuels unterstellt, dürfte ein marktgerechter Preis leicht zum Steigen neigen...
Beitrag vom 08.07.2022 - 17:37 Uhr
Kerosyn aus PV-> Strom-> Wasserstoff->Methan-> so geht die Kette.

Laut unseres Ministers Habeck kann der Nahe Osten Katar z.B grünen Wasserstoff aus PV Strom zu einem Cent liefern. Ich frage mich nur, pro m³, pro kg oder pro kWh? Und aus welchem Punkt der Kette wird der Transport wie gemacht? Und wie sieht dann der Preis pro kg Kerosyn aus? Heute liegt der Preis für ein kg Synfues bei weit etwa € 8 und wird 2030 immer noch deutlich über € 3 liegen.

Wer es nicht glaubt, einfach die Zahlen mal ausdrucken und in 8 Jahren nachsehen.
Beitrag vom 08.07.2022 - 16:20 Uhr
Ist das nicht etwas irreführend einen fossilen Brennstoff egal ob seit jahrhunderten verwittert oder relativ frisch angefpflanzt als nachhaltig zu bezeichnen? Es sterben Millionen Menschen an Hunger und Dürre, muss man nur um den Anscheinen eines ökologischen Anstriches zu geben Anbauflächen dafür geopfert werden?

Ich denke, was Sie da beschreiben, sind valide Kritikpunkte beim "Bio-Diesel" aus Raps.
Beim "nachhaltigen Kerosin", KeyroSyn, eFuel, etc. für die Luftfahrt ist aber keine landwirtschaftlicher Anbau von Pflanzen zum Zwecke der Umwandlung in Kerosin eingeplant.

Wobei eine Konkurrenz zwischen Solarzellen und Anbauflächen zB schon auftreten wird.


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