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Lufthansa bleibt bei Eurowings hart

Eurowings Airbus A320neo
Eurowings Airbus A320neo, © Eurowings

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DÜSSELDORF - Eurowings leidet unter hohen Kosten. Nach einem Pilotenstreik im Oktober zieht das Management die Reißleine: Eurowings wird 2023 fünf Flugzeuge weniger einsetzen als geplant. Die Entscheidung ist nach Ansicht der Konzernmutter Lufthansa "nachvollziehbar" - und wird nicht mehr revidiert.

Lufthansa hat ein neues Sorgenkind. "Eurowings ist nicht da, wo wir sie gerne hätten", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag in Frankfurt.

Der Konzern sieht bei der Tochterfirma grundsätzliche Probleme. Vor der Krise ertragsstarke Inlandsrouten werden zunehmend von der Bahn absorbiert. Eurowings weicht daher auf längere Europaflüge aus und fliegt mehr Touristen - damit lässt sich allerdings nicht so gut Geld verdienen.

Vier Streiktage der Piloten bei Eurowings Deutschland haben ein weiteres Loch in die Kasse gerissen. "Die schon schwierige Ergebnissituation bei Eurowings mit einem dreistelligen Millionenverlust wird durch diese zusätzlichen Kosten noch verschlechtert", sagte Spohr. "Was macht man dann? Man nimmt die schlechtesten Strecken raus."

Eurowings stoppt Ausbau

Eurowings hat im Lichte des Streiks alle Wachstumspläne gestoppt und wird 2023 nur 76 Flugzeuge einsetzen - fünf weniger als geplant. Beförderungen liegen auf Eis, junge Piloten will Eurowings wenn überhaupt nur noch mit befristeten Verträgen ausstatten. "Die Entscheidung der Eurowings-Geschäftsführung ist nachvollziehbar", sagte Spohr.

Derzeit suchen Eurowings und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zwar wieder einen gemeinsamen Nenner - die Kürzungen sind laut Lufthansa aber nicht mehr umkehrbar. "Diese Entscheidung ist gesetzt, damit geht Eurowings jetzt in die Planung für 2023", stellte Spohr klar.
© aero.de | Abb.: Andreas Wiese, Flughafen Düsseldorf | 27.10.2022 16:12

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Beitrag vom 30.10.2022 - 11:52 Uhr
Eine wirklich interessante, teilweise skurrile und lustige Diskussion.

Ich möchte daher mal folgende Frage in den Raum werfen:

Warum schaffen LH (auch LX) - und auch AF/KLM und IAG - mit 'veralteten, teuren Strukturen' wieder den "turn around" und erwirtschaften wieder Gewinne und die, von Anfang an auf Kosteneffizienz angelegten EWD + EWDISCO, offenbar nicht?

Na weil sie eben - trotz weniger AOCs als Ryanair - nicht so kosteneffizient ist wie notwendig. Woran das jetzt liegt, können Sie sich aus der lustigen Diskussion selbst heraussuchen.
Daher ja die von mir gleich am Anfang der Diskussion abgegebene Empfehlung: EW abwickeln, den Direktverkehr denen überlassen, die das nachweislich erfolgreich können und sich - anaolog BA - auf den Hubverkehr konzentrieren.
Beitrag vom 30.10.2022 - 11:23 Uhr
Eine wirklich interessante, teilweise skurrile und lustige Diskussion.

Ich möchte daher mal folgende Frage in den Raum werfen:

Warum schaffen LH (auch LX) - und auch AF/KLM und IAG - mit 'veralteten, teuren Strukturen' wieder den "turn around" und erwirtschaften wieder Gewinne und die, von Anfang an auf Kosteneffizienz angelegten EWD + EWDISCO, offenbar nicht?

Aber das scheint man ja jetzt bei der 'Mutter' begriffen zu haben, siehe die komplette 180° Wende.
Beitrag vom 30.10.2022 - 08:14 Uhr
hre These ist doch nicht, dass der Verwaltungsaufwand höher ist, sondern dass die Verluste der Eurowings einzig in der Komplexität mehrerer AOCs und nicht durch Personalkosten und/oder -produktivitäten begründet sind

Ich denke diese Aussage mit "einzig" werden sie in keinem meiner Posts finden.

Nein, aber ihre Aussage ("Wer dem einzelnen Mitarbeiter bei EW vorwirft, er sei unproduktiv oder zu teuer, hat das Problem nicht verstanden - oder will es bewusst nicht sehen") deutet sehr genau darauf hin, wo Sie das Problem sehen und wo Sie kein Problem sehen. Oder täusche ich mich da?

Was ich durchaus öfter angemerkt habe ist die Tatsache, dass komplexe AOC Strukturen den Verwaltungsaufwand erhöhen ( da sind wir uns ja jetzt endlich einig )

Ja, aber wie Sie am Beispiel Ryanair selbst aufgezeigt haben, in geringem Maß ("Extrem simpler organisatorischer und prozeduraler Aufbau der Organisation mit EXTREM GERINGEN VERWALTUNSAUFWENDUNGEN"). Woher Sie wissen, dass das bei EW anders ist, veraten Sie uns leider nicht :(

... und damit die Produktivität senken (ist eine logische Folge von zusätzlichen operativen Kosten).

Nein, da sind wir uns nicht einig und das ist auch nicht logisch. Produktivität im airlinetypischen Sinn von Blockstunden pro Flugzeug oder SKO wird davon nicht beeinflusst.

Diese Kosten für die EW Strukturen mal zu ermitteln wäre sicher ein interessanter Job für die LH Consulting.

Glauben Sie nicht, dass das EW nicht selbst weiß?

Aber wenn es um hohe Kosten/Produktivität bei der LH Group geht, kommt die Diskusson stattdessen nach spätestens 2 Sekunden auf Pilotengehälter, während die komplexe Verwaltung nicht mal thematisiert wird.

Ja, weil die Verwaltung nicht so komplex ist wie Sie es hier suggerieren. Bei LH Airline bezogen auf die Anzahl Piloten (von SKO will ich gar nicht reden) sogar geringer als bei Ryanair. Sie selbst haben doch ein Beispiel gebracht, das mehrere AOCs eben keinen hohen Verwaltungsaufwand auslösen! Daher verstehe ich Ihr Beharren auf Ihrer These auch nicht.

Das ist schlicht etwas einseitig.

Einseitig ist vor allen Dingen, dass Sie den Zusammenhang zwischen Personalkosten und Verlusten nur auf die Verwaltung reduzieren und das Bordpersonal außen vorlassen..

Dieser Beitrag wurde am 30.10.2022 08:16 Uhr bearbeitet.


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