Raketeneinschlag in Polen
Älter als 7 Tage

FAA warnt Airlines vor Gefahren im Grenzgebiet

Gesperrter Luftraum
Gesperrter Luftraum, © FAA

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WARSCHAU - In Polen schlägt nahe der Grenze zur Ukraine eine Rakete russischer Bauart ein und tötet zwei Menschen. Es gibt Hinweise auf tragische Umstände. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hat erst diese Woche vor "erhöhten Spillover-Risiken" für die zivile Luftfahrt an der Grenze zum Konfliktgebiet gewarnt.

Nach dem tödlichen Raketentreffer im Osten Polens gibt es Hinweise darauf, dass es sich bei dem Geschoss um eine Flugabwehrrakete aus der Ukraine handelt.

Das teilte US-Präsident Joe Biden am Mittwoch bei einem Treffen mit anderen Staats- und Regierungschefs von Nato- und G7-Staaten auf Bali mit. Er soll demnach von einer Rakete des Systems S-300 gesprochen haben. Das System sowjetischer Bauart ist wesentlicher Bestandteil der ukrainischen Flugabwehr.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf Gefahren für den zivilen Luftverkehr. Während der Luftraum der Ukraine für zivile Flüge gesperrt ist, operieren Airlines dicht entlang der Grenzen. Das Nachbarland Moldau hatte im Oktober aus Sorge vor kreuzenden russischen Raketen erneute Luftraumsperren in Betracht gezogen.

Sicher ist: Für die zivile Luftfahrt beginnt die Gefahrenzone nicht erst an der geographischen Grenze zur Ukraine. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hat erst am Montag eine Warnung vor "erhöhten Spillover-Risiken" im Grenzgebiet ausgesprochen.

"Russlands verstärkter Einsatz experimenteller Waffen (...) und der Einsatz von Langstreckenraketen in der Westukraine erhöht potenzielle Spillover-Risiken für den zivilen Luftverkehr der USA im angrenzenden Luftraum", stellte die FAA fest. "Das schließt auch die Möglichkeit  verirrter Geschosse in unmittelbarer Nähe zur Westgrenze der Ukraine ein."

Von mehreren Seiten hieß es nach dem Treffen, Moskau trage mit seinem Beschuss der Ukraine die Verantwortung für den Vorfall in Polen. Dies gelte selbst dann, wenn es sich tatsächlich um eine ukrainische Abwehrrakete gehandelt haben sollte.

GPS-Jammer stören Navigationssysteme

Die FAA sieht zudem ein Risiko für zivile Flugzeuge durch den verstärkten Einsatz von GPS-Störsendern in dern Region. In den ersten Kriegswochen hatten mehrere Crews über dem Schwarzen Meer und der Ostsee Störungen und Ausfälle der Navigationssysteme gemeldet.

"Im geografischen Umfeld der Konfliktzone und in anderen Gebieten haben Spoofing- und Jamming-Vorfälle zugenommen", hatte die europäische Luftfahrtaufsicht EASA Airlines im März auf mögliche Störungen des GPS und GNSS hingewiesen.
© aero.de, dpa | Abb.: FAA | 16.11.2022 07:14


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