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"Punkt-zu-Punkt ist unser größter Wettbewerbsvorteil"

Airbus A321LR
Airbus A321LR, © Airbus

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MALÉ - Nonstop im Airbus A321LR und A321XLR auf die Malediven: Die neuen Airbus-Langstreckenmodelle inspirieren eine Gruppe erfahrener Airline- und Touristikmanager zur Neugründung einer Airline: Beond will die Konkurrenz 2023 in der First- und Business Class unter Preisdruck setzen.

Hütten aus Korallen und Palmwedeln, kein Pool, kein Spa, kein Fitnesscenter und nicht mal ein richtiges Restaurant - dafür Duschen, aus denen verdünntes Salzwasser sprudelte. Die Touristen, die zur Eröffnung des ersten Resorts am 3. Oktober 1972 kamen, würden die Malediven heute kaum noch wiedererkennen.

50 Jahre später gehört der Inselstaat im Indischen Ozean zu den Topdestinationen im oberen Touristiksegment: 1,6 Millionen Besucher verzeichneten die Malediven 2022 - ein Rekord. Überproportional viele Passagiere reisen in der First oder Business Class an - und das am liebsten direkt. Nicht umsonst hat Condor die Malediven als eines der ersten Ziele der A330-900 ausgewählt.

Genau hier setzt Beond an. "Punkt-zu-Punkt ist unser offensichtlichster und größter Wettbewerbsvorteil", erklärte Beond-Vertriebsvorstand Sascha Feuerherd aero.de das Beond-Konzept. Die Neugründung will die direkte Anreise mit einem "privatjetähnlichen Erlebnis" kombinieren.

Neben dem ehemaligen Lufthansa-Mann Feuerherd gehören Strategiechef Max Nilov und Beond-Chef Tero Taskila dem dreiköpfigen Gründerteam an. Taskila bringt als früherer Chef von Estonian Air und Vertriebsvorstand von Air Baltic viel Airlineerfahrung in das Projekt ein.

Kerninvestor bei Beond ist die Simdi Group um Mohamed Didi. Didi gilt als einer der Urväter des Malediven-Tourismus.

"Völlig neuer Markt"

Im Mittelpunkt der Beond-Strategie stehen zwei neue Airbus-Modelle. "Die A321LR und A321XLR eröffnen in dieser Branche einen völlig neuen Markt", sagte Feuerherd. Die Langstreckenjets ließen sich mit 244 Sitzen ausstatten, Beond belässt es bei 68 Einzelsitzen des italienischen Herstellers Optimares mit Full-Flat-Funktion.

"Trotzdem verstehen wir uns nicht als ultraluxuriöse Fluggesellschaft", sagte Feuerherd. "Mit modernen A321LR und A321XLR zu fliegen, die mit den Großraumflugzeugen anderer Fluggesellschaften auf den Malediven konkurrieren, verschafft uns einen erheblichen Preisvorteil. Wir sehen uns als Preisführer."

Im ersten Halbjahr 2023 will Beond ein "Mittelstreckennetz mit Flugzeiten von bis zu sieben Stunden" aufspannen, das Linien "nach China, Indien und Saudi-Arabien sowie andere Ziele im Nahen Osten und Asien" umfassen wird. Gegen Oktober 2023 will Beond erste Ziele in Europa direkt mit Malé verbinden.

"Wir gehen davon aus, Ende 2023 sieben oder acht Flugzeuge zu haben", sagte Feuerherd. "Unser Wachstumsplan sieht ein Vielfaches davon innerhalb der ersten fünf Betriebsjahre vor." Für die ersten 16 Flugzeuge hat Beond bereits Sitze bestellt.

A321XLR ab 2025

Langfristig will Beond eine Flotte aus eigenen und geleasten Flugzeugen in einem Verhältnis von 50:50 betreiben. Nach jüngsten Verzögerungen bei der Zulassung der A321XLR rechnet Feuerherd mit den ersten Leasingzugängen um den Jahreswechsel 2024/2025. "Dann werden einige Ziele in Europa und Australien hinzukommen, die die A321LR nicht ganz schafft."

Für den Start reichen Beond die 7.400 Kilometer Reichweite der A321LR locker - die kanadische Air Transat fliegt mit der A321LR Transatlantikstrecken. Bei der Luftwaffe ist der Alleskönner als Transportmittel für bis zu 136 Passagiere im Einsatz, 2023 erweitert sich das Aufgabenspektrum um MedEvac-Einsätze.

Beond plant wegen der relativ geringen Saisonalität des Malediven-Tourismus mit einer stabilen Auslastung der Flüge über das Jahr - und will die Sitze weitgehend selbst vermarkten. "Dennoch werden wir einen geringen Prozentanteil unserer Kapazität für Vollcharterangebote vorhalten", sagte Feuerherd aero.de.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Airbus | 31.12.2022 15:44

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Beitrag vom 04.01.2023 - 11:29 Uhr
Was heisst denn "Punkt-zu-Punkt"?
P2P heißt ich produziere den Flug von A nach B. Mehr nicht, das hält die OPS schlank und effizient. Alles was darüberhinaus gebraucht wird, wird ggfls. extern beschafft und mit dem Produkt verlinkt. Siehe Condor.
Auf dem Rückflug muss man in Male einchecken und am Ziel das Gepäck einsammeln und sich selbst um den Weiterflug zum eigenen Ziel kümmern?
(Ryanair bietet meist nur "Punkt-zu-Punkt"-Flüge an...und hat eine gute Auslastung.)
Wie ist die Kabine aufgeteil?
Wenn man zu zweit reist, sind die "Zellen" - vgl. Singapur Airlines an den Aussenseiten des A380 - nicht so schön.
Beitrag vom 04.01.2023 - 09:45 Uhr
Was heisst denn "Punkt-zu-Punkt"?
Auf dem Rückflug muss man in Male einchecken und am Ziel das Gepäck einsammeln und sich selbst um den Weiterflug zum eigenen Ziel kümmern?
(Ryanair bietet meist nur "Punkt-zu-Punkt"-Flüge an...und hat eine gute Auslastung.)

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist ja gerade das (vermeintliche) Geschäftsmodell darauf ausgelegt, mit "kleinen" Maschinen mit geringer Bestuhlung (nur C) eben PAXe aus der jeweiligen Region um den Startflughafen (Hinflug) zu generieren- also ohne Zubringer bzw. Weiterflug nach Rückflug.

Wie ist die Kabine aufgeteil?
Wenn man zu zweit reist, sind die "Zellen" - vgl. Singapur Airlines an den Aussenseiten des A380 - nicht so schön.

Ja die "Kusschelareas😉" (wie bei den großen Jets in der Mitte) wird es so nicht geben.
Beitrag vom 03.01.2023 - 23:06 Uhr
Was heisst denn "Punkt-zu-Punkt"?
Auf dem Rückflug muss man in Male einchecken und am Ziel das Gepäck einsammeln und sich selbst um den Weiterflug zum eigenen Ziel kümmern?
(Ryanair bietet meist nur "Punkt-zu-Punkt"-Flüge an...und hat eine gute Auslastung.)
Wie ist die Kabine aufgeteil?
Wenn man zu zweit reist, sind die "Zellen" - vgl. Singapur Airlines an den Aussenseiten des A380 - nicht so schön.


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