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Bereut Air France inzwischen das vorgezogene A380-Aus?

Air France Airbus A380 in Rio
Air France Airbus A380 in Rio, © Airbus

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FRANKFURT - British Airways und Lufthansa investieren hohe Summen in ihre A380-Kabinen. Bei beiden Airlines wird die A380 noch über Jahre fliegen. Konkurrent Air France hat sich von der A380 bereits vor der Krise losgesagt. Das kostete ebenfalls viel Geld. Air France steht zu dieser Entscheidung.

Lufthansa sieht die A380 nicht mehr als Übergangslösung. "Das Flugzeug wird länger wieder fliegen als wir vor einem Jahr gedacht haben", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am vergangene vor Medienvertretern in Frankfurt.

Der Konzern wird ab 2025 am Drehkreuz München acht A380 einsetzen - und nicht nur das. Der Vorstand um Spohr hat vergangene Woche einen hohen Millionenbetrag für eine neue Business Class freigegeben - ein klares Indiz, dass Lufthansa die A380 wahrscheinlich nicht vor 2030 ausrangieren wird.

Damit folgt Lufthansa dem Beispiel von British Airways. Der Konkurrent hat unlängst ebenfalls ein Investitionsprogramm für neue Kabinen in seinen zwölf A380 aufgelegt.

Für Air France stellt sich diese Frage nicht mehr. Die Airline hatte den Ausstieg aus dem A380-Betreiberkreis bereits 2019 eingeleitet. "Die A350 und der Dreamliner haben die A380 einfach völlig obsolet gemacht", sagte Air France Chefin Anne Rigail aero.de im November des gleichen Jahres in einem Interview.

Wenige Monate später schlug die Pandemie zu und besiegelte das Schicksal der A380 in Paris endgültig: Air France zog die A380 im März 2020 auf Nimmerwiedersehen aus dem Linienverkehr. Von einst zehn A380 bei Air France sind fünf Flugzeuge inzwischen komplett oder zumindest teilweise zerlegt.

"Die wirtschaftliche Gleichung ging für diese Flugzeuge, die zwischen 2009 und 2014 geliefert wurden, nicht mehr auf", musste Air France-KLM die Entscheidung im Juni 2023 auf ihrer Hauptversammlung erneut vor den Aktionären rechtfertigen. Denn die wollten wissen, warum die A380 bei unmittelbaren Konkurrenten ein Comeback erlebt.

Teurer A380-Exit

Die vorgezogene Auflösung der A380-Flotte kostete Air France unter dem Strich rund 370 Millionen Euro - ein Weiterbetrieb war nach Angaben der Airline aber insbesondere unter dem Gesichtspunkt einer ebenfalls notwendigen Investition in neue Business-Class-Sitze wirtschaftlich nicht sinnvoll.

"Der verlängerte Einsatz der A380 durch einige unserer Wettbewerber muss im Kontext von Lieferengpässen bei Langstreckenflugzeugen der nächsten Generation gesehen werde", erklärte Air France-KLM. "Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten" habe Air France-KLM auch während der Krise "weiterhin Flugzeuge übernommen".

Das Air-France-Management ging noch im Juni davon aus, dass Lufthansa die bei Passagieren beliebten A380 nur "zwei bis drei Jahre" nutzen - und spätestens mit Auslieferungen der ersten 777-9 endgültig stilllegen dürfte.

Vor 2025 kann Lufthansa zwar nicht mit der 777-9 rechnen. Weder Boeing noch Lufthansa haben bisher aber darüber hinausgehende Verspätungen vermeldet.
© aero.de | Abb.: Air France-KLM | 19.09.2023 06:45

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Beitrag vom 24.09.2023 - 21:28 Uhr
Und der Erhalt von Subventionen widerspricht jetzt wie genau dem Wunsch der Empfänger, lieber von eigenen Verkäufen statt von staatlichen Einkünften leben zu wollen?
Sieht jedes mal danach aus, wenn Subventionen gestrichen werden sollen, dann gibt es Sternfahrten mit Traktoren.

Gehört der Flughafen Frankfurt eigentlich noch immer zu den größten Empfängern von Agrarsubventionen?
Weiß ich nicht. Zeigen Sie es mir.

Ist der Markt für Fluganbieter hierzulande so frei wie der für Milch, Weizen und Kartoffeln?

Könnte ja sein, daß Teile einer Antwort dazu einem seine Vorurteile verunsichern.
Sie haben also Vorurteile?
p.s.:
7*10^9 €/315.000 = ca. 22Tsd €/Nase, die allermeisten Betriebe(!) liegen wegen der Tatsache, daß es deutlich mehr kleine als große gibt, so ganz grob im Bereich eines Durchschnittsangestellten-Monatseinkommens und darunter.
40% des Einkommens!
Habe ich schon die zahlreichen sonstigen Fördertöpfe für Nicht-Agrarunternehmen erwähnt?
Nein.
Beitrag vom 24.09.2023 - 16:59 Uhr
Falls AF die Flieger auf den ehemaligen A380-Strecken nicht voll mit Passagieren besetzen kann, wird sicherlich nichts bereut.
Fehlentscheidungen wird es immer geben. Falls sich dabei der Verlust in Grenzen hält, wird keiner laut aufschreien.
Beitrag vom 24.09.2023 - 12:22 Uhr
Dem ersten Teil Ihres drittletzten Satzes ist vollumfänglich zuzustimmen. Der Rest danach bestätigt dies.
Und damit over & end meinerseits.


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