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Inflationssorgen in der Touristik

TUIfly Boeing 737-800
TUIfly Boeing 737-800, © NUE

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BERLIN - Reisen werden sich im Winter um 27 Prozent gegenüber der Vorkrisenzeit verteuern. Das verhilft Touristikern trotz weniger Buchungen zu Rekordumsätzen. Hohe Inflationsraten sorgen in der Branche aber zunehmend für Unbehagen.

Die Reisebranche in Deutschland hat die Corona-Krise mit einem Rekordumsatz in diesem Jahr hinter sich gelassen. "Es ist die erste Reisesaison seit Corona, die mit einer positiven Umsatzbilanz abschließen wird", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) am Donnerstag in Berlin. Das Plus ist allerdings auch auf gestiegene Preise und höhere Ausgaben der Urlauber zurückzuführen.

Die Zahl der Gäste hinkt hinterher. Es gebe "eine beachtliche Zahl an Menschen in diesem Land, die sich eine organisierte Veranstalterreise derzeit nicht mehr leisten können oder wollen", sagte Fiebig mit Blick auf die hohe Inflation.

Nach Daten des Analysehauses TDA sind die Urlaubsausgaben- und -preise allein im bevorstehenden Winter zum Winter 2018/19 um 27 Prozent gestiegen. "Die Politik muss die Inflation bekämpfen und Entlastungen schaffen", mahnte Fiebig. "Es geht darum, dass die Menschen mehr Geld für den Konsum in der Tasche haben. Urlaub muss auch für Durchschnittsverdiener weiter bezahlbar bleiben."

Im Touristikjahr 2022/23, das am 31. Oktober endet, buchten den Angaben zufolge bislang 16 Prozent weniger Urlauber als im Vor-Coronajahr 2018/19 eine Veranstalterreise. Der Umsatz einschließlich Preiserhöhungen lag dagegen bereits Ende August um sieben Prozent über dem Rekordendstand des Reisejahres 2018/2019.

Dafür sorgte vor allem die Sommersaison mit einem Umsatzplus von bislang elf Prozent. Das vergangene Winterreisegeschäft verbuchte aufgrund der Pandemie noch ein Minus von vier Prozent.

Urlaubsnachfrage trotz hoher Inflation insgesamt stabil

Gefragt waren im Sommer vor allem klassische Ziele rund um das Mittelmeer. Spanien, Türkei und Griechenland waren die Top 3 der Flugpauschalreiseziele, trotz Hitzewellen und teils verheerender Waldbrände wie zum Beispiel in Griechenland.

Fernreisen, die während der Pandemie kaum möglich waren, erholten sich, verfehlten aber noch das Vor-Corona-Niveau. Kreuzfahrten erzielten den Angaben zufolge fast das Umsatzniveau vom Sommer 2019.

"Dass sich die Urlaubsnachfrage trotz hoher Inflation und wirtschaftlicher Belastungen vieler Haushalte insgesamt so stabil erweist, spricht für den überaus hohen Stellenwert, den Urlaub für die Bundesbürger genießt", sagte Fiebig.

Auch die Nachfrage nach Veranstaltern und Reisebüros für den kommenden Winter entwickelt sich den Angaben zufolge positiv. Neben Fernreisen seien besonders Kreuzfahrten auf den Weltmeeren gefragt. Sonnenhungrige nutzen wie schon im Sommer wieder verstärkt Frühbucherrabatte und buchen mit zeitlichem Vorlauf. Das erleichtert der Branche die Planung.
© dpa | 12.10.2023 11:40

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Beitrag vom 12.10.2023 - 14:40 Uhr
"Es geht darum, dass die Menschen mehr Geld für den Konsum in der Tasche haben. Urlaub muss auch für Durchschnittsverdiener weiter bezahlbar bleiben."

So, so - Herr Fiebiig sorgt sich also um die Menschen!

Wer es glaubt wird seelig! Geht es ihm nicht vielmehr um die Gewinne seiner Firma!?

Diese Heuchelei ist einfach widerlich.

Ps.
Die Inflation hat weltwirtschaftliche Gründe (u.a. die Raffgier von Öl- und Lebensmittelkonzernen, maybe auch Ihrer Branche...) lieber Herr Fiebig. Und daran ist nicht die BuRe Schuld.

2.Ps.[Ironie/Sarkasmus]:
fordern Sie doch Subventionen vom Staat.
Beitrag vom 12.10.2023 - 12:44 Uhr
trotz Hitzewellen und teils verheerender Waldbrände wie zum Beispiel in Griechenland.

Pauschalreisen werden idR Monate vor Start gebucht.
Daher ist eigentlich klar, dass so kurzfristige Ereignisse keinen großen Einfluss auf das Buchungsverhalten haben können.

Es gebe "eine beachtliche Zahl an Menschen in diesem Land, die sich eine organisierte Veranstalterreise derzeit nicht mehr leisten können oder wollen", sagte Fiebig [...] "Die Politik muss die Inflation bekämpfen und Entlastungen schaffen", [...]"

Das ist eine dann doch etwas sehr eindimensionale Schlussfolgerung: "Wir haben weniger Teilnehmer, weil sich der Kunde das nicht mehr leisten kann/will"
Gegenthese: Organisierte Veranstalterreisen sind nicht mehr so sehr gefragt. Die Kunden tendieren mehr zu Alternativen.
Aber Jammern in Richtung Politik geht ja immer :)

Dieser Beitrag wurde am 12.10.2023 12:52 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.10.2023 - 11:50 Uhr
Die Zahl der Gäste hinkt hinterher. Es gebe "eine beachtliche Zahl an Menschen > in diesem Land, die sich eine organisierte Veranstalterreise derzeit nicht mehr > leisten können oder wollen", sagte Fiebig mit Blick auf die hohe Inflation.
Und? Gibt es irgendein Grundrecht auf "organisierte Veranstalterreisen"? Und streng genommen kann es der Branche doch angesichts von Rekordgewinnen egal sein, diese Gewinne sprechen doch eher dafür, dass die Veranstalter wehr wohl auch weniger verlangen könnten.


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