Militärübungen in Nordkorea
Älter als 7 Tage

Piloten melden vermehrt GPS-Störungen in Seoul

Incheon
Seoul Incheon Int Airport, © siqpal

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SEOUL - Die Positionsbestimmung per GPS birgt Risiken: Militärs setzen Störsender an Grenzen und in Konfliktgebieten ein. Die Signale irritieren nicht nur Gegner. Falsche Positionsdaten lenken immer wieder auch zivile Flüge vom Kurs ab. Ein neuer Hotspot ist nach Ansicht von Experten besonders heikel.

Nur 50 Kilometer Luftlinie trennen Seoul-Incheon von der demilitarisierten Zone, dem abgeriegelten Puffer zwischen Nord- und Südkorea.

An- und Abflugcharts für das Drehkreuz von Korean Air stecken sichere Korridore ab - und ziehen eine harte Linie vor den gesperrten Luftraum, die Piloten Richtung Norden in keinem Fall überfliegen dürfen.

Ausgerechnet im besonders sensiblen Luftraum um Seoul mussten Piloten zuletzt mit widersprüchlichen Positionsdaten navigieren. Das berichtet der Piloten-Informationsdienst "Ops Group". Wahrscheinliche Ursache: Militärübungen, bei denen Nordkorea GPS-Störsignale einsetzt.

"Es liegen Berichten von Piloten über Störungen und Abrisse des GPS-Signals im FIR Incheon vor", warnt Südkorea Piloten seit März per NOTAM. "Seien Sie besonders vorsichtig." Die NOTAM wurde erst in dieser Woche aktualisiert.

GPS-Störungen wurden zuletzt vermehrt in Konfliktregionen im Nahen Osten sowie entlang der russischen Ostseegrenzen verzeichnet. Finnair setzte im April deswegen Flüge ins estnische Tartu über mehrere Wochen aus - inzwischen hat der Flughafen bodenbasierte Navigationshilfen nachgerüstet.
© aero.de | Abb.: Korean Air, Boeing | 15.06.2024 09:42

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Beitrag vom 17.06.2024 - 08:36 Uhr
@ ADIRD: ohje, wie sind wir denn damals bloß über den NAT gekommen, als es noch keine GPS-Stützung gab?
Dortx, da liegen Sie ganz weit daneben.

Schon klar, aber wäre eine gescheite RNP bei IRS ONLY noch machbar? Wenn ich mich recht entsinne, ist GPS als Master noch gar nicht so lange erlaubt und dennoch stützen sich heute Navigationsverfahren, gerade in frequentierten Bereichen darauf.
Beitrag vom 16.06.2024 - 20:22 Uhr
@ ADIRD: ohje, wie sind wir denn damals bloß über den NAT gekommen, als es noch keine GPS-Stützung gab?
Dortx, da liegen Sie ganz weit daneben.
Beitrag vom 16.06.2024 - 13:40 Uhr
GPS Stützung abschalten, mit drei IRS-Anlagen kommt man auch an, egal wie die jammen und spammen.

Die Frage ist dann nur, wo man ankommt. IRS-Plattformen haben einen nicht unerheblichen Drift (gemessen in NM Pro Stunde). Bevor man diesen drastischen Schritt geht, könnte man die Route mit regelmäßigen VOR/DME Stationen wählen, um ein dauerhaftes POS UPDATE zu erhalten und auch in stark frequentierten Bereichen sicher zu navigieren.


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