"Neue Realität"
Vor 4 Tagen

Lufthansa prüft aktuelle Verteilung von Flugzeugen

Lufthansa Airbus A330-300
Lufthansa Airbus A330-300, © Lufthansa

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FRANKFURT - Der Bereichsvorstand der Lufthansa-Kernmarke Lufthansa Airlines will unter weiteren Maßnahmen zur Ergebnissicherung "Flotten- und Flugzeugallokationen" im Kreis der Lufthansa-Flugbetriebe prüfen - und stellt das bisherige Geschäftsmodell zumindest teilweise in Frage.

Kranich im Gegenwind: Lufthansa gerät im Interkontverkehr in die Defensive. Eine einsetzende "Normalisierung im Markt" bei Ticketpreisen und zunehmender "Wettbewerbsdruck" durch IAG auf Nordamerikastrecken stellen die Kernmarke vor größere Probleme.

Lufthansa Airlines Bereichsvorstand Jens Ritter schwört die Mitarbeiter in einem Brandbrief auf eine "neue Realität" ein. Das Schreiben liegt aero.de vor - und hat es in sich.

Kurzfristig will Lufthansa den Gürtel enger schnallen: Sachkostenbudgets werden um 20 Prozent, Marketingbudgets um ein Zehntel beschnitten. In der Verwaltung greift ein "genereller Besetzungsstopp", selbst Praktikanten werden vorerst nicht mehr eingestellt.

Eigene Tagungen und Geschäftsreisen reduziert Lufthansa "auf ein Minimum", Projekte ohne Kunden- oder Produktbezug fallen dem Rotstift zum Opfer.

Zur "Ergebnissicherung" arbeitet Lufthansa laut Ritter zudem an mittelfristig wirkenden Maßnahmen, "wie dem stärkeren Wachstum der City Airlines und dem Überprüfen des generellen Wachstumsplans der AOCs im Lufthansa Airlines Teilkonzern".

"Andere Saisonalität"

Hintergrund ist eine grundlegend veränderte Nachfragestruktur - Lufthansa traut dem Privatkundensegment mehr Dynamik zu als der Geschäftsreisenachfrage. Buchungen von Firmenkunden haben zuletzt enttäuscht.

"Lufthansa war immer auf Geschäftsreisende fokussiert - vom Netz bis hin zu Abflugzeiten", holt Ritter in dem Schreiben aus. "Doch dieses Segment ist nach Corona nicht vollständig zurückgekommen und wird unserer Einschätzung nach auf dem aktuellen, niedrigen Niveau bleiben."

Die Privatkundennachfrage unterliegt "einer anderen Saisonalität als Geschäftsreisen", heißt es in dem Schreiben weiter. "Privatreisende fragen deutlich mehr Flüge im Sommer ab als im Winter. Mit unseren aktuellen Systemen haben wir kaum Möglichkeiten, derartige Schwankungen auszgleichen."

Lufthansa verfügt mit Eurowings und Discover Airlines über Flugbetriebe, die auf der Mittel- und Langstrecke auf Privatkunden getrimmt sind. Diese Plattformen könnten jetzt weiter gestärkt werden. Der Bereichsvorstand prüfe "Flotten- und Flugzeugallokationen im Lufthansa Airlines-System", stellt Ritter klar.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 11.07.2024 13:37

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Beitrag vom 15.07.2024 - 09:25 Uhr
... Das der Markt sich verändert
... langfristig geplanten und umzusetzenden Strategie darauf zu reagieren ...
🤔 in meinen Augen ein Widerspruch. Wie soll man auf Veränderungen mit _langfristigen_ Strategien reagieren?

Sie müssen den gesamten Text, DIESES Abschnitts, in den Kontext des weiter oben von mir geschriebenen (über die ganzen, jahrelangen 'Basteleien an dem Problen') setzen, dann ist es kein Widerspruch.

'Langfristig' beginnt nicht erst jetzt, sondern sehr viel früher.

Siehe die Replik von @FloCo, in der er defacto zugibt, dass die anderen Bündnisse die (kommenden) Probleme viel früher erkannt haben und mit einer konsequenten Strategie ihre Firma 'auf Kurs' gebracht haben.

Sorry, aber jetzt geht es mit Ihnen durch, oder? Was bzw. warum sollte ich in der Position sein hier etwas "defacto zuzugeben"? Habe ich vorher gelogen? Ein Verbrechen begangen?

Sie sollten ihr, wie haben Sie es in der Vergangenheit immer so schön genannt, "LH-Fanboy"-Denke mal etwas zurück fahren. Nicht jeder der nicht alles kiritisch sieht und sich etwas tiefer mit dem Thema auseinandersetzt ist gleich ein "Fanboy", bei dem Sie sich dann dran hochziehen können, dass einer von denen dann etwas schreibt, was in Ihre Argumentation passt.
Beitrag vom 14.07.2024 - 12:51 Uhr
Das sind alles wirklich gute Punkte! Man könnte die wichtigsten "Baustellen" der Lufthansa womöglich wie folgt benennen:
- Das Top-Management tut sich schwer, ein Konzept der Unternehmenspolitik zu entwickeln, das dann auch mal für einige Jahre steht und konsequent implementiert wird. Man ist ständig am Bauen, Umbauen, Abreißen, Neuaufstellen. Natürlich gibt es immer wieder neue Herausfordeurngen des Marktes, die Corona-Pandemie war eine riesige und ihre Spät-Auswirkungen dauern immer noch an, aber die gab und gibt es für die Wettbewerber ja auch und diese haben in ihren Konzernen die Konstanz, die der Lufthansa abgeht. Mit der Inkonstanz ist dann auch permanent Unruhe im Konzern.
Das kann man so nicht sagen.
IAG hat
Level LS und KS eingeführt und teilweise wieder eingestellt
BA hat eine Basis in LGW eingestellt und jetzt wieder aufgemacht

AF hatte Joon eingeführt und wieder eingestellt
Gleiches mit HOP
Jetzt gibt es Transavia France

Das Sammelsurium an eingeführten Töchtern und wieder zusammgestrichen bei SAS bekomme ich aus dem Kopf nicht mehr zusammen

Finnair hat Basen im Ausland eingerichtet und wieder geschlossen

usw.

Jede Airline versucht irgendwie das Korsett der Legacy abzulegen um sich den schnell ändernden Bedingungen anpassen zu können. Das liegt zum Teil an den internen Kulturen und, auch, an den GW. Auch wenn es eine Wiederholung ist, es Teil des Ganzen. Das, so die Beispiele, nicht nur bei LH.

- Man hat sich für die anstehende Erneuerung der Langstreckenflotte sehr auf Boeing verlassen und ist dabei sehr enttäuscht worden. Diese Erfahrung teilt die Lufthansa derzeit allerdings mit allen Boeing-Kunden.
Die vergleichbareren Modelle A350 und B787 sind in etwa pari, in der T7 Klasse gibt es nun mal nur einen Hersteller.
- Man hat sich dann auch noch das Allegris-Malheur eingebrockt und muss damit jetzt einfach umgehen.
Macht man ja auch. Aber was wäreen die Alternativen gewesen? Ein Sitz von der Stange? Das hätte auch wieder Prügel gegeben, weil es nicht genug Premium gewesen wäre und man ja gerne immer mit QRs Q-Suite vergleicht.
Wirklich kritisch ist eigentlich nur Punkt 1 - aber zumindest vom Prinzip her wäre es auch das am einfachsten zu lösende Problem. Das Allegris-Thema hat man jetzt in Angriff genommen, es dauert einfach nur, bis man es abgearbeitet hat. Und bezüglich Boeing: Da müssen die A 340 und B 747-400 eben noch ein paar Jahre durchhalten. Sie sind zwar kostenträchtiger als 787-9 und 777-X, aber man wird mit ihnen die Zeit überbrücken können.

Man sollte als Gegenpol vielleicht auch einfach mal eine Liste der positiven Punkte aufmachen, die FÜR die Lufthansa und ihre Group sprechen. Hier nur ein paar, die einem spontan einfallen:
- Die Lufthansa Group ist der größte Legacy-Carrier-Konzern Europas und neben der Ryanair Group die Nr. 1 in Europa überhaupt und einer der wirklich wichtigen Global Player der Luftfahrtbranche.
- Man dominiert den Luftfahrtmarkt in Mitteleuropa und hat sich mit dem ITA-Deal gerade eine richtig große Chance eröffnet, diese Dominanz noch wesentlich auszubauen.
- Als Konzern schreibt man schwarze Zahlen - und zwar nach wie vor schwarze Zahlen im Milliardenbereich. Das ist natürlich kein Grund, sich darauf auszuruhen, aber Andere in der Branche haben da ganz andere Sorgen und wären froh, nur die der Lufthansa zu haben.
Das ist die Crux hier. Nur LH hat Probleme ;-) alle hausgemacht natürlich. Das die anderen ähnlich bis die gleichen haben, geht mir zu oft völlig unter.
Vielleicht täte mehr positives Denken der Lufthansa gut. - Also: Stärken stärken, nicht Schwächen beklagen und wunde Punkte scheuern.
Das sehe ich so eigentlich nicht, oder besser, wer ist die LH, wer sollte positiver Denken?
Danke für die differenzierte Sichtweise.
Beitrag vom 14.07.2024 - 12:31 Uhr
@Kosmopilot
>> ....
Jetzt will ich fast nochmal nachfragen:

Wieviele AOCs hat denn die LH mittlerweile eigentlich?

Wenn ich das richtig im Kopf habe, dann gibt es alleine für die EW:

EW
EWE für alles was nicht dtl. als Basis hat aus Malta
Germanwings - da fliegt wohl ab und zu immer noch was.

Dann Disco

Swiss und Edelweiss, letztere macht das gleiche wie Disco...

LH Passage
CityLine
City Airlines
Air Dolomiti

LH Cargo
Aerologic

Austrian
Brussels
ITA

Sunexpress als Joint Venture LLC irgendwas zw. Touri Bomber und LCC.

Jetzt sagen sie mir nochmal, ist das wirklcih effzient?
Haben das AF-KLM und IAG auch?

Für mich sieht da schon viel nach Doppelstruktur aus.
IAG:
British Airways
BA CityFlyer
BA EuroFlyer (Gründung 2021 nach Covid und gegen den Widerstand der Gewerkschaften)
Iberia
Iberia Express
Vueling Airlines
Level
Aer Lingus
Aer Lingus UK
British Airways World Cargo
Iberia Cargo

AF-KLM:
Air France
Air France Hop
KLM
KLM Cityhopper

Transavia Airlines
Transavia France
Air France Cargo
KLM Cargo
Martinair (Cargo)


EDIT: KLM Asia (mittlerweile aufgelöst und in KLM integriert)
Danke 🙏


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