Viele Probleme
Älter als 7 Tage  

Block-4-Upgrade der F-35 kommt zwei Jahre später

F-35 Produktion
F-35 Produktion, © Lockheed Martin

Verwandte Themen

WASHINGTON - Die Modernisierung der F-35 hatte für einen Auslieferungsstopp des Stealth-Jets gesorgt, schien aber zwischenzeitlich wieder im Lot zu sein. Doch jetzt stellt der US-Rechnungshof eine erneute Verspätung fest, die es in sich hat. Die Kosten für das Block-4-Upgrade laufen völlig aus dem Ruder.

Die F-35 Lightning II ist zwar das modernste Kampfflugzeug vieler Luftstreitkräfte. Dennoch arbeitet Hersteller Lockheed Martin kontinuierlich an der Verbesserung des Musters. Das größte Projekt ist der neue, Block 4 genannte Standard, der allerdings für viele Probleme sorgt.

Am 3. September hat der US-Bundesrechnungshof einen Bericht zum Stand des F-35-Programms vorgelegt, der zu einem vernichtenden Fazit kommt: Das Upgrade-Vorhaben hat bisher den Kostenrahmen um satte sechs Milliarden Dollar überschritten, und ist um fünf Jahre verspätet im Vergleich zur ursprünglichen Planung.

Auch die anderen Zahlen sind nicht sehr ermutigend: Im vergangenen Jahr lieferte Lockheed Martin 110 Lightnings aus, allesamt später als vorgesehen. Die durchschnittliche Verspätung betrug 238 Tage, im Vorjahr lag der Wert bei nur 61 Tagen.

Schuld war laut dem General Accounting Office (GAO) primär das Technology Refresh 3 (TR-3). Dieses Paket umfasst Änderungen in Soft- sowie Hardware, und steht im Mittelpunkt des Block-4-Standards. Unter anderem wollen die Ingenieure die Rechen- und Speicherleistung erhöhen. Die Bemühungen laufen nun seit sieben Jahren, und das sehr holprig.

Abnahmestopp für F-35

Zuletzt hatten Probleme mit der Software und vor allem deren Erprobung für derartige Verzögerung gesorgt, dass das Pentagon keine neuen Flugzeuge mehr abnahm. Lockheed Martin baute die Jets quasi auf Halde. Ab Juli 2024 übernahm das US-Militär wieder Jets, allerdings mit einem nicht für Kampfeinsätze geeigneten TR-3-Version.

Für jedes Flugzeug behält die Regierung fünf Millionen Dollar ein, bis entsprechende Verbesserungen den Status "Combat Ready" ermöglichen. Mittlerweile soll der neue, integrierte Prozessor einsatzreif sein, aber die Stabilität der Software lässt weiter zu wünschen übrig, wie der Bericht ausführt.

Auch die mangelnde Verfügbarkeit von Teilen beeinflusst die Produktion. So musste Lockheed Martin in diesem Februar zeitweise ganze 52 Flugzeuge aus der Endmontage ziehen und parken, weil Komponenten fehlten. Insgesamt standen mehr als 4.000 Teile auf der Fehlliste. Neben der TR-3-Hardware erweisen sich besonders die von Lockheed selbst gefertigten Vorflügel als Engpass.

Verringerte Fähigkeiten

Um das Projekt besser in den Griff zu bekommen, hat das Department of Defense das Block-4-Upgrade zu einem eigenen Unter-Programm gemacht und aus der allgemeinen F-35-Beschaffung ausgegliedert. Gemäß GAO konnte die Maßnahme im vergangenen Jahr aber keine Erfolge verzeichnen.

Trotz eines verringerten Fähigkeitsumfangs soll das Vorhaben erst 2031 abgeschlossen sein, fünf Jahre später als geplant.

Die letzte Vorhersage nannte noch 2029 als Termin. Zu Beginn des Vorhabens 2018 gingen die Planer noch von 66 Fähigkeitsverbesserungen aus, die 2026 abgeschlossen sein sollten. Wie viele davon nun im abgespeckten Block 4 bleiben, ist noch nicht bekannt. Da auch das Triebwerks-Upgrade verspätet ist, dürften die damit verbundenen Punkte zuerst wegfallen.

Lockheed Martin will die erste einsatzfähige F-35, die über das TR-3-Paket verfügt, voraussichtlich im kommenden Jahr ausliefern - dann mit einer dreijährigen Verspätung.

Flugzeug läuft zu heiß

Ein weiterer Aspekt von Block 4 ist das Temperatur-Management des Flugzeugs, aber auch des F135-Triebwerks. Hier soll Pratt & Whitney für eine bessere Kühlung sorgen beziehungsweise die Leistung verbessern. Aufgrund gestiegener Anforderungen läuft der Antrieb nämlich heißer als geplant, was zu Lasten der Lebensdauer geht.

Das entsprechende Upgrade des Kerntriebwerks kommt jedoch nicht vor 2031. Zudem kämpft das Unternehmen mit Schwierigkeiten in der Produktion und Lieferkette. Die im vergangenen Jahr ausgelieferten 123 Turbofans kamen im Schnitt um 155 Tage zu spät.

Insgesamt schätzt das US-Verteidigungsministerium für die derzeit vorgesehene Beschaffung von 2470 Flugzeugen und die geplante Einsatzzeit von 77 Jahren Betriebskosten von mindestens 1,58 Billionen Dollar – plus 485 Milliarden für die Anschaffung.
© FLUG REVUE - Patrick Hoeveler | Abb.: Lockheed Martin | 07.09.2025 06:49


Kommentare (0) Zur Startseite

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 11/2025

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden