Reiner Militärflughafen?
10:16 Uhr

Bundeswehr prüft Übernahme ziviler Teile am Flughafen Rostock-Laage

Flughafen Rostock-Laage
Terminal bei Nacht, © Flughafen Rostock-Laage

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ROSTOCK - Wird der Flughafen Rostock-Laage bald ein reiner Militärflughafen? Die Bundeswehr prüft zumindest, ob sie vor Ort mehr Platz braucht. Rostocks Oberbürgermeister hofft auf einen Erhalt des zivilen Teils.

Die Bundeswehr prüft die Übernahme auch bislang zivil betriebener Teile des Flughafens Rostock-Laage.

"Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) hat sich im Dezember 2025 mit einem Schreiben an die regionalen Beteiligten sowie an die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewendet", schrieb eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums auf Anfrage.

Man habe die Adressaten "über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt, dass der Erwerb der direkt an den militärischen Flugplatz Laage angrenzenden Grundstücksanteile und baulichen Anlagen/Einrichtungen geprüft wird." Zuvor hatte die "Ostsee-Zeitung" berichtet.

In Laage befindet sich das taktische Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" mit mehr als 900 Soldatinnen und Soldaten. Hauptaufgabe des Luftwaffengeschwaders ist die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe. Mit der Alarmrotte übernimmt das Geschwader regelmäßig zeitlich begrenzt zudem die Aufgabe der Sicherung des deutschen Luftraums.

"Veränderte Sicherheitslage"

Der zivile Teil des Flugplatzes Laage gehört früheren Angaben zufolge dem Bund. Die zivile Mitbenutzung ist demnach vertraglich geregelt.

"Die veränderte Sicherheitslage erfordert einen deutlichen Aufwuchs der Streitkräfte, der insbesondere auch infrastrukturelle Bedarfe" erklärte die Sprecherin. Bundesweit würden zahlreiche Liegenschaften geprüft. "Dies betrifft auch den Fliegerhorst Rostock-Laage." Die entsprechende Prüfung sei "fortgeschritten, zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht abgeschlossen".

Rostocks OB: ziviler Betrieb sollte fortgeführt werden

Rostocks Oberbürgermeistern Eva-Maria Kröger (Linke) erklärte: "Aus unserer Sicht sollte der zivile Betrieb fortgeführt werden. Falls der Bund seine Prüfung mit einem anderen Ergebnis beendet, wäre ein Aus des zivilen Flugbetriebs ein Verlust für die Region Rostock."

Vergangenes Jahr hatte nach eigenen Angaben die Industriebeteiligungsgesellschaft Crisp Partners GmbH den Betrieb des zivilen Teils übernommen. Ira Lauth, Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft, hat nach eigenen Angaben keine Informationen über etwaige Erweiterungspläne der Bundeswehr. Man arbeite gut im operativen Geschäft zusammen.

Mit zusätzlichen Flügen im Programm für 2026 gehe man von einer Steigerung der Passagierzahlen um rund 38 Prozent auf 55.000 Passagiere aus. "Wir sehen hier aktuell auch keinen Widerspruch zu einer möglichen strategischen Weiterentwicklung des militärischen Teils."
© dpa | 20.01.2026 10:16


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