Flug AA5342
11:08 Uhr

NTSB: Midair-Kollision war "zu 100 Prozent" vermeidbar

CRJ700-Wrack
CRJ700-Wrack, © NTSB

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WASHINGTON - Die CRJ700 trennen nur noch wenige Hundert Meter vom Ronald Reagan Airport als sich die Flugbahn mit der einer UH-60 Black Hawk kreuzt - im nächsten Moment sterben 67 Menschen. Nach Einschätzung der US-Untersuchungsbehörde NTSB war die Kollision über dem Potomac River "zu 100 Prozent" vermeidbar.

Flughafen DCA, Washington D.C., 29. Januar 2025: American Airlines 5342 aus Wichita gleitet im Endflug auf Landebahn 33 zu. Um 20:47:40 Uhr zeichnet der Flugschreiber einen TCAS-Alarm im Cockpit auf: "Traffic, Traffic."

18 Sekunden später fliegt eine UH-60 Black Hawk 95 Meter über dem Potomac River seitlich ins Heck der CRJ700. Alle 64 Insassen im Regionaljet und die dreiköpfige Black-Hawk-Crew sterben, die Wracks versinken im Fluss.

American Airlines 5342 markiert das schwerste Flugunglück in den Vereinigten Staaten seit 2009 - und hätte "zu 100 Prozent verhindert werden können", sagte NTSB-Direktorin Jennifer Homendy am Dienstag bei einer öffentlichen Sitzung des NTSB-Boards zu dem Unfall.

Das NTSB kreidet der US-Luftfahrtaufsicht FAA schwere Versäumnisse an. "Wir sollten wütend sein", sagte Homendy. "Wir haben in der Vergangenheit Empfehlungen herausgegeben, die anwendbar waren."

In der Helikopterroute quer durch die Einflugschneise auf den Reagan Airport habe sich am 29. Januar 2025 ein seit Jahren bekanntes Sicherheitsrisiko verwirklicht.

NTSB: FAA schlug Warnungen in den Wind

Laut NTSB spielte sich 2013 ein der Konstellation "unheimlich ähnlicher" Beinaheunfall in der Anflugzone ab. Ein regionaler Supervisor habe bei der FAA 2023 eine Kappung des Verkehrs- und Kontrollaufkommens in dem Bereich beantragt, sei aber abgeblitzt.

Laut Homendy führte die Helikopterroute "im besten Fall 75 Fuß", also rund 23 Meter, am Anflugkorridor auf die zweite Landebahn des Reagan-Flughafens vorbei. Animationen hätten nachgewiesen, dass es für Crews fast unmöglich war, kreuzende Verkehre aus dem Cockpit zu erkennen.

Dabei musste die Flugsicherung auf Angaben der Helikoptercrews zum Verkehrsbild vertrauen. Auch die unfallbeteiligte UH-60 sendete kein ADS-B-Signal. NTSB-Ermittler hatten im Zuge der Ermittlungen zudem auf eine mögliche Fehleranfälligkeit der Höhenmesser im Black Hawk bei Flügen über Gezeitengebiete hingewiesen.

Zum Unfallzeitpunkt herrschte rund um den Flughafen Hochbetrieb - 90 Sekunden vor der Kollision koordinierte der Tower sieben Flugzeuge und fünf Hubschrauber im unmittelbaren Luftraum um den Flughafen und den Bodenbetrieb.

Immer wieder kamen sich Flugzeuge und Helikopter ins Gehege

Ein erster NTSB-Zwischenbericht hatte im März 2025 auf eine bekannte Häufung von Verkehrskonflikten vor dem Reagan Airport hingewiesen.

"Eine vorläufige Analyse hat ergeben, dass (in Flugzeugen) mindestens eine TCAS-Ausweichwarnung pro Monat aufgrund zu naher Hubschrauber ausgelöst wird", teilte das NTSB seinerzeit mit. In "mehr als der Hälfte" dieser Fälle flogen die Hubschrauber oberhalb in diesem Bereich geltender Höhenbeschränkungen.

In der Stichprobe zwischen Oktober 2021 und Dezember 2024 gab es am DCA 944.179 Starts und Landungen. "In dieser Zeitspanne kam es zu 15.214 Vorfällen zwischen kommerziellen Flugzeugen und Hubschraubern, bei denen ein Horizontalabstand von einer Meile und ein Vertikalabstand von 400 Fuß unterschritten wurde", merkte der Bericht an.

In 85 Fällen unterschritten Flugzeuge und Helikopter eine Separierung von 1.500 Fuß horizontal und 200 Fuß vertikal.
© aero.de | Abb.: NTSB | 28.01.2026 11:08


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