Frankfurt oder München
06:09 Uhr
Lufthansa will zeitnah über Drehkreuz-Projekte entscheiden
FRANKFURT - Frankfurt "oder" München: Lufthansa steht laut Konzernchef Carsten Spohr nur "Wochen" vor einer Richtungsentscheidung zu ihren deutschen Drehkreuzen. Nur an einem der beiden Flughafen will Lufthansa Ausbauprojekte mit anschieben - eine Wahl mit Folgen für die nächsten Jahrzehnte.
T-Stiel in München oder T1/T2-Mitbetreiberstatus in Frankfurt: Lufthansa hat an ihren Drehkreuzen die Qual der Wahl.
"Wir haben ein Joint Venture in München mit gemeinsamen Terminal", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Freitag vor Medienvertretern in Frankfurt. "Wir können uns das auch für alle von uns genutzten Terminals in Frankfurt vorstellen."
Lufthansa spricht mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport laut Spohr schon länger über ein Joint Venture bei der anstehenden Zusammenlegung des Terminal 1 und Terminal 2 zu einer großen Spielwiese für Lufthansa- und Star-Alliance-Airlines. Das "Handelsblatt" hatte im Januar 2026 von den Verhandlungen Wind bekommen.
Laut Spohr stocken die Gespräche mit Fraport. "Die Zeit läuft ein bisschen aus", sagte der Manager jetzt in Frankfurt.
Denn Lufthansa werde "eher in Wochen als in Monaten" die Weiche nach Frankfurt oder München stellen. Eine "gemeinsame Infrastrukturentscheidung" werde Lufthansa entweder mit Fraport zu den Terminalumbauten oder mit dem Flughafen München zur Erweiterung des Satelligengebäudes mit dem sogenannten T-Stiel treffen.
Entweder Frankfurt oder München"Für beide (Lösungen) haben wir keinen Bedarf", stellte Spohr klar. Lufthansa werde nur an einem der deutschen Drehkreuze "so stark wachsen, dass wir eine dieser beiden Infrastrukturerweiterungen brauchen". Die Entscheidung für Frankfurt oder München werde Auswirkungen auf die nächsten Jahrzehnte haben.
Lufthansa und der Münchner Flughafenbetreiber FMG unterhalten das T2 in einem 40/60-Joint-Venture, 2019 hatten Lufthansa und Flughafen ein Erweiterungsmodell für den T2-Satelliten skizziert.
Das Satellitengebäude hatte bei der Inbetriebnahme 2016 die T2-Kapazität von 25 auf 36 Millionen Jahrespassagiere erhöht. Ein im rechten Winkel vom T2-Satelliten nach Osten abgehender Ast, der T-Stiel, soll die T2-Kapazität um weitere 10 Millionen Passagiere erweitern.
Lufthansa und FMG hatten das T-Stiel-Projekt 2019 mit einer Absichtserklärung bereits in Angriff genommen, bevor die Pandemie die Planungen 2020 abrupt stoppte.
Inzwischen sprechen die T2-Partner wieder über den T-Stiel. Auf Nachfrage von aero.de hatte der Flughafen München zuletzt bestätigt, "dass das Projekt zur Erweiterung des T-Stiels am Satellitengebäude von der FMG und der Lufthansa wieder aufgenommen wurde".
© aero.de | Abb.: Lufthansa, FMG | 09.03.2026 06:09
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Beitrag vom 09.03.2026 - 17:23 Uhr
Das ist für die LH gar nicht so entscheidend. Das Geschäft der LH ist es, Kunden von A nach B über Frankfurt zu fliegen. Lokale Kunden sind da eher eine kleine Dreingabe.
FRA hat bei 70 Mio Pax/Y nur etwa 16 Mio lokale Passagiere, also je 8 Mio Personen ankommend und abfliegend. Der Großteil des lokalen Catchments fliegt dabei nicht mit LH, sondern mit den Gesellschaften, für die FRA ein Spoke ist.
Die Motivation für eine strategische Festlegung pro FRA würde ich daher eher in finanziellen Aspekten erwarten.
Stimme ich zu, aber in FRA steht nicht ohne Grund ein eigenes First-Class-Terminal (natürlich nutzen es auch Umsteigende PAX, aber es ist an den LH Hubs schon einzigartig). Gerade durch die Wirtschaft vor Ort gibt es genug PAX in First und Business, die doch direkt ab FRA fliegen. Vor dem Hintergrund der Standortfaktoren in Deutschland (Kapazitäten, Slotverfügbarkeit, CO2-Preise, Kosten für Kerosin/Personal/Sicherheit/Landungen/Steuern, Nachtflugverbote, etc.) sehe ich in einer guten intermodalen Erreichbarkeit schon einen deutlichen Vorteil, insbesondere wenn immer mehr innerdeutsche Verbindungen gestrichen werden (es wäre wirklich fahrlässig, das ohne Alternative fallen zu lassen; siehe auch BA in LHR, kaum noch innerbritische Verbindungen zu kleineren Städten, KLM ist eingesprungen und hat den ganzen Markt an AMS angebunden).
Ja, das dürfte insgesamt eine "Perspektive" über 20 Jahre sein, selbst wenn man mal davon ausgeht, dass die T3 Einführung und die Migration T1/2 nach T3 für einige Airlines auch so klappt wie geplant...
Zudem erstaunt mich diese diese Meldung nicht zuletzt deswegen, weil die letzten Wortmeldung der LH zu Fraport ( teuer, schlecht, langsam, ... ) eher so klang, als wäre LH auf dem Absprung...
Ja, das war lange so. Nach der Satelliteneröffnung ist LH allmählich zum MUC "bashing" übergegangen und hat eher FRA gelobt, wenn ich mich recht erinnere. Es ist eben das alte Spiel, jetzt gehts wieder von vorne los ????
Ein Masterplan für die Terminals im Norden wäre definitiv spannend. Zuletzt sollte in T1 ja die Sicherheitskontrolle vorverlegt werden, das würde deutlich einfachere Umstiege zu Fuß ermöglichen und auch die bisherige Skyline-Bahn in ihrem Betriebsformat ändern. T2 würde sich mit den großzügigen Vorfeldpositionen ideal für Interkont eignen, das Terminallayout müsste sich aber für Umsteigeverkehr ändern (keine lokalen Sicherheitskontrollen am Gate mehr, Trennung von ankommenden und abfliegenden Passagieren, etc.). Weitere Infos zu den genauen Planungen wären echt interessant.
Beitrag vom 09.03.2026 - 16:41 Uhr
Moin,
ich denke auch, dass ist Angstmache und Druck für FRAPORT. Dafür wird München immer gern genutzt und es zahlt sich für München oftmals aus.
Aber wachsen wird man trotzdem eher in Frankfurt, da mit der ICE-Verbindung das Paket einfach stimmiger aus.
Das Umfeld in Frankfurt, welches in 2-3h mit dem Auto/Zug erreichbar ist, ist ungleich höher, als das Umfeld in München.
Beitrag vom 09.03.2026 - 16:29 Uhr
Frankfurt ist besser innerhalb Deutschlands gelegen, deutlich besser erschlossen (ICE-Bahnhof, viele haltende Linien, A3 und A5 sowie auch aus dem Zentrum Frankfurts als Finzanzmetropole in 15min erreichbar)
Das ist für die LH gar nicht so entscheidend. Das Geschäft der LH ist es, Kunden von A nach B über Frankfurt zu fliegen. Lokale Kunden sind da eher eine kleine Dreingabe.
FRA hat bei 70 Mio Pax/Y nur etwa 16 Mio lokale Passagiere, also je 8 Mio Personen ankommend und abfliegend. Der Großteil des lokalen Catchments fliegt dabei nicht mit LH, sondern mit den Gesellschaften, für die FRA ein Spoke ist.
Die Motivation für eine strategische Festlegung pro FRA würde ich daher eher in finanziellen Aspekten erwarten.
Mit der Nutzung von T2 und dem Lückenschluss zu T1 (hoffentlich auch die Modernisierung der Flugsteige B und C) hat man eine sehr klare Perspektive
Ja, das dürfte insgesamt eine "Perspektive" über 20 Jahre sein, selbst wenn man mal davon ausgeht, dass die T3 Einführung und die Migration T1/2 nach T3 für einige Airlines auch so klappt wie geplant...
Zudem erstaunt mich diese diese Meldung nicht zuletzt deswegen, weil die letzten Wortmeldung der LH zu Fraport ( teuer, schlecht, langsam, ... ) eher so klang, als wäre LH auf dem Absprung...
Dieser Beitrag wurde am 09.03.2026 16:34 Uhr bearbeitet.
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Das ist für die LH gar nicht so entscheidend. Das Geschäft der LH ist es, Kunden von A nach B über Frankfurt zu fliegen. Lokale Kunden sind da eher eine kleine Dreingabe.
FRA hat bei 70 Mio Pax/Y nur etwa 16 Mio lokale Passagiere, also je 8 Mio Personen ankommend und abfliegend. Der Großteil des lokalen Catchments fliegt dabei nicht mit LH, sondern mit den Gesellschaften, für die FRA ein Spoke ist.
Die Motivation für eine strategische Festlegung pro FRA würde ich daher eher in finanziellen Aspekten erwarten.
Stimme ich zu, aber in FRA steht nicht ohne Grund ein eigenes First-Class-Terminal (natürlich nutzen es auch Umsteigende PAX, aber es ist an den LH Hubs schon einzigartig). Gerade durch die Wirtschaft vor Ort gibt es genug PAX in First und Business, die doch direkt ab FRA fliegen. Vor dem Hintergrund der Standortfaktoren in Deutschland (Kapazitäten, Slotverfügbarkeit, CO2-Preise, Kosten für Kerosin/Personal/Sicherheit/Landungen/Steuern, Nachtflugverbote, etc.) sehe ich in einer guten intermodalen Erreichbarkeit schon einen deutlichen Vorteil, insbesondere wenn immer mehr innerdeutsche Verbindungen gestrichen werden (es wäre wirklich fahrlässig, das ohne Alternative fallen zu lassen; siehe auch BA in LHR, kaum noch innerbritische Verbindungen zu kleineren Städten, KLM ist eingesprungen und hat den ganzen Markt an AMS angebunden).
Ja, das dürfte insgesamt eine "Perspektive" über 20 Jahre sein, selbst wenn man mal davon ausgeht, dass die T3 Einführung und die Migration T1/2 nach T3 für einige Airlines auch so klappt wie geplant...
Zudem erstaunt mich diese diese Meldung nicht zuletzt deswegen, weil die letzten Wortmeldung der LH zu Fraport ( teuer, schlecht, langsam, ... ) eher so klang, als wäre LH auf dem Absprung...
Ja, das war lange so. Nach der Satelliteneröffnung ist LH allmählich zum MUC "bashing" übergegangen und hat eher FRA gelobt, wenn ich mich recht erinnere. Es ist eben das alte Spiel, jetzt gehts wieder von vorne los ????
Ein Masterplan für die Terminals im Norden wäre definitiv spannend. Zuletzt sollte in T1 ja die Sicherheitskontrolle vorverlegt werden, das würde deutlich einfachere Umstiege zu Fuß ermöglichen und auch die bisherige Skyline-Bahn in ihrem Betriebsformat ändern. T2 würde sich mit den großzügigen Vorfeldpositionen ideal für Interkont eignen, das Terminallayout müsste sich aber für Umsteigeverkehr ändern (keine lokalen Sicherheitskontrollen am Gate mehr, Trennung von ankommenden und abfliegenden Passagieren, etc.). Weitere Infos zu den genauen Planungen wären echt interessant.
ich denke auch, dass ist Angstmache und Druck für FRAPORT. Dafür wird München immer gern genutzt und es zahlt sich für München oftmals aus.
Aber wachsen wird man trotzdem eher in Frankfurt, da mit der ICE-Verbindung das Paket einfach stimmiger aus.
Das Umfeld in Frankfurt, welches in 2-3h mit dem Auto/Zug erreichbar ist, ist ungleich höher, als das Umfeld in München.
Das ist für die LH gar nicht so entscheidend. Das Geschäft der LH ist es, Kunden von A nach B über Frankfurt zu fliegen. Lokale Kunden sind da eher eine kleine Dreingabe.
FRA hat bei 70 Mio Pax/Y nur etwa 16 Mio lokale Passagiere, also je 8 Mio Personen ankommend und abfliegend. Der Großteil des lokalen Catchments fliegt dabei nicht mit LH, sondern mit den Gesellschaften, für die FRA ein Spoke ist.
Die Motivation für eine strategische Festlegung pro FRA würde ich daher eher in finanziellen Aspekten erwarten.
Mit der Nutzung von T2 und dem Lückenschluss zu T1 (hoffentlich auch die Modernisierung der Flugsteige B und C) hat man eine sehr klare Perspektive
Ja, das dürfte insgesamt eine "Perspektive" über 20 Jahre sein, selbst wenn man mal davon ausgeht, dass die T3 Einführung und die Migration T1/2 nach T3 für einige Airlines auch so klappt wie geplant...
Zudem erstaunt mich diese diese Meldung nicht zuletzt deswegen, weil die letzten Wortmeldung der LH zu Fraport ( teuer, schlecht, langsam, ... ) eher so klang, als wäre LH auf dem Absprung...
Dieser Beitrag wurde am 09.03.2026 16:34 Uhr bearbeitet.