787-Gateunfall bei Lufthansa
Gestern, 16:45 Uhr

BFU: Sicherungsstift für Fahrwerk war nicht gesetzt

BFU-Ermittler an der D-ABPQ
BFU-Ermittler an der D-ABPQ, © BFU

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FRANKFURT - Bei der Panne eines Lufthansa-Dreamliners am Frankfurter Flughafen Anfang Juni ist der Verriegelungsstift für das Bugfahrwerk nicht eingesteckt gewesen. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hervor.

Der Pin sei nach dem Vorfall in einer Aufbewahrungskiste gefunden worden. In dem BFU-Bericht (PDF) ist zudem von deutlich mehr Verletzten die Rede als bisher bekannt. Demnach wurden zwei Menschen schwer und 21 Menschen leicht verletzt. Lufthansa hatte kurz nach dem Vorfall von fünf Verletzten gesprochen.

Anfang Juni war auf einer Parkposition unerwartet das Bugfahrwerk der Boeing 787-9 D-ABPQ eingeklappt. Bei dem Vorfall stand die Maschine mit der Flugnummer LH450 an Einstiegsposition A15 vor dem Terminal 1.

Sie sollte nach Los Angeles fliegen. Zu diesem Zeitpunkt waren nur Mitarbeiter an Bord, die Fluggäste warteten auf das Boarding.

Nach Angaben der BFU gingen an dem Morgen 13 Mitglieder der Besatzung an Bord, zudem seien bereits 13 Mitarbeiter der Bodenabfertigungsdienste im Flugzeug gewesen. Auf den Pilotensitzen seien zwei Techniker gewesen.

Hebel auf "Up" schickt 787 aufs Kinn

Diese "waren gerade dabei, einen Test durchzuführen, um eine offene Beanstandung an der Steuerung der Hauptfahrwerkstüren zurückzustellen". Nach Informationen von aero.de war ein entsprechender Fehlerbericht am Vorabend für das Flugzeug hinterlegt worden: "MLG DOOR NORM CLOSE SOL L WITH MM: ..."

Im Verlauf dieses Tests sollte demnach Fahrwerkshebel auf die Position "UP" gesetzt werden, heißt es in dem Zwischenbericht.

Unmittelbar danach sei das Bugfahrwerk eingefahren und das Luftfahrzeug sei mit dem vorderen Rumpf auf dem Boden aufgeschlagen - genau das soll der Pin verhindern. "Die Cockpittür schlug nach dem Aufprall zu", teilte die BFU mit. "Gleichzeitig fiel die Stromversorgung aus und die Beleuchtung im Flugzeug erlosch."

Lufthansa untersucht Schäden an 787-9

Die BFU weist darauf hin, dass im Zwischenbericht keine Unfallursache genannt wird. Die Untersuchungen dazu dauerten noch an. Lufthansa begutachtet aktuell die Schäden an der 787-9, die erst seit Anfang 2026 im Netz unterwegs ist. Eine "gesicherte Information" zur Instandsetzung lag Anfang Juli laut Lufthansa noch nicht vor. 

Der BFU-Bericht nennt "Rumpfschäden im Bereich der vorderen Frachttür" und einen "verbogenen Türmechanismus".

Der nicht gesetzt Bugfahrwerks-Pin wurde laut BFU in der "Aufbewahrungskiste für die Verriegelungs-Stifte der Fahrwerke" in einem Compartment unterhalb des Cockpits gefunden, in dem die Stifte aufbewahrt werden.

Der fehlende Stift fiel demnach noch an der Unfallstelle auf. Nachdem das 60.000 Kilogramm Kraftstoff enttankt und das Flugzeug mit Luftkissen angeboben wurde, stellten Ermittler fest, "dass der Verriegelungs-Stift für das Bugfahrwerk nicht in die vorgesehene Bohrung eingesteckt war" und sich auch nicht im Bereich des Bugfahrwerkes befand."

Bei British Airways hatte es vor fünf Jahren einen ähnlichen Vorfall bei einem Fahrwerkstest in London gegeben: Hier wurde der Sicherungspin zwar nicht vergessen, aber falsch gesetzt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: BFU, Lufthansa | 09.07.2026 13:09

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Beitrag vom 09.07.2026 - 20:19 Uhr
Dann hoffen wir mal das die Selbsternannten Spezialisten welche bei der ersten Meldung gleich mal auf Boeing rumgehackt haben auch die Eier haben um hier mal zuzugeben das sie falsch lagen.
Beitrag vom 09.07.2026 - 18:59 Uhr
Ein Techniker steht neben dem Bugfahrwerk. Die "Remove before flight" Fahne ist eigentlich recht auffällig und die hat gefehlt. Aber bei allen Maßnahmen lässt sich der Faktor "Mensch" eben doch nicht ausschalten.
Beitrag vom 09.07.2026 - 16:08 Uhr
Das der Pin nicht eingesetzt war überrascht jetzt aber nicht wirklich, jedenfalls nicht mich. Das ist ja eine Tatsache, die bereits zum Zeitpunkt des Unfalls bekannt war...


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