Aerodata AeroForce X
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Neue Aufklärungsdrohne soll Schutz vor Bedrohung verbessern

Aerodata AeroForce X
Aerodata AeroForce X, © Aerodata

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STRAUSBERG - Zum Schutz kritischer Infrastruktur vor wachsender Bedrohung und zur Überwachung von Ost- und Nordsee will das Luftfahrtunternehmen Aerodata aus Braunschweig eine neue Aufklärungsdrohne liefern. Laut Unternehmen gibt es dazu auch Gespräche mit der Bundeswehr.

Mit der unbemannten Drohne lasse sich etwa erkennen, ob ein verdächtiges Schiff sein Ortungssignal manipuliert habe oder Unterseekabel in der Nord- und Ostsee im Visier von Angreifern seien, sagte der Aerodata-Vorstandsvorsitzende Neset Tükenmez.

Erstmals wurde der Prototyp der neuen Aufklärungsdrohne mit einer Spannweite von rund 26 Metern am Luftfahrtstandort Strausberg rund 40 Kilometer von Berlin entfernt vorgestellt. Auch die Ministerpräsidenten aus Brandenburg und Niedersachsen waren dabei.

In Deutschland wird derzeit über einen verstärkten Schutz kritischer Infrastruktur und die Abwehr von Sabotage- und Spionageversuchen diskutiert. Vor zwei Wochen war am Flughafen Leipzig/Halle eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden.

Erster Flug im Oktober geplant

Mit dem unbemannten Luftfahrzeug mit dem Namen AeroForce X könnte die Bundeswehr etwa Nord- und Ostsee permanent überwachen und vor hybriden Bedrohungen schützen, teilte die Aerodata AG mit Sitz in Braunschweig mit. Der erste Flug der Aufklärungsdrohne, die in Strausberg gefertigt wurde, sei im Oktober geplant - zur Erprobung dann noch bemannt mit einem Piloten.

Eine Serienfertigung werde 2029 angepeilt, sagte Thomas Krüger, der bei Aerodata für Forschungs- und Entwicklungsthemen zuständig ist. Angesichts der aktuellen Bedrohung sei die Geschwindigkeit das A und O, sagte Vorstandschef Tükenmez. Küstenwachen und die Luftwaffe können solche Drohnen laut dem Unternehmen einsetzen.

Woidke: In der Abwehr von Bedrohungen besser werden

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte bei der Vorstellung des Prototyps in Strausberg, Deutschland müsse bei der Abwehr von Gefahren für die kritische Infrastruktur dringend besser werden. Zudem sei es eine Frage der Souveränität, hier auf Technologien aus Deutschland zu setzen und nicht von anderen Staaten abhängig zu sein.

Die Ingenieursleistung sei ein Zeichen für echte Innovationskraft, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). "Wir sind Luftfahrtland in Deutschland."

Bundeswehr nutzt israelische Drohne

Die Aufklärungsdrohne von Aerodata kann laut Unternehmen sehr weit und sehr hoch fliegen - bis zu 40.000 Fuß das sind etwa 12,2 Kilometer. Das Fluggerät aus Kohlefaser ist mit Sensoren ausgestattet und arbeitet auch mit Künstlicher Intelligenz.

Die Bundeswehr nutzt bisher die in Israel hergestellte Drohne Heron und überwacht mit dem System etwa Küstengewässer.

Hybride Bedrohungen bezeichnen nach Darstellung deutscher Sicherheitsbehörden koordinierte, illegitime Handlungen staatlicher und staatlich gelenkter Akteure zur Durchsetzung eigener Interessen zum Nachteil eines anderen Staates.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Aerodata | 19.08.2026 14:41

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Beitrag vom 23.08.2026 - 13:40 Uhr
Ja, Aerodata ist spät dran und angesichts der Zulassungswege ist da auch wohl auch nichts schneller machbar. Das Ziel Deutsche/Europäische Souveränität im (unbemannten) Flugzeugbau ist absolut erstrebenswert! Wie schnell uns andere Länder den Rücken kehren oder benachteiligen können, können wir uns mittlerweile schmerzhaft vorstellen.
In dem Artikel scheint das mit der kleinen Drohne am Leipziger Flughafen reingerutscht zu sein. Dafür gibt es andere, bodengestützte Systeme in der Entwicklung. Aerodata ist (neben der Flugvermessung – da sind sie Weltmarktführer) Spezialist für die maritime Überwachung und liefert weltweit (bemannte) Überwachungsflugzeuge mit eigenem Missionsmanagement-System. Das ist eine gute Grundlage um auf eine unbemannte Plattform aufzusetzen.
Beitrag vom 19.08.2026 - 19:22 Uhr
Ministerpräsidenten haben also Zeit für die Präsentationsparty eines Prototypen, der noch nicht mal geflogen ist. Lassen sich jetzt Bundesländer schon in Teilzeit führen?
Treffend formuliert !

So wie vor einigen Jahren der E-Antrieb zu massenhaften Startups führte, meistens nur Geldverbrenner, schießen jetzt die Drohnen und Antidrohnen über die RWY, obwohl sie meist gerade erst die Blaupause hinter sich haben. Wenn man den aktuellen Vorfall in Leipzig als Benchmark sieht, so wäre doch die Frage wie
denn dieser AeroForce X aus 40.000 ft den Anflug einer Drohne im very low profil überhaupt detektieren kann. Das schon LFZ Maße aufweisende Fluggerät ist insoweit überflüssig, als es bereits zur oberen Luftraumüberwachung ausreichend militärische surveillance Flugzeuge gibt. Es handelt sich wohl mal wieder um ein Ministerpräsidentenprojekt. Zudem ist die Kompetenz von Aerodata, in Braunschweig, die Luftfahrtmesstechnik, wie wollen die fachlich überhaupt so ein Produktionsprojekt stemmen.
Beitrag vom 19.08.2026 - 17:05 Uhr
Ministerpräsidenten haben also Zeit für die Präsentationsparty eines Prototypen, der noch nicht mal geflogen ist. Lassen sich jetzt Bundesländer schon in Teilzeit führen?

Eine Serienfertigung ist erst für 2029 geplant. Mehr als drei volle Jahre. Kaum noch verständlich, aber was, wenn Putin nicht so lange wartet?

Die in der Ukraine rechnen im Monatstakt und haben ganz andere Probleme als Feinschliff-Optimierungen und Einhaltung von Zulassungsprozeduren. Oder muss für die fabelhafte Elektronik erst noch Grundlagenforschung betrieben werden?

Die Erprobung wird bemannt erfolgen. Ein seltsames Konzept. Traut man der eigenen Steuerungstechnik nicht über den Weg oder wieso baut man in ein neues Objekt Eigenschaften ein, auf die man fortschrittshalber gerne verzichten will?

Vielleicht wären ein paar Steuereuro für so ein modifiziertes Segelflugzeug bei den Akafliegern besser angelegt gewesen?


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