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Lufthansa und Vereinigung Cockpit gehen in Schlichtungen und eine Mediation - Konzern und Gewerkschaft suchen mit reichlich externer Hilfe einen Neuanfang in den zuletzt belasteten Tarifbeziehungen. Parallel zu Vorgesprächen mit Lufthansa fragte Cockpit unter ihren Mitgliedern die Großwetterlage ab.
"Die Stimmung unter den Pilotinnen und Piloten der Lufthansa Group verschlechtert sich zunehmend", meldet die Vereinigung Cockpit am Donnerstag gestützt auf eine von der Gewerkschaft in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage.
"Obwohl sich zwei Drittel der Beschäftigten mit ihrer aktuellen beruflichen Situation grundsätzlich zufrieden zeigen, blickt fast jede und jeder Zweite (47 Prozent) mit Sorge auf die Entwicklung der vergangenen Jahre und spricht von einer Verschlechterung der eigenen beruflichen Situation", teilte die Gewerkschaft mit.
Nur noch 24 Prozent würden den Beruf des Piloten heute weiterempfehlen, während zwei Drittel eher davon abrieten.
"Wenn nur noch jeder vierte Pilot den eigenen Beruf weiterempfehlen würde, ist das ein Warnsignal - nicht nur für Lufthansa, sondern für die gesamte Branche", sagte Oliver Löwe, Vorstand der Vereinigung Cockpit.
Die "repräsentative Mitgliederbefragung", die Forsa unter VC-Mitgliedern bei Lufthansa Airlines, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings durchgeführt hat, sollte Aufschluss darüber geben, wie Pilotinnen und Piloten ihre aktuelle berufliche Situation bewerten und welche tarifpolitischen Themen für sie derzeit besonders wichtig sind.
Kritik an Zeitpunkt und Kosten
An der Online-Befragung, die im Juni und Juli 2026 stattfand, nahmen nach Gewerkschaftsangaben rund 2.700 Mitglieder teil. Nach Informationen von aero.de gab es in Teilen der Lufthansa-Pilotenschaft Kritik an Zeitpunkt, Themenkreisen und Kosten der Umfrage. Letztere sollen im niedrigen fünfstelligen Bereich gelegen haben.
"Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Belegschaft, die sich zunehmend um ihre berufliche Zukunft sorgt", sagte Löwe. Lediglich 27 Prozent sehen in den vergangenen Jahren demnach Verbesserungen.
Aber: Besonders jüngere Pilotinnen und Piloten unter 35 Jahren bewerten der Umfrage zufolge ihre Entwicklung positiver, während Beschäftigte ab 45 Jahren überwiegend von einer Verschlechterung sprechen.
Als wichtigste Ursachen für Unzufriedenheit gaben die Befragten laut Cockpit "mangelnde Wertschätzung, fehlendes Vertrauen und einen respektlosen Umgang durch das Management" an, erklärte Cockpit in einer Mitteilung. "Hinzu kommen Kritik an den Arbeitsbedingungen und der Dienstplangestaltung."
"Die Befragung zeigt sehr deutlich, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht in erster Linie über einzelne Tarifbestandteile sprechen. Sie wünschen sich vor allem Sicherheit, Respekt und Wertschätzung seitens der Konzernführung", so Löwe.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 20.08.2026 12:59







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