Flugzeugbau
06:25 Uhr

Warum sich Airbus wieder mit einer A350-2000 befasst

Airbus A350-1000
Airbus A350-1000, © Airbus

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SEATTLE - Die 777-9-Verkäufe ziehen vor dem Lieferstart 2027 an. Dank zuletzt starker Auftragseingänge in seinen Großraumserien setzt sich Boeing im margenstarken Langstreckensegment wieder klar von Airbus ab. Kann eine A350-2000 den Abstand zwischen den Herstellern wieder verkleinern?

Im Single-Aisle-Geschäft sind die Kräfteverhältnisse klar geregelt: Airbus A320neo und A321neo stehen bei Fluggesellschaften und Leasingfirmen höher im Kurs als Boeing 737 MAX.

Zwischenzeitlich konnte Airbus auch im Großraumsegment den Abstand zu Boeing verkleinern. Seit 2025 geht die Schere aber wieder auf: Boeing hält Airbus mit 62 zu 38 Prozent Marktanteil im aktuellen Auftragsbestand für Großraumflugzeuge wieder auf Distanz.

Über den Trend berichtete zunächst "Leeham News": Der US-Konzern hat seit Anfang 2025 insgesamt 706 Neuaufträge in den Modellserien 787 und 777X eingefahren - 293 787-9, 217 787-10 und 196 777X verkauft. Nur knapp die Hälfte der Neuaufträge im 777X-Programm seit 2025 entfällt auf die Golfregion.

Airbus hat von seinem wichtigsten Langstreckenflugzeug A350 seit Anfang 2025 exakt 265 Exemplare abgesetzt. Die A330neo hat sich im gleichen Zeitraum 167 Mal verkauft.

Airbus will zurück in den 400-Sitze-Klasse

Den 400-Sitzer Markt hat Boeing mit der 777X mit über 700 verkauften Einheiten vor dem 2027 erwarteten Lieferstart für sich. Airbus besetzt das Segment seit Einstellung der A380-Neuproduktion vor fünf Jahren nicht mehr. 

Das aktuelle Airbus-Topmodell ist hier keine echte Alternative. Den knapp 200 seit Anfang 2025 verkauften 777X stehen 88 Neuaufträge für die A350-1000 gegenüber. Mit einer neuen Langversion, der "A350-1100" oder "A350-2000", will Airbus nachziehen.

"Wir befassen uns mit einer gestreckten A350-Variante, die länger als die A350-1000 wird", sagte der Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte Lars Wagner im Juli 2026 auf einer Investorenveranstaltung am Frande der Farnborough Airshow. Mit einem echten 380-Sitzer würde Airbus eng zur Boeing 777-9 aufschließen.

Airbus plant mit A350 höhere Stückzahlen

Laut Wagner setzt die Strategie zwingend einen Produktionsausbau voraus. "Wir müssen in der Lage sein, Kunden frühe Slots anzubieten", sagte Wagner. Derzeit stemmt das "Ökosystem" aus Airbus und Zulieferern "zwischen acht und neun" A350 pro Monat. Ein Hochlauf auf einen 12er-Takt ist gesetzt - und nur ein Etappenziel.

Airbus werde in Zukunft noch "deutlich" über diese Rate hinausgehen. "Es werden aber auch keine 20 (Flugzeuge pro Monat, Red.) werden", sagte Wagner. Der Manager will über den Produktionsausbau noch im Jahresverlauf im Konzernvorstand beraten.
© aero.de | Abb.: Airbus | 01.09.2026 06:25


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