Neue Variante mit 242 Tonnen MTWO
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Airbus: Erste A330 mit erhöhter Startmasse

TOULOUSE - Airbus hat in Toulouse die Fertigung einer neuen A330-Version mit einer auf 242 Tonnen erhöhten maximalen Startmasse begonnen. Diese auch aerodynamisch optimierte Version schafft Langstrecken bis zu 13 Stunden.

Das erste Flugzeug befinde sich derzeit in der Strukturmontage, an die sich die Phase der Kabinenintegration anschließen werde, teilte Airbus am Donnerstag mit. Danach folge die Flugerprobung mit dem Ziel der Zulassung der neuen Variante.

Ein zweites Flugzeug werde parallel dazu montiert. Dieses solle im zweiten Quartal 2015 bei Delta Air Lines, dem Erstkunden für die neue 242-Tonnen-Variante, in Dienst gestellt werden.

Airbus A330-300
Auf der Airbus-Endmontagestation 35 in Toulouse wird derzeit die erste A330-300 mit auf 242 Tonnen erhöhter Startmasse für Delta Air Lines gebaut., © Airbus

Zu den technischen Änderungen, die den Kerosinverbrauch um zwei Prozent verbessern, gehört ein ganzes Maßnahmenpaket:

  • ein aktivierter Rumpftank in der Flügelwurzel
  • innere Vorflügel mit optimiertem Profil
  • strömungsgünstig verkürzte Verkleidungen der Landeklappenantriebe
  • Verbrauchsverbesserungen der Triebwerke
  • eine elektronische Böenlastkonstrolle

Letzere verhindert durch automatische Ruderausschläge, dass der Flügel bei Turbulenzen oder extremen Manövern strukturell überlastet wird. Deshalb kann ein für ein ursprünglich leichteres Flugzeug berechneter Flügel ohne strukturelle Verstärkungen, die Gewicht und Verbrauch hochtreiben würden, weiterverwendet werden.

"Ich bin sehr stolz, die erste A330 mit 242 Tonnen Startgewicht nur zwei Jahre nach dem Programmstart bereits in der Endmontage zu sehen", sagte Patrick Piedrafita, Leiter des A330-Programms bei Airbus. "Als Ausgangsmodell für die künftige A330neo stellt diese neueste, optimierte Variante in unserer erfolgreichen A330-Familie ein konkretes Beispiel für die Airbus-Strategie der inkrementellen Innovation dar. Betreiber der neuen 242-Tonnen-A330 werden zusätzliche Nutzlast auf längeren Routen transportieren können und dabei eine sehr hohe Betriebszuverlässigkeit von 99,4 Prozent verzeichnen."

Bis zu 15 Stunden in der Luft sind möglich


Dank eines Aerodynamikpakets, das den Luftwiderstand des Flugzeugs verringert, und neuesten Verbesserungen bei den Triebwerken bietet die A330 mit 242 Tonnen Startgewicht bis zu 500 nautische Meilen (926 Kilometer) mehr Reichweite bei einem um bis zu zwei Prozent reduzierten Treibstoffverbrauch.

Die 242-Tonnen-Variante der langen A330-300 kann Flüge von bis zu 13 Stunden Dauer absolvieren, die schwere Variante der kürzeren A330-200 schafft sogar Flüge bis 15 Stunden Dauer. Zehn Kunden aus der ganzen Welt haben sich seit dem Programmstart der 242-Tonnen-Variante im November 2012 bereits für diese Option mit erhöhter Startmasse entschieden.

Airbus A330-300
Airbus A330-300 mit 242 Tonnen MTWO, © Airbus

Die A330-Familie umfasst auch Fracht-, VIP- und militärische Mehrzweckvarianten (Tanker und Transporter). Sie konnte bisher mehr als 1.300 Bestellungen für sich gewinnen. Über 1.100 Flugzeuge dieser Familie fliegen heute bei mehr als 100 Betreibern weltweit.

Neben den Varianten mit einer gesteigerten Startmasse von 242 Tonnen (erhältlich sowohl für die A330-200 als auch für die A330-300) sind dies eine speziell optimierte A330 für Inlands- und Regionalverbindungen sowie die A330neo.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Airbus | 06.11.2014 11:30

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Beitrag vom 07.11.2014 - 08:50 Uhr
Ich denke, man wird damit streckenmäßig zur inzwischen ja (leider) historischen A340 aufschließen können. Es gibt genug Routen, auf denen die A330 bislang nicht genug Reichweite hat - zum Beispiel Strecken von Europa in den Süden Südamerikas. Und auch Strecken vom Nahen Osten in die USA sind nicht von schlechten Eltern. Von Kairo oder Tel Aviv nach Los Angeles dürfte momentan eine A330 überfordern, mit den neuen könnte es denn möglich sein.

Man darf dabei nicht vergessen, dass die A330 ursprünglich mal für Mittelstrecken und kurze Langstrecken konstruiert worden ist.

Nahost in USA sind über 12.000km, ein A330-300 schafft das auch mit der höheren Nutzlast nicht. Der A332 könnte es schaffen, allerdings blieben kaum reserven (zudem wird der A332 ja eh kaum noch bestellt).
Beitrag vom 07.11.2014 - 00:04 Uhr
Weiß jemand, in wie fern die Tanks in den Flügelwurzeln "aktiviert" sind?

Edit: Und gibt es schon Bestellungen für die Regional-A330?

Dieser Beitrag wurde am 07.11.2014 00:07 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.11.2014 - 23:12 Uhr
Ich denke, man wird damit streckenmäßig zur inzwischen ja (leider) historischen A340 aufschließen können. Es gibt genug Routen, auf denen die A330 bislang nicht genug Reichweite hat - zum Beispiel Strecken von Europa in den Süden Südamerikas. Und auch Strecken vom Nahen Osten in die USA sind nicht von schlechten Eltern. Von Kairo oder Tel Aviv nach Los Angeles dürfte momentan eine A330 überfordern, mit den neuen könnte es denn möglich sein.

Man darf dabei nicht vergessen, dass die A330 ursprünglich mal für Mittelstrecken und kurze Langstrecken konstruiert worden ist.


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