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Lufthansa räumt Probleme mit kontaminierter Kabinenluft bei A380 ein

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Lufthansa A380 zu Gast in Wien, © Ingo Lang, edition airside

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FRANKFURT - Angesichts von Problemen mit verschmutzter Kabinenluft lässt die Lufthansa ein Analysegerät zur Messung möglicher Schadstoffe in der Kabine entwickeln. Damit sei ein Fraunhofer-Institut beauftragt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des «Spiegel» (Montag). Unterdessen räumt die Lufthansa Probleme mit belasteter Kabinenluft im Airbus A380 ein, die den Konzern seit rund einem Jahr beschäftigen.

Zudem wurden in Antriebsaggregaten von Triebwerken gemeinsam mit dem Hersteller Rolls-Royce bereits spezielle Bleche eingezogen. Sie sollen verhindern, dass austretendes Öl über Ansaugstutzen in die Kabinenluft gelangt. Bis alle Maschinen damit ausgestattet sind, kontrollieren den Angaben zufolge Techniker, ob Öl ausgetreten ist und reinigen das Ganze gegebenenfalls manuell.

«Diese Dinge sind Belege dafür, dass wir es erst nehmen», sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Insgesamt gehe es aber um minimale Mengen von Öl. Die Maßnahmen liefen schon länger und seien keine Reaktion auf die am Freitag bekanntgewordenen Vorfälle bei Germanwings. Am Freitag berichtete die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), dass 2010 ein Airbus von Germanwings bei der Landung in Köln nur knapp einer Katastrophe entgangen sei, weil beide Besatzungsmitglieder kontaminierte Kabinenluft eingeatmet und Vergiftungserscheinungen gezeigt hätten.

Nach Angaben von Sprecher Lamberty soll nach dem Willen der Lufthansa künftig zudem sicherheitshalber beim Anlassen der Triebwerke vorübergehend keine sogenannte Zapfluft aus dem Triebwerk entnommen werden. Auch dies solle dazu beitragen, dass möglicherweise auftretende Ölreste nicht in die Kabine gelangten. Hier warte das Unternehmen noch auf grünes Licht vom Luftfahrt-Bundesamt und dem Hersteller.

Lufthansa räumt Probleme mit belasteter Kabinenluft ein

In der «Welt am Sonntag» hatte Lamberty zuvor gesagt, es hätten mehrmals Triebwerke gewechselt werden müssen, da es zu Geruchs-Vorfällen in Cockpit oder Kabine von Flugzeugen des Typs Airbus A380 gekommen sei. Dies sei «in der überwiegenden Mehrzahl» aufgrund der «routinemäßigen Wartung» geschehen.

«Speziell auf den Airbus A380 bezogen, befassen wir uns seit mehr als einem Jahr damit», sagte Lamberty. So hätten beispielsweise der Motorenhersteller Rolls-Royce auf Lufthansa-Initiative für das Triebwerk eine Modifikation entwickelt, die bereits bei einer ganzen Reihe von Triebwerken eingebaut wurden. Lufthansa nehme das Problem «sehr ernst».
© aero.de mit dpa | 30.09.2012 12:35

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Beitrag vom 01.10.2012 - 23:16 Uhr
Nein, beim "Remote De-Icing" laufen die Triebwerke, die Bleed-Air wird allerdings deaktiviert, meist auch noch einen Moment, nachdem der Vorgang bereits abgeschlossen ist, um sicherzustellen, dass es nicht zur Vermengung mit Rückständen im Triebwerk kommt. Dies funktioniert ansich auch recht zuverlässig.
Beitrag vom 01.10.2012 - 22:36 Uhr
Das Thema ist ja nun schon Jahrzehnte alt. Nur hat sich bisher anscheinend niemand ein Herz gefasst und ist die Sache angegangen.

 http://www.austrianwings.info/2010/04/tcp-die-unsichtbare-gefahr-an-bord/

Ich persönlich denke aber nicht, dass das das Problem auf dem 4U Flug gewesen ist. In dem Zwischenbericht ist doch die Rede davon, dass der A319 aus Zeitgründen mit laufenden Triebwerken enteist wurde. Normalerweise werden diese doch aber extra abgeschaltet um eine Kontamination der Bleed Air mit Enteisungsmittel zu verhindern, richtig?
Beitrag vom 01.10.2012 - 21:52 Uhr
Erst mal vielen Dank an @zirre77 für die Informationen. Das mögliche Einatmen auch geringster Mengen von Verbrennungsrückstände von Turbinen-Schmiermitteln ist sicherlich keine Wellness Maßnahme des LH Marketing; man denke nur an die US-Anwälte ; Gott sei Dank sind alle Turbinenhersteller anglo-amerikanisch verbunden.
Und es ist auch kein LH-spezifisches Problem. Es muss aber LH sehr zugute gehalten werden daß das Thema nun offensiv angegangen wird.


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