aero.de aero.at gmail
|
logo
logo

Entwicklung von Warngerät

Älter als 7 Tage
   
print pdf comment bookmark

Lufthansa räumt Probleme mit kontaminierter Kabinenluft bei A380 ein

Foto
Lufthansa A380 zu Gast in Wien, © Ingo Lang, edition airside
Verwandte Themen
FRANKFURT - Angesichts von Problemen mit verschmutzter Kabinenluft lässt die Lufthansa ein Analysegerät zur Messung möglicher Schadstoffe in der Kabine entwickeln. Damit sei ein Fraunhofer-Institut beauftragt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des «Spiegel» (Montag). Unterdessen räumt die Lufthansa Probleme mit belasteter Kabinenluft im Airbus A380 ein, die den Konzern seit rund einem Jahr beschäftigen.

Zudem wurden in Antriebsaggregaten von Triebwerken gemeinsam mit dem Hersteller Rolls-Royce bereits spezielle Bleche eingezogen. Sie sollen verhindern, dass austretendes Öl über Ansaugstutzen in die Kabinenluft gelangt. Bis alle Maschinen damit ausgestattet sind, kontrollieren den Angaben zufolge Techniker, ob Öl ausgetreten ist und reinigen das Ganze gegebenenfalls manuell.

«Diese Dinge sind Belege dafür, dass wir es erst nehmen», sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Insgesamt gehe es aber um minimale Mengen von Öl. Die Maßnahmen liefen schon länger und seien keine Reaktion auf die am Freitag bekanntgewordenen Vorfälle bei Germanwings. Am Freitag berichtete die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), dass 2010 ein Airbus von Germanwings bei der Landung in Köln nur knapp einer Katastrophe entgangen sei, weil beide Besatzungsmitglieder kontaminierte Kabinenluft eingeatmet und Vergiftungserscheinungen gezeigt hätten.

Nach Angaben von Sprecher Lamberty soll nach dem Willen der Lufthansa künftig zudem sicherheitshalber beim Anlassen der Triebwerke vorübergehend keine sogenannte Zapfluft aus dem Triebwerk entnommen werden. Auch dies solle dazu beitragen, dass möglicherweise auftretende Ölreste nicht in die Kabine gelangten. Hier warte das Unternehmen noch auf grünes Licht vom Luftfahrt-Bundesamt und dem Hersteller.

Lufthansa räumt Probleme mit belasteter Kabinenluft ein

In der «Welt am Sonntag» hatte Lamberty zuvor gesagt, es hätten mehrmals Triebwerke gewechselt werden müssen, da es zu Geruchs-Vorfällen in Cockpit oder Kabine von Flugzeugen des Typs Airbus A380 gekommen sei. Dies sei «in der überwiegenden Mehrzahl» aufgrund der «routinemäßigen Wartung» geschehen.

«Speziell auf den Airbus A380 bezogen, befassen wir uns seit mehr als einem Jahr damit», sagte Lamberty. So hätten beispielsweise der Motorenhersteller Rolls-Royce auf Lufthansa-Initiative für das Triebwerk eine Modifikation entwickelt, die bereits bei einer ganzen Reihe von Triebwerken eingebaut wurden. Lufthansa nehme das Problem «sehr ernst».

© aero.de mit dpa | 30.09.2012 12:35




Leser-Kommentare (20)

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

01.10.2012 23:16
Nein, beim "Remote De-Icing" laufen die Triebwerke, die Bleed-Air wird allerdings deaktiviert, meist auch noch einen Moment, nachdem der Vorgang bereits abgeschlossen ist, um sicherzustellen, dass es nicht zur Vermengung mit Rückständen im Triebwerk kommt. Dies funktioniert ansich auch recht zuverlässig.
01.10.2012 22:36
Das Thema ist ja nun schon Jahrzehnte alt. Nur hat sich bisher anscheinend niemand ein Herz gefasst und ist die Sache angegangen.

 http://www.austrianwings.info/2010/04/tcp-die-unsichtbare-gefahr-an-bord/

Ich persönlich denke aber nicht, dass das das Problem auf dem 4U Flug gewesen ist. In dem Zwischenbericht ist doch die Rede davon, dass der A319 aus Zeitgründen mit laufenden Triebwerken enteist wurde. Normalerweise werden diese doch aber extra abgeschaltet um eine Kontamination der Bleed Air mit Enteisungsmittel zu verhindern, richtig?
01.10.2012 21:52
Erst mal vielen Dank an @zirre77 für die Informationen. Das mögliche Einatmen auch geringster Mengen von Verbrennungsrückstände von Turbinen-Schmiermitteln ist sicherlich keine Wellness Maßnahme des LH Marketing; man denke nur an die US-Anwälte ; Gott sei Dank sind alle Turbinenhersteller anglo-amerikanisch verbunden.
Und es ist auch kein LH-spezifisches Problem. Es muss aber LH sehr zugute gehalten werden daß das Thema nun offensiv angegangen wird.


Anzeige

Schlagzeilen

Community
Fachdiskussionen zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen in der Luftfahrtbranche
Anzeige

Shop
Bild
TAKE-OFF TV BluRay: Cockpit-Flug mit Boeing 747-400 SF

Das 3D Erlebnis. Ein Gefühl, als würde man hinter den Piloten im Cockpit sitzen. Diese Blu-ray bietet echtes 3D (Full-Screen, 1080p), ist aber auch auf normalen Blu-ray Playern und Fernsehern als 2D abspielbar.

Im aero.de-Shop nur EUR 24,90
Versandkostenfreie Lieferung!

Magazin
Bild
Erster Airbus A350 XWB fertig lackiert
TOULOUSE - Der erste fliegende Prototyp des Airbus A350 XWB hat heute (Montag) in Toulouse die Lackierhalle verlassen. MSN001, eine A350-900, soll in diesem Sommer zum Jungfernflug starten. Die Lackierung von MSN001 sei damit fertig, teilte Airbus mit.

Meistgelesene Artikel

Archiv
Archiv Im Archivbereich von aero.de finden Sie eine Übersicht aller bislang veröffentlichten Artikel. Mit der interaktiven Zeitleiste starten Sie Ihren Rückblick auf Nachrichten vergangener Tage.

Reise
Bild
Das Portofino unter den Stopovern am Golf
DOHA - Baukräne, Zementmischer und Presslufthämmer spielen in Doha eine Symphonie des Fortschritts. Die Hauptstadt des Kleinstaats Katar am Arabischen Golf dröhnt, fasziniert und vibriert.

Partner