Streit mit US-Airlines
Älter als 7 Tage

Qatar Airways lässt sich in die Karten schauen

Qatar Airways Airbus A380
Qatar Airways Airbus A380, © Airbus

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DOHA - Qatar-Airways-Chef Akbar Al-Baker und die großen US-Airlines trugen ihren Clinch vor allem mit Worten und kleineren Gemeinheiten aus, nur gelöst haben sie ihn bisher nicht. Nun haben Regierungsvertreter stellvertretend für sie einen Kompromiss ausgehandelt. Al-Baker macht Zugeständnisse.

Unter anderem will die Golfairline sich innerhalb eines Jahres internationalen und transparenten Bilanzierungsstandards unterwerfen. Mutmaßlich unlautere staatliche Subventionen für die Golfairline stellen einen bedeutenden Streitpunkt zwischen Qatar Airways und den großen US-Airlines Delta, United, American und Piloten-Gewerkschaften dar.

Die Lobbyorganisation "Allianz für offenen und fairen Himmel", in der sich die US-Streitparteien zusammengeschlossen haben, wirft Qatar Airways vor, mit insgesamt 17 Milliarden US-Dollar an staatlicher Unterstützung den Wettbewerb verzerrt zu haben.

Delta-Chefjurist Peter Carter begrüßte die Übereinkunft, die noch nicht offiziell ist. "Das wäre ein Meilenstein für die amerikanische Airlineindustrie, der unsere Arbeiter schützen und sicherstellen würde, dass unsere ausländischen Mitbewerber nach den Regeln spielen statt internationale Abkommen zu untergraben."

Verzicht auf die "Fünfte Freiheit"

Nach wochenlangen Verhandlungen zwischen der US-Regierung und der katarischen Regierung will US-Außenminister Rex Tillerson die Vereinbarung am 30. Januar 2018 offiziell bekanntgeben. Teil dieser Vereinbarung ist auch, dass Qatar Airways auf Flüge in "Fünfter Freiheit" verzichtet.

Über Qatar Airways
Typ Linienfluggesellschaft
Basis Doha Hamad Int'l
Maschinen 210
Destinationen 161
Routen 238
© Daten bereitgestellt von ch-aviation
Die Golfairline will von Gabelflügen in die USA absehen. Konkurrent Emirates führt solche Flüge mit Zwischenstopp in Athen und Mailand durch, um dort zusätzliche Passagiere aufzunehmen. US-Airlinekonzernen ist diese Praxis ein Dorn im Auge, da sie dadurch Passagiere an Emirates verloren haben.

Mit der freiwilligen Vereinbarung baut die US-Regierung nun anscheinend zukünftigen Verwerfungen dieser Art vor.

Die Verhandlungsbereitschaft der Golfairline, deren Chef Akbar Al-Baker sonst eher selten zu Kompromissen neigt, deutet darauf hin, dass Qatar Airways sich nach gut einem halben Jahr politischer Katar-Blockade durch die Nachbarländer in Bedrängnis befindet.

Wegen Überflugverboten muss Qatar Airways nach wie vor das Nachbarland Saudi-Arabien umfliegen. Eine Zunahme im Frachtgeschäft, die Al-Baker als positiven Effekt der Blockade verkauft, scheint die Gewinneinbußen im Passagiergeschäft nicht vollständig ausgleichen zu können.
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Airbus | 29.01.2018 11:27


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