Rolls-Royce Trent 1000 C
Vor 6 Tagen

Boeing 787 drohen ETOPS-Einschränkungen

Virgin Atlantic Boeing 787-9 Dreamliner
Virgin Atlantic Boeing 787-9 Dreamliner, © Ingo Lang

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NEW YORK - Jede vierte Boeing 787 ist betroffen: wegen Qualitätsproblemen der Verdichter erhöht Rolls-Royce die Inspektionsfrequenz von Trent 1000 Triebwerken des "Package C" Standards auf ein monatliches Intervall. Betreiber müssen sich zudem auf Einschränkungen bei der Routenplanung einstellen.

"Wir arbeiten eng mit Boeing und den betroffenen Airlines zusammen, um Beeinträchtigungen zu minimieren, wann immer das möglich ist", sagte Rolls-Royce Chef Warren East als er am Freitag den nächsten Rückschlag im ohnehin von Mängeln gebeutelten Programm verkündete.

Beeinträchtigungen werden sich allerdings kaum vermeiden lassen. Nach Kenntnis der Nachrichtenagentur "Bloomberg" planen die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA und ihr europäisches Gegenstück EASA eine Rückstufung des ETOPS-Fensters für betroffene Flugzeuge von 330 auf 140 Minuten.

Im Fall eines Triebwerksdefekts muss der nächste geeignete Ausweichflughafen schneller erreichbar sein als bisher. Vor allem auf Transpazifik-Routen wäre eine 140-Minuten-Regel eine erhebliche Einschränkung.

"Keine amerikanische Airline betreibt Boeing 787, die mit betroffenen Triebwerken ausgestattet sind", erklärte die FAA. Man arbeite "eng mit der EASA zusammen" und werde "angemessene Maßnahmen ergreifen". Die EASA verlangt seit Freitag für 380 Trent 1000 C Triebwerke endoskopische Inspektionen nach 80 statt nach 200 Flügen.

Weiteres Problemfeld: Korrosion

Boeing führte das Trent 1000 C vor vier Jahren an der 787-9 ein. Vor zwei Jahren waren erstmals Probleme mit Dreamliner-Triebwerken von Rolls-Royce im Betrieb der japanischen ANA aufgetreten. Wegen Korrosion und Rissen in den Schaufeln der Mitteldruckturbine steht das Trent 1000 bereits unter Beobachtung von EASA und FAA.

Nach einer Serie von Triebwerksausfällen verhängte die EASA Ende 2017 eine dringliche Lufttüchtigkeitsanweisung. Triebwerke mit erhöhtem Ausfallrisiko dürfen seither nicht mehr paarweise am selben Flugzeug verwendet werden.

Im März hatte Rolls-Royce mitgeteilt, dass die Probleme das Unternehmen 2018 rund 340 Millionen Pfund (380 Millionen Euro) und 2019 weitere 240 Millionen Pfund (268 Millionen Euro) kosten werden. Diese Werte muss Rolls-Royce nun vermutlich nach oben korrigieren.

"Sie haben hier ein echtes Problem, nicht nur finanziell - auch das Image leidet", sagte Luftfahrtanalyst Richard Aboulafia.
© aero.de, Bloomberg News, Flug Revue | Abb.: Rolls-Royce | 16.04.2018 09:14

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Beitrag vom 20.04.2018 - 11:59 Uhr
Das Projekt 787 kann einem fast schon leid tun, was da alles gehäuft schief läuft ist ja unfassbar.

Ob Boeing damit jemals schwarze Zahlen schreiben wird?

Das hat mit dem Triebwerk doch nichts zu tun.

Es betrifft 1/3 aller Maschienen, das Genx ist das beliebtere. Und ob Boeing diese Deffered cost wieder reinspielt entscheidet sich nicht am Triebwerk, sondern wieviele verkauft werden.
Zwar verkauft Boeing massiv über den Preis, hat aber angeblich die Produktionskosten soweit runter gebracht das man auch mit diesen 115-135 mio $ gewinn macht.
Es ist nurnoch eine Frage der menge, aktuell sind 1400 verkauft (1320 sind firm, dazu +40 Emirates und zuletzt auch AA die Optionen einlösen) - und es gibt noch zahlreiche Optionen.

Es hiess einst mal ketzerisch von finanzanalysten das Boeing wohl 2000 B787 verkaufen muss um Gewinn zu machen. Davon sind sie nicht soweit entfernt, ich halte es heute für durchaus realistisch das Boeing - gerade nach dem auf Leeham angekündigten redesign der B788 - weitere B787 verkauft. Aktuell verkauft Beoing ja quasi nur -9 und -10 (schleppend).
Die -8 ist wohl bisher teurer zu bauen als die -9, aber man kriegt weniger.
Die -9 ist der beste Dreamliner und ein top flugzeug für viele airlines.

Man kann jetzt 2 positionen einnehmen: die replacements der ganzen B767 / A330 / B772 / b744 die noch rumfliegen sind schon in den büchern - oder da kommt noch einges.
Mit der B777x die zu groß ist und dem A330neo der eigentlich nur aus der 900 besteht, stellt sich für viele Airlines wohl die Frage B787 oder A350.
Tatsächlich sehe ich die 2000 Exemplare der B787 nicht mehr als unrealistisch an, und dann wird Boeing auch Geld verdienen / verdient haben.
Beitrag vom 20.04.2018 - 10:23 Uhr
Das Projekt 787 kann einem fast schon leid tun, was da alles gehäuft schief läuft ist ja unfassbar.

Ob Boeing damit jemals schwarze Zahlen schreiben wird?
Beitrag vom 17.04.2018 - 08:10 Uhr
Ich persönlich halte den Schritt für überfeällig.

ETOPS wurde ohne Sicherheitsverlust machbar, weil die Triebwerke zunehmend sicherer wurden und die Wahrscheinlichkeit für einen doppelten Triebwerksausfall (bei unterschiedlicher Ausfallursache) wirklich sehr klein ist.

Extrem-ETOPS (z.B. wenn Air New Zealand mit dem Dreamliner von Auckland nach Santiago de Chile brettert) ist weiter beschränkt auf Triebwerke, die eine bsondere Zuverlässigkeit nachgewiesen haben.

Wenn letzteres aufgrund mehrerer Zwischenfälle offenkundig nicht mehr gegeben ist, gebietet es die Logik, auch die (Extrem-)ETOPS-Zulsassung zu streichen, bis das Problem gelöst ist.

Hier sollte man sich vielleicht mal ein paar Standardisierte Parameter überlegen, wann eine ETOPS-Zulassung auf welche Zeit zurückgestuft/gestrichen wird. Bisher ist das (mein Wissensstand) ja nicht standardisiert.


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