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Politspektakel um Emirates-Slots in Wien

Emirates am Flughafen Wien
Emirates am Flughafen Wien, © Ingo Lang, edition airside

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WIEN - Per parlamentarischer Anfrage an Verkehrsministerin Doris Bures (SP) intervenierte VP-Verkehrssprecher Martin Bartenstein kürzlich erneut gegen die Vergabe von wöchentlich 13 Slots an Emirates. Austro Control reagierte heute  zu der an strikte Auflagen gebundenen Slotvergabe. "Die Evaluierung der Flugdaten habe ergeben, dass die Auswirkungen auf Direktverbindungen im Langstreckenverkehr anderer Airlines bisher begrenzt sind", erklärt Austro Control in ihrer Aussendung 

Bartenstein beklagt die "intransparente Vergabe der Landerechte" an die Golfairline und hinterfragt, ob dem Standort Wien erhebliche Nachteile erwachsen, wenn Langstreckenflüge nach Asen und Afrika zunehmend über Dubai abgewickelt werden und ob dabei die von Wien aus direkt geflogenen Langstrecken gefährdet seien.

Bartensteins Initiative erfolgt im Abstand von Wochen nachdem die Wiener Tageszeitung 'Kurier' die im Winter von Austro Control evaluierten Daten bereits öffentlich machte. Demnach soll das Passagiervolumen von Emirates im Januar 2012 auf den von Austrian bedienten Asienstrecken gerade einmal 3,8 Prozent der im Januar angebotenen Gesamtkapazität betragen haben. Konkret bot Austrian im Januar auf ihren acht direkt geflogenen Asienrouten 73.423 Sitzplätze an. Demgegenüber nutzten auf diesen Strecken 2.795 Passagiere das Angebot von Emirates mit Transitstop in Dubai. Dies entspräche lediglich 10,8 Prozent der von Emirates im Januar ab Wien geflogenen Fluggäste.

Während Martin Bartenstein in seiner Zeit als Wirtschaftsminister als entschiedener Verfechter freien Wettbwerbs galt, kämpft die AUA unermüdlich gegen die Bewilligung von Emirates zweiter Tagesrotation nach Dubai. Wie die Mutter argumentiert auch die Lufthansatochter mit Wettbewerbsnachteilen durch verdeckte Subventionen bei dem Golf-Carrier. Ohne substantiellen Heimatmarkt würde Emirates damit zunehmend Asienverkehr aus Europa über Dubai lenken. Derzeit fliegt Emirates ab Wien mit befristeten Flugrechten.

Sowohl die von Austro Control erhobenen Verkehrsdaten als auch die aktuellen Verkehrszahlen von Austrian belegen hingegen, dass die Transferflüge von Emirates keine gravierenden Auswirkungen auf die Langstrecken ab Wien haben. So konnte Austrian interkontinental (Asienanteil rund 70%) von Januar bis April 2012 einen Zuwachs von 7,1 Prozent verbuchen, gleichzeitig verbesserte sich die Auslastung um 8,1 Punkte. Bei einer Steigerung des Transitaufkommens am Flughafen Wien (alle Carrier) von 21,2 Prozent (Jan-Apr 2012) dürften sich auch Austrians Einbußen aus dem Wettbewerb mit dem Golf-Carrier auf überlappenden Drittmärkten in Grenzen halten.

Zuletzt aktualisiert 13.5.12  13:15
© Bob Gedat, aero.at | Abb.: Ingo Lang | 11.05.2012 21:20

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Beitrag vom 12.05.2012 - 23:55 Uhr
@globalair79: Ich unterschreibe jede Deiner Aussagen.
Bei ORD schüttle ich aber nur mehr den Kopf, das ist in den letzten Jahren drei Mal aufgenommen und kurz darauf wieder eingestellt worden. Wieso soll das jetzt funktionieren? UA hat - so haben einige OS-Mitarbeiter und -Kunden berichtet - sich bereits in der Vergangenheit nicht gerade als der Paradepartner herausgestellt.

@bluedanube: HG hat vermutlich gute Karten, aber dass sie eine A330 fliegen werden, glaub ich nicht. Schließlich hat HG mit Dingern größer als A321 nichts am Hut, AB müsste die Maschine vermutlich auch selbst betreiben. Aber eine A321 wird für EY wiederum wahrscheinlich nicht das adäquate Gerät für ihre (durchaus anspruchsvollen) Kunden sein. Wir werden ja sehen.
Übrigens: Am Samstag sind die OS-Flüge nach DEL und DXB angeblich mangels Cockpit-Crew ausgefallen. Könnte sein, dass es für LH/OS doch nicht so leicht wird, die bereits mehr als 40 gehenden Piloten und die drohenden weiteren Abgänge zu kompensieren. Glaube nicht, dass es bei der LH viele Piloten mit Type-Rating für 767 und 777 gibt, nur mal nebenbei bemerkt.
 http://www.austrianwings.info/2012/05/piloten-fehlten-aua-musste-langstreckenfluege-streichen/

Dieser Beitrag wurde am 13.05.2012 00:00 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.05.2012 - 12:34 Uhr
@traveller: Bin neugierig, ob die vermutlich kommende Partnerschaft HG/EY auf der Strecke VIE-AUH auch so viel Wirbel verursacht.
Auf Basis der Verkehrsrechte dürfte Niki da gute Karten haben, vorausgesetzt AB leiht der Wiener Tochter eine A330. Das dürfte allerdings dann beiden Mitbewerbern weh tun, Emirates UND der AUA, vor allem im Verkehr von Österreich nach Indien. Die Ironie dabei: Das BMVIT (Verkehrsministerium) muss sogar ein Interesse daran haben, dass österreichische Anbieter das ihnen zustehende Kontingent an Sitzen/Flügen ausschöpfen. Es war ja schon mal umgekehrt, da flog Austrian double daily und EK nur einmal. Da hat sich natürlich keiner aufgeregt, auch nicht die Emiratis !
Beitrag vom 12.05.2012 - 12:30 Uhr
Wie war das nochmal mit den 500 Mio damals beim Verkauf der AUA an die Lufthansa? Ich glaube eine Lufthansa/AUA sollte lieber still sein und sich auf IHRE Märkte konzentrieren als ständig den Mitbewerb anzuklagen...

z.B. müssen Passagiere auf der Strecke Wien - Bangkok mit Emirates einen Stop in Dubai von fast 4 Stunden in kauf nehmen...ich glaube kaum, dass hier die Strecke mit AUA sehr gefährdet ist...Da sollte sich AUA lieber auf die Direktkonkurenz EVA AIR konzentrieren...vor allem wenn Eva wie geplant eine iherer neuen Triple777 einsetzt...

Man sollte endlich mal akzeptieren, dass es noch andere Airlines gibt auf dieser Welt die auch Profit und Expansion machen wollen. (Monopoldenken ist OUT)

In die Zukunft blicken heisst die Devise und expandieren...(hoffentlich waren die Pläne Newark, Chicago und L.A. nicht nur ein Werbegag)
Jedoch solange die internen Probleme bei AUA nicht Geschichte sind sehe ich keine gute Zukunft!

Und eines kann ich Dir versprecher "traveller": VIE - AUH wird die nächste Politchallenge in good old Austria...


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