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Am Hauptstadtflughafen zeichnen sich höhere Mehrkosten ab

Glasfassade des BER-Terminals
Glasfassade des BER-Terminals, © Alexander Obst / Marion Schmieding (Flughafen Berlin Brandenburg)

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BERLIN - Hartmut Mehdorn braucht am Hauptstadtflughafen voraussichtlich noch mehr frisches Geld als bislang bekannt. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus dem Aufsichtsrat erfuhr, wird die diskutierte weitere Finanzspritze von 1,1 Milliarden Euro nicht ausreichen.

In der Summe seien zwei wichtige Vorhaben des Flughafenchefs Mehdorn nicht enthalten: die für 40 bis 50 Millionen Euro geplante Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn und die noch nicht bezifferten Kosten für einen Weiterbetrieb des alten Schönefelder Flughafenterminals. Die Flughafengesellschaft wollte sich dazu nicht äußern.

Bislang liegt der Finanzrahmen für den drittgrößten deutschen Flughafen bei 4,3 Milliarden Euro. Spätestens Anfang nächsten Jahres geht Mehdorn aber das Geld aus, weshalb er vor sechs Wochen im Aufsichtsrat weitere 1,1 Milliarden Euro verlangte.

Um die Finanzspritze schneller unter Dach und Fach zu bringen, erwägt das Kontrollgremium, seine für den 4. Juli geplante Sitzung vorzuziehen. Viel Spielraum gibt es im Terminkalender der 15 Mitglieder aber nicht. Im Gespräch war in Aufsichtsratskreisen zuletzt der 30. Juni.

"Mehdorn muss dann einen klaren Plan vorlegen, was kommt", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der dpa. Berlin, Brandenburg und der Bund als Flughafen-Eigentümer würden vermutlich "etwas mehr" als 1,1 Milliarden Euro nachschießen müssen.

Die Gesellschafter stehen demnach unter Zeitdruck. Es wird erwartet, dass Brüssel diesen Nachschlag nicht so schnell genehmigt wie den vorigen. "Beim Thema Beihilfe müssen wir in Gang kommen. Die Notifizierung wird länger dauern als beim letzten Mal", sagte der Aufsichtsrat.

Ende 2012 hatte die EU-Kommission nach viermonatiger Beratung eine Kapitalspritze der Gesellschafter von 1,2 Milliarden Euro freigegeben. Die obersten Wettbewerbshüter müssen Beihilfen für große Investitionen prüfen, um zu verhindern, dass Konkurrenten benachteiligt werden. 2012 befand die Kommission, dass die Beihilfequote in Schönefeld noch vergleichsweise gering lag.

Der neue Flughafen übernimmt die nördliche Start- und Landebahn vom benachbarten bestehenden Flughafen Schönefeld. Mehdorn will sie vom nächsten Frühjahr an sanieren. Und weil es in dem für 27 bis 30 Millionen Passagiere geplanten neuen Terminal vom Start weg eng wird, will der Flughafenchef zudem das alte Abfertigungsgebäude mitnutzen. Es müsste jedoch ebenfalls saniert werden, Mehdorn will es außerdem ausbauen. Zudem soll das neue Abfertigungsgebäude ein neuntes Gepäckband erhalten.
© dpa | 24.05.2014 16:10

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Beitrag vom 25.05.2014 - 19:20 Uhr
... wussten wir das nicht alle, dass das Geld in Berlin wieder NICHT reichen wuerde??? Ein Fass ohne Boden!
Meine pers. Frage: Wer wird hier endlich mal haftbar gemacht fuer das Schlamassel?!?!?! Soooooo! faengt es an das Vertrauen in eine Regierung zu verlieren, ist doch schliesslich unser Steuergeld das hier "verschwendet" wird.
Beitrag vom 25.05.2014 - 12:24 Uhr
Der neue "Satellit" muß trotzdem gebaut werden.
Der alte SXF wird so lange gebraucht bis der Bau abgeschlossen bzw der Ausbau erfolgt ist also bis mind 2025....realistisch 2030.
Das Hauptterminal wird nach meinen Erkenntnissen zwischen Oktober 2016 und März 2017 öffnen.
Ein Satellit...braucht mind 5-6 Jahre Bau/Planungszeit...womit bestimmt schon aus Finaz Gründen nicht vor 2020 begonnen werden dürfte!

Dieser Beitrag wurde am 25.05.2014 12:29 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.05.2014 - 18:32 Uhr
Etwas dubios: bei dem deutlich höher als erwarteten Passagierzahlen müssten doch auch zusätzliche Einnahmen eintreffen. Erstaunlicherweise hört man in der Presse aber immer nur etwas über Kosten. Jedes wachsende Unternehmen verzeichnet auch wachsende Kosten... Ist doch logisch. Die sollen doch froh sein, dass SXF weiterbetrieben wird. Kommt viel billiger als ein neuer Satellit. Man spart damit also, und gibt nicht mehr aus.


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