PPV-Poker mit Piloten
Älter als 7 Tage   EXKLUSIV 

Tariftauziehen bei Lufthansa geht in neue Runde

Lufthansa Airbus A320neo
Lufthansa Airbus A320neo, © Lufthansa

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FRANKFURT - Mainline nur noch auf der Langstrecke - Lufthansa droht Piloten offener denn je mit der Abspaltung des Zubringerverkehrs in ein neue AOC. Die Planungen für "City Airlines" laufen wieder an. Nach Informationen von aero.de will der Konzern Cockpit aber noch eine Alternative vorschlagen.

Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit verlassen den "geschlossenen Raum" ergebnislos. Das vertrauliche Verhandlungsformat hat "den Tarifknoten an einigen Stellen zwar gelockert",  sagte eine mit der Sache vertraute Person aero.de - aber eben nicht zerschlagen.

Während der Tarifkonflikt in den Cockpits der Konzernschwester Swiss längst gelöst ist, schwelen zwischen Lufthansa und Cockpit weiter ungelöste Themen. Noch bleibt beiden Seiten Zeit - eine 2022 geschlossene Übergangsregelung schließt Streiks in der Lufthansa-Mainline bis Ende Juni 2023 aus.

"Zum Ende des Monats März treten wir wieder in normale Tarifgespräche mit dem Unternehmen ein", sagte ein Cockpit-Sprecher aero.de. Der Konzern bereitet laut Kreisen eine neue Verhandlungsgrundlage vor - Lufthansa will den Piloten ein neues Angebot vorlegen und strebe eine langfristige Lösung an.

Lufthansa lockt, Lufthansa droht

Konzernchef Carsten Spohr hatte den Piloten zuletzt eine Neuauflage der 2021 von Lufthansa gekündigten Flottenzusage PPV in Aussicht gestellt: "Wir brauchen eine PPV 2.0, die regelt, wie viele Flugzeuge im Kern beeredert werden." Ohne eine neue PPV fallen Lufthansa und ihre Piloten in den Konzerntarifvertrag zurück.

In diesem Fall will Lufthansa - daraus macht der Konzern keinen Hehl - die gut bezahlten Piloten der Kernlinien überwiegend im Langstreckenverkehr einsetzen.

Erst Anfang März hat Spohr die Drohung erneuert, die Mainline in eine Lufthansa für die Langstrecke und eine Lufthansa Light mit eigenem AOC für den Hubfeed aufzuspalten. Dafür legt Lufthansa eine Cityline-Kopie samt der dort geltenden Tarifwerke an.

"Wenn wir scheitern, wird eine zweite Cityline so groß werden, dass dies den Anteil des Feeds, den die Lufthansa selbst betreibt (...), noch weiter reduzieren würde", stellte Spohr klar. In einem Streich könnte Lufthansa laut Kreisen bis zu 40 A320 von Lufthansa in die neue Tochterfirma abziehen.

Der Konzern hat über Monate herunterfahrenen Planungen letzte Woche wieder aufgenommen: "City Airlines" will ab Sommer 2023 in München startklar sein.

Die PPV garantiere den den Konzernpiloten seit 2017 eine Mindestflottengröße von 325 Flugzeugen.  Die einflussreiche Gruppenvertretung Cockpit hatte 2022 eine Scope Clause als "PPV-Nachfolge" in den Raum gestellt. Als Scope Clause werden an Flugzeugen oder an Sitzzahlen orientierte Tarifschwellen bezeichnet. 
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 21.03.2023 07:09

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Beitrag vom 23.03.2023 - 09:29 Uhr
@FloCo und @Christian159

Es ist ja nun wahrlich kein Geheimnis das LH ihr Bordprodukt (für den Pax) auf den Feederflügen völlig 'abgespeckt' hat.

Bis auf die Meilengutschrift und Loungezugang (was sicherlich zu lösen sein würde) unterscheidet sich das bei LH/CLH doch nicht mehr von EW.

Das war doch nicht Ihre Aussage. Sie sagten, dass es einen Unterschied zwischen LH und CLH gäbe. Und den hätte ich gerne einmal von Ihnen gewusst.
>
Wo und wann schrieb ich dies exakt so? Dieses dauernde "Uminterpretieren" von Aussage werde ich nicht weiter kommentieren.

Auch wenn ich weiß, was gleich kommt: Weiter oben schreiben Sie:
"EW, EWE, EWD sind auch 'Lufthansa' Produkte. Trotzdem haben diese nicht den denselben "(Kunden)Service - Produkt Anspruch', wie die Mainline.

CLH hat diesen doch auch nicht (und wenn CLH 2.0 kommt wahrscheinlich noch weniger), obwohl draußen groß Lufthansa dran steht."

Da steht doch eindeutig, dass CLH diesen (den "(Kunden)Service - Produkt Anspruch", der Mainline), nicht hat. Ich weiß, Sie haben das gleich wieder ganz anders gemeint, aber so wie es da steht, sagen Sie, dass CLH einen anderen Service und ein anderes Produkt als die Mainline anbietet.

Dass es einen Unterschied zwischen Langstrecke und Kurzstrecke gibt ist doch logisch; ist auch, soweit ich weiß, bei keiner anderen Airline anders. Aber wo ist der Unterschied zwischen LH und CLH, von dem Sie hier gesprochen haben?

Hier bestätigen Sie meine Aussage sogar. Das ist wirklich albern.

Das ist echt witzig, schreiben Sie doch selbst ein bisschen weiter oben in Ihrem Beitrag: "Dieses dauernde "Uminterpretieren" von Aussage werde ich nicht weiter kommentieren."
Wo habe ich Ihnen denn bei der obigen Aussage zugestimmt?
Ich habe Ihnen zugestimmt, dass es auf Langstrecke ein anderes Produkt und anderen Service gibt. Ich habe Ihnen aber nicht zugestimmt, dass es zwischen der CLH und der Mainline unterschiedlichen Service und ein anderes Produkt gibt.
Also sollten Sie selbst erst einmal aufhören hier immer alles umzuinterpretieren.

Beitrag vom 23.03.2023 - 04:26 Uhr
@FloCo und @Christian159

Es ist ja nun wahrlich kein Geheimnis das LH ihr Bordprodukt (für den Pax) auf den Feederflügen völlig 'abgespeckt' hat.

Bis auf die Meilengutschrift und Loungezugang (was sicherlich zu lösen sein würde) unterscheidet sich das bei LH/CLH doch nicht mehr von EW.

Doch doch, beim Preis sehen sie es schon.

Naja, welche Unterscheidung soll es auch noch im SA geben? Das ist feed, im A320 selbe 180ger Kabine, selbe Sitze, in C haben sie halt noch nen freien Mittelsitz, das wars.

Das Problem ist da sicher nicht das Produkt, denn es gibt Europaweit nichts anderes mehr.
Kennen sie noch einen Carrier der im SA Feed eine echte C mit full service anbietet?
Ich nicht.
Das Thema sind die Kosten, und der modus operandi.

Sie kriegen wegen dem Feed die usage nicht so hoch wie LCC das können, sie haben höhere Kosten im Allgemeinen.
Seltsamer Weise, obwohl es eigentlich ein Markt ist, fliegen die Crews für Wizz und Ryanair halt billiger als die für die LH.
Obwohl die das selbe machen, die selben Jets von A nach B bringen.

Das ist halt der Hebel.
Kosten sind weiterstgehend gegeben. Sprit ist gleich. Flieger ist gleich, sind ja die selben, egal ob A oder B, schenkt sich wenig. Gebühren, da haben sie als FSC immer einen Nachteil, sie fliegen halt MUC und nicht Memmingen.
Vertrieb und Overhead sind sie immer hinter einem LCC,
usage / Effzienz sind sie immer hinter einem LCC,
und bisher zahlen sie dem Personal auch mehr.

Das traditionelle "wir bieten mehr" ist auf Kurz-Mittelstrecke nicht aufgegangen,
bleiben noch die Erlöse.
Da kann man als LH sicher mehr verlangen, aber das reicht halt nicht, und v.a.
hat man das Problem das wenn preissensible Kundschaft zu den LCC abwandert, der Feed generell sehr schnell unrentable wird.
Beitrag vom 23.03.2023 - 00:07 Uhr
@FloCo und @Christian159

Es ist ja nun wahrlich kein Geheimnis das LH ihr Bordprodukt (für den Pax) auf den Feederflügen völlig 'abgespeckt' hat.

Bis auf die Meilengutschrift und Loungezugang (was sicherlich zu lösen sein würde) unterscheidet sich das bei LH/CLH doch nicht mehr von EW.

Das war doch nicht Ihre Aussage. Sie sagten, dass es einen Unterschied zwischen LH und CLH gäbe. Und den hätte ich gerne einmal von Ihnen gewusst.
>
Wo und wann schrieb ich dies exakt so? Dieses dauernde "Uminterpretieren" von Aussage werde ich nicht weiter kommentieren.

Dass es einen Unterschied zwischen Langstrecke und Kurzstrecke gibt ist doch logisch; ist auch, soweit ich weiß, bei keiner anderen Airline anders. Aber wo ist der Unterschied zwischen LH und CLH, von dem Sie hier gesprochen haben?

Hier bestätigen Sie meine Aussage sogar. Das ist wirklich albern.

Also nochmal:
wenn man ein Kurzstrecken - Produkt (Feeder) auf EW(E) Niveau anbietet, dann kann man das auch aussen an den Flieger schreiben (ala Edelweiß bei LX oder Hoop bei AF).
Wird sich kaum irgendjemand darüber beschweren. Im Gegenteil: dem PAX ist/sollte klar sein, was ihn (auf den Kurzflug/Feeder) erwartet. Spart Ärger und sinnlose Diskussionen.

Und nun zum Ausgangspunkt meiner (hypothetischen) Überlegungen:
lieber jetzt diesen (radikalen) Schnitt machen, als in 2 - 3 Jahren das ganze Theater wieder von vorne (dann mit CLH 2.0 statt GWI...) beginnen.

Denn wenn man das jetzt Kostenseitig gleich auf EW(E) Niveau umstellt, statt wieder so ein 'Alles - und - Nichts' Produkt CLH 2.0 auf den Markt zu werfen, hat man zwar im Augenblick großen Ärger, aber dann sicher eine längere Zeit Ruhe im Konzern (und ganz nebenbei ein klarere Aufstellung- siehe Diskussion über Wasserköpfe...).


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