Air-Berlin-Insolvenz
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Preisexplosion für Flugtickets: Kartellamt prüft Lufthansa

Lufthansa Airbus A320 mit Sharklets
Lufthansa Airbus A320 mit Sharklets, © Ingo Lang

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BONN - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise bei Lufthansa zu prüfen. Auf EU-Ebene analysieren Kartellwächter die Folgen der beabsichtigten Teilübernahme von Air Berlin.

"Wir haben die Deutsche Lufthansa gebeten, uns Informationen über ihre Preissetzung zur Verfügung zu stellen. Wir werden uns die Daten ansehen und dann darüber entscheiden, ob wir ein Verfahren einleiten", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt am Freitag.

Nach dem Ausscheiden von Air Berlin fehlen jeden Tag Zehntausende Plätze im Flugverkehr. Die Preise sind stark gestiegen - nach Einschätzung von Branchenfachleuten im Durchschnitt auf manchen Strecken um bis zu 30 Prozent.

"Der Wegfall von Air Berlin schadet dem Wettbewerb und verknappt momentan das Angebot insbesondere auf vielen innerdeutschen Flugstrecken. Uns liegen Beschwerden über erhebliche Preiserhöhungen zum Nachteil der Kunden vor", erklärte Mundt. Im Fokus stehe dabei die Preispolitik der Deutschen Lufthansa.

Die Lufthansa hatte mehrfach betont, dass sie ihre Preisstruktur nicht verändert habe. Die höheren Durchschnittspreise entstünden durch die deutlich größere Nachfrage. Die vollautomatischen Buchungssysteme riefen dadurch wesentlich schneller höhere Preisklassen für Tickets auf.

Bei der Lufthansa gibt es - je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung - 26 verschiedene Preisklassen für ein Ticket. Die Lufthansa verweist außerdem darauf, dass sie trotz hoher Kosten sogar einen Jumbo im Inlandsverkehr einsetze, um den Mangel auszugleichen.

Der Chef der Fluglinie, Carsten Spohr, hatte außerdem vor kurzem 1.000 neue innerdeutsche Flügen pro Monat angekündigt, sobald die EU-Wettbewerbsbehörde grünes Licht gebe. Dann würden sich auch die Preise wieder stabilisieren.

Die Zustimmung aus Brüssel ist erforderlich für den geplanten Verkauf großer Teile der insolventen Air Berlin an die Lufthansa-Tochter Eurowings und den britischen Konkurrenten Easyjet. Eine erste Entscheidung in Brüssel könnte nach Einschätzung aus Branchenkreisen schon am 07. Dezember fallen.

Möglich ist aber auch, dass die EU-Kartellbehörde eine vertiefte Prüfung verlangt. Dann würde sich das Verfahren weitere 90 Arbeitstage hinziehen. Hinzu kommen das aufwendige Zulassungsverfahren der Jets und die Aufstellung der Crews.

Die Neuordnung des deutschen Luftverkehrs und damit die Normalisierung der Ticketpreise könnten sich so noch bis zum Sommer oder sogar Herbst 2018 hinziehen. Derzeit stehen von einst 140 Air-Berlin-Jets rund 80 am Boden, deren Kapazität nicht kurzfristig ausgeglichen werden kann. Easyjet hatte bereits erklärt, dass die Fluglinie bis zur vollständigen Umstellung Zeit bis zum September 2018 benötige.

Das Bundeskartellamt hatte sich nach der Air-Berlin-Pleite zunächst eher zurückhaltend geäußert und auf das laufende EU-Verfahren verwiesen. Die Häufung der Beschwerden und der voraussichtlich lange Zeitraum bis zu einer Normalisierung der Preise dürfte nach Einschätzung von Branchenkennern nun für ein Umdenken gesorgt haben.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang, Großbild: Screenshot | 24.11.2017 12:52

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Beitrag vom 28.11.2017 - 23:28 Uhr
Passt am ehersten hier rein:

Der spiegel schreibt die eu wettbewerbskomission will die übernahme von niki durch die lh verbieten

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/air-berlin-eu-kommission-will-niki-uebernahme-verbieten-a-1180790.html

Sehe ich sehr kritisch. Damit stehen die flieger sofort, das gesamte konstrukt fällt auseinander und es entsteht keine sitaution mit starken airlines wie in den usa.
Beitrag vom 27.11.2017 - 10:50 Uhr
Ich finde hier an der Sache Wesentlich das es nicht in Ordnung ist, das Lufthansa aus der Air Berlin Pleite einen Gewinn zieht!!! (und dies wird auch in den Medien so bestätigt das Lufthansa die Kunden abzockt). Komisch dass manche Leute diesem Verhalten noch eine Berechtigung abgewinnen können.... passiert nur in Deutschland.
Das kann und darf einfach nicht sein weil das wäre zum großen Nachteil des Verbrauchers.

Bin ich sofort dabei, wenn ...
... aber im Gegenzug auch dafür gesorgt wird, dass Lufthansa aus der Konkurrenz anderer Airlines keinen Verlust erleidet! Das hatten wir mal, vor der großen Deregulierung. Da hat die IATA Streckenpreise definiert und alle Airlines haben sich weitgehend daran gehalten. Da würden die Flugpreise aber noch höher liegen!

Und was die Medien betrifft, diese sind wie Politiker. Sie plappern auch in den meisten Fällen nur nach, was ein anderer mal vorgeschrieben hat. Einen echten kritischen Jorunalismus gibt es kaum noch, da in der heutigen Zeit nicht mehr die tiefgründige Analyse und Recherche belohnt wird (die ist ja auch teuer), sondern die Schnelligkeit der Online-Medien und damit die Click-Conversions der Werbe-Partner für die Einnahmen sorgen. Ich will bewusst nichts über diese Plattform hier schreiben oder eine Einteilung der Medien in die Kategorien vornehmen. Steht mir nicht zu und ist nicht Bestandteil dieses Beitrages.

Generell muss man anmerken, dass innerdeutsche Flüge auf einem recht niedrigen Niveau liegen. Auch nach der Air Berlin Insolvenz ist das noch so. Selbstverständlich waren sie vorher noch niedriger - siehe oft schon erläuterter Markt-Mechanismus. Wenn die Flüge innerhalb Deutschlands zu teuer wären, dann würden sich schon längst entsprechende Gegenangebot durch die LCC-Reihen bilden. Wie oft hat Ryanair angekündigt innerdeutsch zu fliegen? Jetzt haben sie eine der in dieser Beziehung noch lukrativsten Strecken als eine der ersten ausgesetzt wegen Pilotenmangel - Köln-Berlin. Und die Vorausbuchungszahlen waren definitiv nicht rosig - wenn man die damaligen von FR selber veröffentlichten Zahlen anschaut - ca. 20 PAXe/Flug im Durchschnitt für den ausgesetzten Zeitraum. Wenn man da soviel verdienen kann, weil der böse Monopolist zu teuer ist, hätte man diese Flüge nicht ausgesetzt.

Das ein Kartellamt die LH prüft ist ein richtiger und zwangsläufiger Schritt. Das würde ich von einem Kartellamt erwarten und ist seine Aufgabe. Es verbietet sich aber, ein mögliches Ergebnis dieser Prüfung in die eine, wie in ide andere Richtung, medial herbeizusehnen oder vorgeben zu wollen. Ich bin der Meinung, dass das Kartelamt in der Vergangenheit bisher bei sowas immer eine recht gute Figur gemacht hat.

Top, auf den Punkt!!!
Beitrag vom 27.11.2017 - 10:41 Uhr
Ich finde hier an der Sache Wesentlich das es nicht in Ordnung ist, das Lufthansa aus der Air Berlin Pleite einen Gewinn zieht!!! (und dies wird auch in den Medien so bestätigt das Lufthansa die Kunden abzockt). Komisch dass manche Leute diesem Verhalten noch eine Berechtigung abgewinnen können.... passiert nur in Deutschland.
Das kann und darf einfach nicht sein weil das wäre zum großen Nachteil des Verbrauchers.

Bin ich sofort dabei, wenn ...
... aber im Gegenzug auch dafür gesorgt wird, dass Lufthansa aus der Konkurrenz anderer Airlines keinen Verlust erleidet! Das hatten wir mal, vor der großen Deregulierung. Da hat die IATA Streckenpreise definiert und alle Airlines haben sich weitgehend daran gehalten. Da würden die Flugpreise aber noch höher liegen!

Und was die Medien betrifft, diese sind wie Politiker. Sie plappern auch in den meisten Fällen nur nach, was ein anderer mal vorgeschrieben hat. Einen echten kritischen Jorunalismus gibt es kaum noch, da in der heutigen Zeit nicht mehr die tiefgründige Analyse und Recherche belohnt wird (die ist ja auch teuer), sondern die Schnelligkeit der Online-Medien und damit die Click-Conversions der Werbe-Partner für die Einnahmen sorgen. Ich will bewusst nichts über diese Plattform hier schreiben oder eine Einteilung der Medien in die Kategorien vornehmen. Steht mir nicht zu und ist nicht Bestandteil dieses Beitrages.

Generell muss man anmerken, dass innerdeutsche Flüge auf einem recht niedrigen Niveau liegen. Auch nach der Air Berlin Insolvenz ist das noch so. Selbstverständlich waren sie vorher noch niedriger - siehe oft schon erläuterter Markt-Mechanismus. Wenn die Flüge innerhalb Deutschlands zu teuer wären, dann würden sich schon längst entsprechende Gegenangebot durch die LCC-Reihen bilden. Wie oft hat Ryanair angekündigt innerdeutsch zu fliegen? Jetzt haben sie eine der in dieser Beziehung noch lukrativsten Strecken als eine der ersten ausgesetzt wegen Pilotenmangel - Köln-Berlin. Und die Vorausbuchungszahlen waren definitiv nicht rosig - wenn man die damaligen von FR selber veröffentlichten Zahlen anschaut - ca. 20 PAXe/Flug im Durchschnitt für den ausgesetzten Zeitraum. Wenn man da soviel verdienen kann, weil der böse Monopolist zu teuer ist, hätte man diese Flüge nicht ausgesetzt.

Das ein Kartellamt die LH prüft ist ein richtiger und zwangsläufiger Schritt. Das würde ich von einem Kartellamt erwarten und ist seine Aufgabe. Es verbietet sich aber, ein mögliches Ergebnis dieser Prüfung in die eine, wie in ide andere Richtung, medial herbeizusehnen oder vorgeben zu wollen. Ich bin der Meinung, dass das Kartelamt in der Vergangenheit bisher bei sowas immer eine recht gute Figur gemacht hat.


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