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Virgin spinnt eigenes Zubringernetz mit Flybe und Stobart

Flybe-Crew
Flybe in Düsseldorf, © Flybe

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LONDON - Flybe soll zum Zubringer für Virgin Atlantic und ihre Partnerinnen werden. Das Gemeinschaftsunternehmen von Virgin Atlantic, der irischen Stobart Air und der britischen Investorengruppe Cyrus treibt die Konsolidierung auf dem europäischen und transatlantischen Airline-Markt rapide voran.

Mit einer sofortigen Finanzspritze von 20 Millionen britischen Pfund wollen Virgin Atlantic, Stobart Air und Cyrus die Aufrechterhaltung des Flybe-Betriebs sichern. Dieser unmittelbaren Investition sollen weitere 80 Millionen britische Pfund als neue Kapitalausstattung folgen.

Virgin, Stobart und Cyrus haben sich mit dem Flybe-Management auf einen Übernahmepreis von lediglich 2,2 Millionen britischen Pfund geeinigt.

Flybe soll in dem geplanten Konstrukt ihr Streckennetz aufrechterhalten und Virgins Langstreckenflüge mit Passagieren füttern. Dafür wird Flybe ihr britisches AOC behalten und langfristig unter der Marke Virgin Atlantic agieren.

Die irische Stobart Air soll das bisher nicht existente Zubringernetz von Virgin Atlantic in Irland mit Leben füllen. Sie behält ihr irisches AOC. Diese neue Kooperation ist Teil eines größeren Zusammenschlusses: atlantikübergreifend ist Virgin Atlantic bereits mit Delta Air Lines verquickt - die US-Airline hält 49 Prozent ihrer britischen Partnerin.

In Richtung Europa haben Virgin Atlantic und Delta sich mit Air France-KLM verzahnt: die französisch-niederländische Airline hat 31 Prozent von Virgin erworben, Delta wiederum gehören zehn Prozent von Air France-KLM.

Konkurrentinnen wie Easyjet müssen ob dieser Geschäftsbewegungen ihre Rolle finden. Die Airline ist ebenso wie Delta an Alitalia interessiert, zuletzt wurde sie in einem Übernahmeszenario als Zubringerairline für Alitalias Langstrecke gehandelt.

Verzahnt Delta sich nun auf diese Weise mit anderen potenziellen Zubringern, dürfte diese Rolle zumindest in Frage stehen. "Wir wollen Alitalia in unserem Joint Venture für den Nordatlantik - gemeinsam mit Delta, Air France-KLM und Virgin Atlantic", sagte KLM-CEO Anfang Januar im Interview mit der italienischen "IlSole24".

Zudem arbeitet EasyJet derzeit an einem eigenen System, in dem sie selbst die Hauptrolle spielt. Im Rahmen des Programms "Worldwide by EasyJet" bringt die Airline Passagiere über den Flughafen Gatwick zu den Langstreckenverbindungen ihrer Partnerinnen. Zu denen gehört auch Virgin Atlantic.

Auch die International Airlines Group wird durch den Deal möglicherweise zur Änderung ihrer Pläne gezwungen. Zum einen hat sie den Zuschlag für Flybe nicht bekommen, zum anderen stemmt Stobart Air bisher einen Teil des Flugbetriebs der irischen IAG-Tochter Air Lingus. Die verkündete Ende 2018, ihre Verbindung auf Nordatlantik-Strecken massiv ausbauen zu wollen.
© aero.de (boa) | Abb.: Flybe | 14.01.2019 11:15


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