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Embraer stehen mit Boeing magere Jahre bevor

Embraer E190-E2
Embraer E190-E2, © Embraer

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NEW YORK - Nimmt das Joint Venture von Embraer und Boeing die noch ausstehenden Hürden, stehen Embraer magere Jahre bevor. Der brasilianische Flugzeugbauer trennt sich weitgehend von seiner lukrativsten Sparte der Passagierflugzeuge - und erwartet bis 2020 null Gewinn.

Bis Ende 2019 wollen Boeing und Embraer ihr Joint Venture für die Sparte der 90-150-Sitzer in trockene Tücher bringen. Um die 9.000 Mitarbeiter soll das neue Unternehmen beschäftigen - etwa so viele wie jetzt in dem zur Verhandlung stehenden Geschäftsbereich arbeiten.

5,2 Milliarden US-Dollar sind Boeing 80 Prozent der Allianz wert - weitgehende Entscheidungskompetenz und offenbar auch zirka 3.000 Embraer-Patente eingeschlossen.

Mit dem Geld kann Embraer Reserven aufbauen. Die wird der brasilianische Flugzeugbauer allerdings auch dringend benötigen: wie das Unternehmen im Januar bekanntgab, rechnet es für 2019 wegen der mit dem Joint Venture verbundenen Kosten mit null Gewinn.

Ähnlich soll es 2020 aussehen. Dann rechnet Embraer zusätzlich mit Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent, denn mit der Einrichtung des neuen Embraer-Boeing-Unternehmens trennt Embraer sich von seiner bisher stärksten Sparte.

Wie die Agentur "Reuters" unter Berufung auf Embraer-Managern berichtet, wird Boeing erst fünf Jahre nach Abschluss des Geschäfts damit beginnen, Gewinnbeteiligungen an Embraer auszubezahlen.

Umsätze mit Business-Jets und Verteidigung geringer als erwartet

Zurück bleibt das Segment der Business-Jets und die Verteidigungssparte. Bei den Business-Jets meldete Embraer im Januar, dass die Umsätze in diesem Bereich 2018 um 250 Millionen US-Dollar niedriger waren als erwartet.

In der Verteidigungssparte lagen die Umsätze dem Unternehmen zufolge 200 Millionen US-Dollar unter den ursprünglichen Prognosen. Auch in diesem Segment haben Boeing und Embraer ein Joint Venture auf den Weg gebracht.

Neue Verträge für den Militärtransporter KC-390 sollen in den Verantwortungsbreich der "EB Defense" fallen. Die Endmontage des Fliegers soll zukünftig im US-amerikanischen Delaware stattfinden.

Die derzeitige Montagelinie im brasilianischen Bundesstaat São Paulo soll dennoch weiter betrieben werden. Embraer soll 51 Prozent, Boeing 49 Prozent an "EB Defense" halten.

Für jeden neu abgeschlossenen Verkaufsvertrag eines KC-390 soll Embraer 3,5 Prozent Lizenzgebühr kassieren - das Unternehmen hat 1,3 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung des Flugzeuges investiert.

Das brasilianische Arbeitsministerium fordert eine Garantie für den Erhalt der Embraer-Arbeitsplätze in Brasilien - knapp 27.000 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen dort derzeit.

Präsident Jair Bolsonaro hat im Januar grünes Licht für den Deal gegeben. Am 26. Februar sollen die Embraer-Aktionäre darüber abstimmen. Machen sie den Weg frei, liegt es an den Wettbewerbsbehörden der beiden Länder, das Ganze zu besiegeln.

Die Verhandlungen zwischen dem US-Giganten und dem brasilianischen Flugzeugbauer nahmen Ende 2017 Fahrt auf, nachdem Airbus seinen Deal mit Bombardier bekanntgegeben und die Wettbewerbssituation im Segment der 90-150-Sitzer schlagartig verändert hat.
© aero.de (boa) | Abb.: Embraer | 16.02.2019 21:45

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Beitrag vom 18.02.2019 - 08:20 Uhr
OK, ich geb es zu. So ganz versteh ich die Logik dahinter nicht.




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