Flug BSK293
Älter als 7 Tage

Boeing 737 der Miami Air rutscht von Landebahn in Fluss

JACKSONVILLE - Eine Passagiermaschine des Typs Boeing 737-800 (Reg. N732MA) ist auf dem Militärflughafen in Jacksonville (Florida) mit 143 Menschen an Bord von der Landebahn abgekommen und in einem angrenzenden Fluss gelandet. Alle Insassen haben das Unglück überlebt.

Dies teilten die örtliche Polizei und Jacksonvilles Bürgermeister Lenny Curry am Freitagabend (Ortszeit) über Twitter mit. Der Polizei zufolge wurden 21 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Es gehe aber allen gut, niemand habe ernsthafte Verletzungen erlitten.

Der Flughafen teilte mit, die Maschine sei vom Marinestützpunkt Guantánamo auf Kuba nach Jacksonville an der Ostküste von Florida geflogen. Gegen 21.40 Uhr (Ortszeit) sei der Flieger dann am Ende der Landebahn 10 in den St.-Johns-Fluss gestürzt. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar.

Nach Angaben einer Sprecherin des Flughafens waren 136 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder an Board.

Bruchlandung einer Miami Air 737 am 03.05.2019, © Twitter / Jax Sheriffs´s Office

Die 737 ist das erfolgreichste Modell des US-Konzerns Boeing und die meistverkaufte Passagiermaschine der Welt. Die Unglücksmaschine gehörte der Charterfluggesellschaft Miami Air International. Einem Bericht des Senders ABC News zufolge hatte das Verteidigungsministerium das Flugzeug gechartert. Laut der Webseite "FlightAware" war es gegen 19.19 Uhr von Guantánamo aufgebrochen.

Von dem Flughafen des Marinestützpunktes auf Kuba fliegen in der Woche nur wenige Maschinen ab. Oft haben sie Soldaten und Angehörige an Bord, die das Festland besuchen. Der Marinestützpunkt ist vor allem bekannt, weil dort das umstrittene Gefangenenlager angesiedelt ist, das die US-Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtete, um mutmaßliche Terroristen festzuhalten. Die Marinebasis ist aber noch größer und wesentlich älter.

Der Bürgermeister von Jacksonville schrieb auf Twitter, Rettungskräfte arbeiteten daran, das Kerosin im Wasser unter Kontrolle zu bringen. Er erklärte auch, dass das Weiße Haus nach dem Vorfall Hilfe angeboten habe.

Flug BSK293 am 03.05.2019, © Jason Rabinowitz / Twitter


Die Bilder aus Jacksonville erinnern an einen ähnlichen Vorfall vom Januar 2009: Damals musste nur drei Minuten nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen La Guardia ein Airbus A320 der Gesellschaft US Airways auf dem Hudson River notlanden. Alle 155 Menschen an Bord überlebten den Sturz in die eisigen Fluten. Die meisterhafte Leistung des Piloten wurde als "Wunder vom Hudson" gefeiert - und später verfilmt.

Miami Air Boeing 737, © Twitter / Bridgette Matter
© dpa, aero.de | Abb.: Jax Sheriffs Office | 04.05.2019 05:20

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Beitrag vom 05.05.2019 - 16:54 Uhr
Die Piste soll ca. 2,7 km lang sein. Mit der versetzten Schwelle sollen es noch mehr als 2 km sein. Benötigt man dann noch sehr wirkswame Bremsen?
Der Bericht vom Unfall wird wohl die Begleitumstände darstellen.

Normalerweise langt das. Wer aber bei +TSRA (schwerem Gewitter) und inklusive Böenfaktor mit 18kt Rückenwind landet, sollte schon einen trifftigen Grund haben warum er ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt und ausgerechnet dort diesen Anflug machen muss.

Dieser Beitrag wurde am 05.05.2019 16:54 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 05.05.2019 - 13:22 Uhr
Die Piste soll ca. 2,7 km lang sein. Mit der versetzten Schwelle sollen es noch mehr als 2 km sein. Benötigt man dann noch sehr wirkswame Bremsen?
Der Bericht vom Unfall wird wohl die Begleitumstände darstellen.

Der Stadtflugplatz von Sao Paulo weist eine wesentlich kürzere Piste auf. Dort kann man nur landen, wenn man sich wirklich sicher ist, dass alles klappt.
Beitrag vom 05.05.2019 - 09:44 Uhr
Zufall.

Wenn man lange genug sucht, kann man solche Statistiken für jedes Modell aufstellen, die B737 ist in den USA auch weiter verbreitet als die A320.

Gibts denn sowas wie ROPS für die 737? Falls nicht, wäre es doch kein Zufall

Hat das denn ein A320?

Ja, ist als Option von Werk oder per SB verfügbar.

Ok. Aber lange nicht Standard und schon gar nicht weit verbreitet, oder?

Ich weiß nicht wie es bei den SB's aussieht, ab Werk wird es sehr häufig verbaut, so erzählen zumindest meine ehemaligen Kollegen. Es soll auf der A321ACF irgendwann auch mal Standard werden, wie weit die da sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Das ROPS ist aber, wie schon erwähnt, nur eine Hilfe, mit Bahnbedingungen wie sie gern in Florida nach Gewittern oder Starkregen herrschen, tut es sich auch schwer, weil es bei Wet Condition nicht von Flooded ausgeht, was ja eigentlich auch keine Landung empfehlenswert macht.


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