Klima und Gesundheit
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Umweltverbände drängen FAA zur Abkehr von Überschallflügen

Boom Supersonic
Boom Supersonic, © Boom Supersonic

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WASHINGTON - Unter Federführung des "Center of Biological Diversity" richteten 28 einflussreiche Umweltorganisationen am Donnerstag einen dringenden Appell an die US-Luftfahrtbehörde FAA, ihre Pläne zur Erlaubnis von Überschallflügen im Luftraum der USA zu stoppen.

"Die Welt brennt und Überschallflugzeuge blasen Kerosin ins Feuer", sagte Clare Lakewood, Sprecher des Center of Biological Diversity. Lakewood spricht von einem Klimanotstand: Es sei völlig verrückt, "unser Klima den Ultrareichen zu opfern, damit die schneller fliegen können."

Aktuell entwickelt "Boom Supersonic" auf Denvers Centennial Airport seinen Vierzigsitzer "Overture" mit zweifacher Schallgeschwindikeit, der 2023 zum Einsatz kommen soll. Kleinere Flugzeuge sind auch bei Spike Aerospace und Aerion Supersonic in Entwicklung.

An dem Boom-Projekt sind auch Japan Airlines JAL und die britische Virgin-Group mit einer Vorbestellung von zusammen 30 Overture-Jets beteiligt. Transpazifisch soll sich die Flugzeit auf 5,5 Stunden veringern, transatlantisch auf 3,5 Stunden, transkontinental (USA) auf 2,5 Stunden.

Allerdings würden die neuen Überschallflugzeuge pro Passagier bis zu sieben Mal soviel Treibstoff verbrennen wie ein herkömmliches Verkehrsflugzeug. Zudem würden die CO2-Emmissionen die gesetzlichen Grenzwerte um bis zu 70 Prozent überschreiten, die Stickoxyd-Einträge um bis zu 40 Prozent - mit gravierenden Gesundheitsfolgen.

Im August 2018 verhinderten 38 Umwelt- und Gesundheitsorganisationen beim US-Senat das bestehende Verbot von Überschallflügen über dem US-Festland wieder aufzuheben. Seit Oktober 2018 hat die FAA aber die Auflage bestehende Zulassungsbeschränkungen für Überlandflüge erneut zu überprüfen. Dies gelte zunächst für Testflüge.
© aero.at | Abb.: Boom Technology | 01.09.2019 09:08

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Beitrag vom 03.09.2019 - 21:47 Uhr
Die Protagonisten der Überschallflugzeuge sind sich des Verbrauchproblemes schon bewusst.
Gibt es überhaupt ein geeignetes Triebwerk? Sicher, das Militär interessiert sich auch für
bessere Verbäuche. Aber diese Triebwerke wären streng geheim.
Die Aerodynamik im Überschallflug ist auch verbesserbar. Der Lärm eines Überschallfliegers sollte nicht viel grösser sein als bei der B787 oder A350 sein.

Airbus hat sich aus diesem Geschäft schon zurückgezogen. Wann kommen die nächsten?
M. E. wird auch dieser Versuch scheitern.

Dieser Beitrag wurde am 03.09.2019 21:48 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.09.2019 - 10:51 Uhr
Am Ende will keiner den ersten Schritt tun, natürlich wirtschaftlich weiter wachsen und mehr Geld verdienen und dadurch natürlich mehr Öl/Kohle vebrennen.

Dabei hat jeder für sich je nach Wahl der Argumente irgendwo recht, während das Ökosystem at large so langsam vor die Hunde geht und uns allen die Nahrung und Luft ab- und die Wärme aufdreht.
So gehts halt auch nicht weiter...
Erich, natürlich nicht. Mehr Geschwindigkeit erfordert heute eine völlig neue Technik, die ihre Energie aus nachhaltigen Ressourcen bezieht und dafür natürliche Kreisläufe nutzt. Und davon sind wir noch weit entfernt. Zehnmal mehr Dreck ist heute schlicht nicht mehr verkäuflich. Und in kleinen Stückzahlen ist der Boom-Flieger ein Investitionsgrab der Sonderklasse. Man könnte das Projekt freilich als Anreiz für die Entwicklung einer neuen Technik nutzen, da seh ich aber eher bei der Nasa eine Chance als bei einem Privat Venture wie Boom Technology.
Beitrag vom 02.09.2019 - 20:13 Uhr
selbst wenn es sieben Mal so viel sein wird: in absoluten Zahlen ist der prognostizierte Anteil der kommenden Überschallflieger am Gesamtflugbetrieb weltweit doch nichts.

Genau :) Dann kann jeder normale Betreiber von sich sagen: _Mein_ Jet ist doch super sauber, der hat ja nur 1/7 des Ausstoßes dieser neuen Überschalljets.
Daduch lässt sich Greenwashing auf eine völlig neue Ebene heben:
Unterschallfliegen ist die neue grüne Fortbewegung :)

OK Mal Ernsthaft:
Ein Teil des Problems der Debatte der Klimaerwärmung und ihrer Treiber ist tasächlich, dass jeder auf andere zeigt, die angeblich noch schlimmer sind:
Fluggesellschaften zeigen auf Autofahrer, die zeigen auf die Hersteller von Akkus, die zeigen auf Schiffsdiesel, die zeigen auf Regenwald-Abholzer, die zeigen auf Methan-Emissionen der Fracking-Branche. die zeigen auf natürliche Emissionen der Thundra, etc. pp..

Am Ende will keiner den ersten Schritt tun, natürlich wirtschaftlich weiter wachsen und mehr Geld verdienen und dadurch natürlich mehr Öl/Kohle vebrennen.

Dabei hat jeder für sich je nach Wahl der Argumente irgendwo recht, während das Ökosystem at large so langsam vor die Hunde geht und uns allen die Nahrung und Luft ab- und die Wärme aufdreht.
So gehts halt auch nicht weiter...

Dieser Beitrag wurde am 02.09.2019 22:09 Uhr bearbeitet.


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