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Investoren gegen zu großen Staatseinfluss bei Lufthansa

Geparkte Lufthansa-Jets
Lufthansa parkt Flugzeuge, © Lufthansa

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BERLIN - Gegen einen zu großen Staatseinfluss bei der Lufthansa hat sich die Fondsgesellschaft Union Investment der genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken ausgesprochen. 

In den Verhandlungen mit der Bundesregierung über Staatshilfen dürfe Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Bogen aber nicht überspannen, warnte Portfolio-Manager Michael Gierse vor der für Dienstag geplanten Hauptversammlung des Dax-Konzerns .

 "Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. (...) Wenn die Politik sich ins Geschäft einmischt, sehen wir das Risiko einer überdimensionierten Infrastruktur, die nicht ausreichend an die neue Normalität angepasst wird", erklärte der Investoren-Vertreter am Montag in Frankfurt. 

Die Corona-Krise biete einer verkleinerten Lufthansa auch Chancen, eine modernere Flotte zu betreiben und den Ausstoß klimaschädlicher Abgase deutlich zu senken.

Im Namen der Anteilseigner verlangt die Union Investment eine einfachere Unternehmensstruktur und eine klare Ausrichtung auf das Premium-Segment. "Und Gedankenspiele über Zukäufe schwieriger Sanierungsfälle wie Alitalia verbieten sich nach der Krise von selbst!", erklärte Gierse. Das Krisenmanagement des Unternehmens lobte er ausdrücklich.

Der Lufthansa-Konzern ist von der Corona-Krise schwer getroffen und hat seinen Flugbetrieb auf ein Minimum reduziert. Mit den Heimatstaaten seiner Fluglinien verhandelt das Unternehmen über staatliche Beihilfen. 

In Deutschland steht ein Paket von rund 10 Milliarden Euro in der Diskussion. Dem Vernehmen nach ist neben einer stillen, verzinsten Einlage des Bundes auch eine direkte Beteiligung des Staats geplant. An diesem Montag beraten Vorstand und Aufsichtsrat der Lufthansa die Lage.
© dpa | 04.05.2020 11:09

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Beitrag vom 04.05.2020 - 11:58 Uhr
Bin ich der einzige, der es etwas befremdlich findet,

Nein.

Die Corona-Krise biete einer verkleinerten Lufthansa auch Chancen, eine modernere Flotte zu betreiben und den Ausstoß klimaschädlicher Abgase deutlich zu senken.

Hier scheint schon jemand (ziemlich schräge) Werbung für massiven Arbeitsplatz-Abbau zu machen.

Der "staatliche EInfluss" der "schädlich" wäre, wäre also vermutlich primär die Forderung, auf Massen-Entlassungen zu verzichten...
Da stellt sich dann doch die Frage, was genau der Staat retten soll, wenn nicht die Arbeitsplätze und damit den Wirtschaftskreislauf als Genzes.

Den zukünftigen Gewinn der LH-Investoren?
Beitrag vom 04.05.2020 - 11:55 Uhr
Ne das geht mir genauso. Ich verstehe nicht ganz, dass ein Unternehmen welches gerade noch 1/3 des Wertes hat des Betrages der von der Regierung (sprich unseren Steuerzahlungen) als Hilfe/Kredit verlangt wird überhaupt noch ein Mitspracherecht hat. Die Alternative ist zumachen oder mit 10Mrd. Steuergeldern nach der Krise wieder durchstarten. Dass Spohr Angst hat um seinen Job und um sein Gehalt ist mir verständlich, dass sich seine CSU-Buddies Scheuer und Söder mal wieder durchsetzen ( wie bei der unsinnigen Verlagerung von Langstreckenflügen von FRA nach MUC) darf man nicht hoffen, weil alles was die CSU anfasst im Endeffekt für die Allgemeinheit ultrateuer wird. Eine Beteiligung kann es nur mit Sperrminorität und 2 Aufsichtsratsmandaten geben, ansonsten macht diese kein Sinn.



Bin ich der einzige, der es etwas befremdlich findet, dass man von der Lufthansa die ganze Zeit hört, wie schädlich staatlicher Einfluss ist, während sie gleichzeitig wollen, dass der Staat (wir alle) ein paar Milliarden auf den Tisch legt?
Beitrag vom 04.05.2020 - 11:38 Uhr
Man muß den Perspektivwechsel erkennen. Vor der Krise war das durchaus so. Schon da hatten die Legacy Airlines mit den Deep Pocket Airlines aus dem Mittleren Osten oder den Alitalias dieser Welt ihre Probleme, was fairen Wettbewerb angeht. Jetzt nach der Krise trifft das umso mehr zu. Vor diesem Hintergrund muß es neu bewertet werden. Wenn man nicht möchte dass in Zukunft noch mehr Wertschöpfung ins Ausland abwandert, wo fleißig subventioniert wird, der darf sich einer staatlichen Unterstützung nicht verschließen

Ich habe in diesem Forum nicht nur einmal darauf hingewiesen, daß dies zumindest in Europa auf einheitlichen Grundsätzen geschehen sollte um gerade die Wettbewerbsbasis einheitlich zu halten. Wenn jede Regierung ihr eigenes Süppchen kocht wird das am Ende noch mehr verbranntes Geld bedeuten.

Hier kann es auch nicht um die Diskussion der Systemrelevanz gehen. Wenn man danach ginge dann müssten wir halb Deutschland samt Bürgern abschaffen, weil vieles nunmal nicht systemrelevant aus der Perspektive eines jeden anderen ist. Jeder hält sich im Zweifel für systemrelevant. Darauf kann es aber nicht ankommen. Wenn man dies konsequent umsetzen würde, wäre unsere Welt weniger vielfältig und bunt, etwa so wie jetzt in der Krise. Und das kann keiner auf Dauer fordern oder wünschen. Ich jedenfalls nicht.


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