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Älter als 7 Tage

Lufthansa hält an Buchungen per Vorkasse fest

Lufthansa Check-In Automat
Lufthansa Check-In Automat, © Lufthansa

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FRANKFURT - Der Lufthansa-Konzern will die Vorkasse für Flugtickets beibehalten. Diese sei wie bei der Bahn, dem öffentlichen Nahverkehr oder Veranstaltungen weltweit gängige Praxis und nutze Fluggesellschaften und Kunden gleichermaßen, schreibt der Konzern am Montag in seinem aktuellen "Politikbrief spezial".

Zuvor hatten Verbraucherschützer nach stockenden Ticket-Erstattungen in der Corona-Krise gefordert, dass Flugreisen erst bei Antritt und nicht schon Wochen und Monate im Voraus bezahlen werden sollten. Dies ist bislang nur für bestimmte Großkunden möglich, während bei normalen Tickets der Reisepreis bereits bei der Buchung fällig ist.

Die Fluggesellschaften erhielten mit der Vorkasse Planungssicherheit und könnten zudem differenzierte Preise anbieten, argumentiert die Lufthansa. Ohne Vorauszahlungen seien günstige Frühbucher-Tarife nicht darstellbar. Zudem würden Flüge besser ausgelastet, was auch ökologisch vorteilhaft sei.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband geht hingegen bei einem Wegfall der Vorkasse nur von geringen Preissteigerungen aus.

In dem Politikbrief verlangt der teilverstaatlichte Luftverkehrskonzern zudem faire globale Wettbewerbsbedingungen und Kostenentlastungen, um die Krise bewältigen zu können. Bei den Fluggastrechten müsse die bereits 2013 von der EU-Kommission angestoßene Reform umgesetzt werden. Der Vorschlag sieht unter anderem eine höhere zeitliche Schwelle vor, ab der die Unternehmen Entschädigungen zahlen müssen.
© dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 12.04.2021 12:47

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Beitrag vom 15.04.2021 - 07:05 Uhr
Stimmt auch. Im Grunde geht es für Beide um Risikomanagement. Das Risiko den Platz (nicht)zu haben vs den Platz kalkulier- und planbar zu verkaufen. Dafür gibt es Abschläge im Preis vs. Vorkasse. Beide Seiten haben Vor- und Nachteile. Der Markt hat sich damit arrangiert. Würde man das jetzt in eine Richtung beeinflussen, wäre eine Seite im Nachteil oder, um das doch irgendwie zu mildern, könnte man ein Verwaltungsmonster kreieren (Treuhandkonto).
Vorkasse ist global in vielen Bereichen usus und akzeptiert. Ich verstehe das Problem nicht.

Ich glaube nicht, dass man davon sprechen kann, dass der Markt sich damit arrangiert hat. Wenn ich fliegen muss und keine Airline bietet was anderes außer Vorkasse an, hab ich schlichtweg keine andere Wahl.
Na eben. Sollte es einen Bedarf geben und sich ein Anbieter aus der Bedienung dieses Bedarfs einen Wettbewerbsvorteil versprechen, dann würde dieser Bedarf bedient werden. Das scheinen die Anbieter wohl nicht zu erkennen, daher bieten sie es nicht an, alternativ gibt es die kurzfristige Buchungsmöglichkeit, siehe oben. Da die Kunden in Scharen fliegen, mit starken Wachstumsraten, scheinen die mit diesem Modell kein Problem zu haben. Weltweit. Wenn doch, dann würden sie das nicht in diesem Maße nutzen, die Airlines würden analysieren was da los ist, entsprechend reagieren usw... Legal ist das alles auch, siehe Urteil BGH.
Das Problem haben sich die Airlines selbst eingebrockt, auch vor Corona schon.
Aber die Airlines haben doch kein Problem, im gegenteil?
Auch davor haben sich viele Kunden schon mit dem Support der Airlines rumgeärgert, wenn es um Erstattungen ging. Sie beklagen ein potenzielles Verwaltungsmonster, vergessen dabei aber, dass für die Kunden bereits jetzt schon entweder ein riesiger Verwaltungsaufwand entsteht, wenn es Unregelmäßigkeiten gegeben hat und man das Ticket erstattet haben möchte. Entweder müssen sie es langwierig selbst machen oder beauftragen Firmen wie Flightright damit, es für sie zu tun, was wiederum einen finanziellen Aufwand bedeutet. Immerhin hat sich ein ganzes Geschäftsmodell um die Entschädigungen entwickelt! Da kann man doch beim besten Willen nicht davon sprechen, dass es kein Problem gäbe!
Das muss man differenzierter sehen.
Verwaltungsmonster -
Durch das Treuhandkonto müsste JEDER Flug über dieses Konto abgerechnet werden. Irgendwer müsste das machen und der muss auch bezahlt werden.
Bei Erstattungen ist zu unterscheiden zwischen Kunde will zurücktreten und will Erstattung oder Airline storniert und Kunde will nicht umbuchen sondern Erstattung.
In beiden Fällen ist das kein Aufwand, habe ich gerade erst gemach, das geht fix. Die Probleme treten auf, wenn die Erstattung zu lange dauert. Corona würde ich mal ausschließen, es geht ja um den Normalfall. Wieviele Erstattungen länger als die 7 Tage Frist gedauert haben weiß ich nicht, haben Sie da Zahlen? Sollte das in schöner Regelmäßigkeit überschritten worden sein, wären da der Verbraucheschutz und zuständie Behörden eingeschritten. Habe ich nicht in Erinnerung, hätte Sie da einen Hinweis?
Ich finde die Idee mit dem Treuhandkonto auch sehr reizvoll. Dann ärgern sich auch die Airlines nicht mehr mit No-shows rum und geraten nicht jedes Mal mit den Kunden aneinander, wenn es nicht läuft.
Jedes Mal ? ;-)
Die ärgern sich ja nicht über No Shows, die kalkulieren damit. Die Überbuchen und jeder NoShow mit nicht erstattbarem Tarif bringt mehr Geld in die Kasse.
Beitrag vom 15.04.2021 - 00:46 Uhr
Dieser Beitrag stimmt nicht ganz!
Nur bei Lufthansa direkt gebuchte Tickets muessen direkt bei Buchung bezahlt werden.
Der Reisevertrieb und somit die Reiseveranstalter/Reisebueros haben auch weiterhin die Moeglichkeit auf Lufthansa Fluegen nicht direkt den vollen Flugpreis kassieren zu muessen, was dann bei evtl. Flugstornierungen, Streckenstreichungen usw. es einfacher macht nur einen bereits bezahlten Teil des Flugpreises wieder zurueckzufordern, was bei direkt bei Lufthansa gebuchten Tickets dann schon mal ein paar Wochen, Monate dauern kann!

Daher gibt es immer noch Mittel NICHT sofort bei Buchung den vollen Flugpreis zu bezahlen.

Ihr Reisevertrieb Ihres Vertrauens beraet Sie gerne, das wird eine Lufthansa oder eine Lufthansa Internetseite nicht koennen.

Somit stimmt dieser geschriebene Beitrag nicht ganz!
Es gibt diverse Tarife die NICHT direkt bei Lufthansa aber auf Lufthansa Fluegen vertrieben werden, die NICHT sofort bei Buchung zur vollen Zahlung faellig sind.
Beitrag vom 13.04.2021 - 13:42 Uhr
Stimmt auch. Im Grunde geht es für Beide um Risikomanagement. Das Risiko den Platz (nicht)zu haben vs den Platz kalkulier- und planbar zu verkaufen. Dafür gibt es Abschläge im Preis vs. Vorkasse. Beide Seiten haben Vor- und Nachteile. Der Markt hat sich damit arrangiert. Würde man das jetzt in eine Richtung beeinflussen, wäre eine Seite im Nachteil oder, um das doch irgendwie zu mildern, könnte man ein Verwaltungsmonster kreieren (Treuhandkonto).
Vorkasse ist global in vielen Bereichen usus und akzeptiert. Ich verstehe das Problem nicht.

Ich glaube nicht, dass man davon sprechen kann, dass der Markt sich damit arrangiert hat. Wenn ich fliegen muss und keine Airline bietet was anderes außer Vorkasse an, hab ich schlichtweg keine andere Wahl.

Das Problem haben sich die Airlines selbst eingebrockt, auch vor Corona schon. Auch davor haben sich viele Kunden schon mit dem Support der Airlines rumgeärgert, wenn es um Erstattungen ging. Sie beklagen ein potenzielles Verwaltungsmonster, vergessen dabei aber, dass für die Kunden bereits jetzt schon entweder ein riesiger Verwaltungsaufwand entsteht, wenn es Unregelmäßigkeiten gegeben hat und man das Ticket erstattet haben möchte. Entweder müssen sie es langwierig selbst machen oder beauftragen Firmen wie Flightright damit, es für sie zu tun, was wiederum einen finanziellen Aufwand bedeutet. Immerhin hat sich ein ganzes Geschäftsmodell um die Entschädigungen entwickelt! Da kann man doch beim besten Willen nicht davon sprechen, dass es kein Problem gäbe!

Ich finde die Idee mit dem Treuhandkonto auch sehr reizvoll. Dann ärgern sich auch die Airlines nicht mehr mit No-shows rum und geraten nicht jedes Mal mit den Kunden aneinander, wenn es nicht läuft.

Dieser Beitrag wurde am 13.04.2021 13:47 Uhr bearbeitet.


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