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793 zu 600 Flugzeuge: Airbus und Boeing lagen 2025 noch knapp 200 Auslieferungen auseinander. Im Vorjahr hatten Qualitätsmängel im Boeing-Kernprogramm 737 MAX und eine straffere Aufsicht den Abstand zwischen den Konkurrenten auf mehr als 400 Maschinen ausgedehnt.
"Tatsächlich ist es sehr motivierend, Boeing wieder zurück in der Topliga zu sehen", kommentierte der scheidende Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte Christian Scherer die Entwicklung am Montagabend vor Medienvertretern. "Dieser Wettbewerb ist gut."
Scherer, der sein Amt als Nummer 2 bei Airbus an Ex-MTU-Chef Lars Wagner abgibt, hatte Airbus die letzten Jahre immer wieder vor Selbstzufriedenheit durch die Boeing-Schwäche gewarnt.
"Wenn es in einem Markt mit wenigen Anbietern einem der großen Spieler schlecht geht, ist das für alle ein Thema", sagte der Manager 2024 der "Wirtschaftswoche". "Es gibt größeren Druck seitens aller Beobachter, inklusive der Aufsichtsbehörden."
Bei den Bestellungen lag Boeing im vergangenen Jahr mit brutto 1.175 Maschinen sogar wieder vor seinem Konkurrenten aus Europa, der brutto auf genau 1.000 neu bestellte Maschinen kam. Auch nach Abzug von Stornierungen ließ Boeing seinen Rivalen Airbus beim Auftragseingang hinter sich.
Airbus-Chef Guillaume Faury hatte das bereits abgesehen. Laut Faury surft Boeing geschickt die Bugwelle der US-Handelspolitik. "Es ist richtig, dass sie der US-Präsident bei Zollverhandlungen mit mehreren Staaten unterstützt hat", sagte Faury Ende 2025 einem Radiosender.
Scherer: Triebwerksengpass hält 2026 an
Obgleich Boeing im vergangenen Jahr mehr Bestellungen hereinholte als Airbus, sitzt der europäische Hersteller auf einem weitaus dickeren Auftragsbuch. Ende 2025 lag der Airbus-Auftragsbestand bei 8.754 Maschinen. Boeing kam auf 6.720 Jets - rund 2.000 weniger. Zieht man problemlos kündbare Bestellungen ab, waren es bei Boeing sogar nur 6.130 Stück.
Airbus begegnet der Nachfrage mit steigenden Produktionszahlen quer über alle Programme, rechnet für 2026 mit einem andauernden Sichtflug bei Triebwerkslieferungen. Das betreffe allem GTF-Triebwerke für Airbus A320neo von Pratt & Whitney, die aktuell weiterhin "sehr spät" an den Werken eintreffen, sagte Scherer.
© dpa, aero.de | Abb.: Airbus | 14.01.2026 17:24







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