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British Airways tüftelt an neuem Billigflieger für Gatwick

London Gatwick Airport
London Gatwick Airport, © Gatwick Airport

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LONDON - Der Wettbewerb in Gatwick ist hart: Billigflieger wie Easyjet, Wizz Air und Ryanair locken Passagiere mit Niedrigpreisen zu Urlaubszielen. British Airways überlegt nun, ob sie nach der Krise selbst zu diesem Kampf antritt oder ob sie eine neue Billigtochter ins Rennen schickt.

"Wie Sie wissen haben wir während der Pandemie keine Kurzstreckenflüge von Gatwick aus angeboten", zitiert "Head for Points" aus einer Mitteilung des BA-Managements an die Mitarbeiter.

"Damit wir in der aktuellen Situation wirtschaftlich arbeiten können, brauchen wir ein wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell. Deswegen schlagen wir eine neue Tochtergesellschaft vor, die parallel zum BA-Langstreckenbetrieb ab dem Sommer 2022 Kurzstrecken ab Gatwick bedienen soll."

Eigenen Angaben zufolge arbeitet das Management auf der Suche nach Lösungen mit Gewerkschaftsvertretern zusammen. Weitere Infos will es nicht geben, da sich die Planung noch im Anfangsstadium befinde.

Anders klingt ein erstes Statement der Pilotengewerkschaft BALPA: "BALPA begrüßt die Entscheidung der BA, wieder Kurzstrecken am Gatwick anzubieten und eine Reihe dringend benötigter Jobs zu schaffen, mit einer gewissen Vorsicht. Wir und British Airways befinden uns in finalen Verhandlungen zu den überarbeiteten Gehältern und Bedingungen für BA-Piloten und hoffen, dass sie in Kürze abgeschlossen werden können."

Wie es aus Pilotenkreisen heißt, auf die sich "Head for Points" bezieht, behalten die BA-Piloten, die ab Gatwick eingesetzt werden, ihren Vertrag und ihren Platz in der Senioritätsliste. Die Bedinungen bleiben demnach weitgehend gleich - allerdings kommt es wahrscheinlich wegen der stärkeren saisonalen Schwankungen in Gatwick zu Einkommenseinbußen.

Die Vorsicht der Gewerkschafter rührt daher, dass die Zustimmung zu einer neuen Billigairline das Tor für die zukünftige Anstellung neuer Kollegen zu schlechteren Bedingungen öffnen könnte.

Diese Befürchtung teilen auch deutsche Gewerkschafter im Fall der Lufthansa-Billigtochter Eurowings Discover. Der entscheidende Unterschied hier: Das Lufthansa-Management hat im Gegensatz zur British Airways bisher nicht das Gespräch mit Gewerkschaften zu dem Thema gesucht.
© aero.de | Abb.: Gatwick Airport | 01.09.2021 07:40

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Beitrag vom 03.09.2021 - 15:42 Uhr
Vorneweg: ich hab keine Ahnung was die Unterschiede/ Wertigkeiten/ Zertifizierungen von Technikern, Meistern, Gesellen, Wartungstechnikern, Konstruktionstechnikern usw. angeht.

Aber ich vermute mal dass es da wie auch bei den Ingenieuren eine Grundausbildung gibt welche einem eine gewisse Flexibilität ermöglicht.
Bei den Ingenieuren wird schonmal querbeet die Spezialisierung gewechselt denn wer das grundlegende mathematische Wissen hat kann sich in den Rest eigentlich ohne weiteres einlesen. Siehe Kurt Tank, Konrad Zuse etc. aber das gibts auch heute noch, auch ohne Wiki-Artikel.

Mein Großvater hatte ursprünglich auch ein ganz anderes Handwerk gelernt als das was er später gearbeitet hat, das war damals sicher noch einfacher als heute weil die Regulierung nicht so stark und die Technik einfacher war aber so weit ich weiß ist es in der Industrie schon noch möglich und auch üblich z.B. innerhalb der Metallberufe zu wechseln und ich seh jetzt auch kein Problem darin einen Wartungstechniker für Flugzeuge z.B. zu einem Wartungstechniker für Klimaanlagen oder Aufzüge umzuschulen.

Ihr habt z.B. sicher viel mehr E-Technik gelernt als für die Wartung/ Installation von Klimaanlagen und Aufzügen nötig ist. (no offense)

Ich würd mich da nicht verrückt machen, wer sich mit Flugzeugen auskennt der muss vor Weiterbildung in andere Bereiche (außer vielleicht KFZ) keine Angst haben und irgendwer sucht immer. Gerade in Richtung Gebäudetechnik dürfte dank Bauboom doch was zu haben sein.
Beitrag vom 03.09.2021 - 15:15 Uhr
... ich mit Weiterbildung ...

Das ist natürlich immer nen guter Ansatz, den ich ganz klar befürworte.
Nur haben den viele und auch immer mehr so das hinten mehr und mehr runter fallen. Wenn es 10 Stellen gibt, 20 Bewerber da sind, alle super Weitergebildet gewinnen natürlich die 10 bestgebildeten ... aber es bleiben 10 übrig ... das ist qaa mir Angst macht. Ich weiss nicht ob Sie mich da verstehen ...

Natürlich verstehe ich Sie!
Aber welchen Sinn macht es, sich von seiner Angst beherrschen zu lassen?
Ich mache da nicht mit und versuche mich gut zu positionieren. Wird es für mich vielleicht schlechter? Vielleicht! Wie kann ich auch davon ausgehen, dass der heutiger Wohlstand für uns und unsere Nachkommen für immer so anhält? So etwas gab es doch noch nie in der Geschichte der Menschheit.
Wissen Sie, meine Vorfahren haben zwei Weltkriege mitmachen müssen, da finde ich ein wenig Race-to-the-bottom doch relativ harmlos. Und bin froh, wenn es nur dabei bleibt.

Aber okay, andere rufen nach Mutti, damit die es richtet und alles heile macht. Können die gerne tun, ich würde mich nur nicht auf deren Erfolg verlassen. Ich wünsche aber viel Glück dabei.
Beitrag vom 03.09.2021 - 14:31 Uhr
... ich mit Weiterbildung ...

Das ist natürlich immer nen guter Ansatz, den ich ganz klar befürworte.
Nur haben den viele und auch immer mehr so das hinten mehr und mehr runter fallen. Wenn es 10 Stellen gibt, 20 Bewerber da sind, alle super Weitergebildet gewinnen natürlich die 10 bestgebildeten ... aber es bleiben 10 übrig ... das ist qaa mir Angst macht. Ich weiss nicht ob Sie mich da verstehen ...
Ja und nein. Ich verstehe wenn man Angst hat, dass man bei der nächsten Veränderung mächtig Federn zu lassen. Einerseits. Andererseits haben Sie es aber selbst in der Hand sich in die Top Ten zu bilden oder dahin zu gehen wo es aktuell noch für die Top Ten reicht. Oder etwas ganz anderes zu machen. Muss ja nicht alles schlechter werden. Da muss man mal schauen, was der Markt so bietet. Auch die Gesellschaft wird einen Weg finden, der mit dem „immer billiger“ umgeht. Wo ich dabei lande ist auch eine große Portion mein Verdienst. Aber klar, Veränderung ist erst mal etwas Ungewisses und das macht auch Angst.


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