Airbus-Hochlauf
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Lufthansa sorgt sich um Qualität künftiger A320neo

Lufthansa Airbus A321neo
Lufthansa Airbus A321neo, © Lufthansa

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MÜNCHEN - Lufthansa schaltet sich in den Streit um höhere Produktionszahlen im Airbus-Programm A320neo ein. Der Großabnehmer meldet Bedenken an Qualität und Pünktlichkeit künftiger Flugzeuge an. Konzernchef Carsten Spohr warnt Airbus, "nicht von einem Extrem ins andere" zu laufen. Schließlich ist Lufthansa ein gebranntes Kind.

Als Erstbetreiber erlebte Lufthansa die wilden Anfangstage der A320neo ungefiltert: Triebwerksdefekte, verfehlte Lieferzusagen und stockende Ersatzteilversorgung hielten Technik und Flugplaner zwischen 2016 und 2018 ziemlich in Atem.

In den nächsten Jahren erwartet Lufthansa noch 54 A320neo und 29 A321neo - und nimmt die Airbus-Pläne zu einem rasanten Produktionsausbau im Programm mit einiger Zurückhaltung auf.

"Zu viel Kapazität hat dieser Branche bisher immer geschadet, sowohl in der Qualität der Flugzeuge als auch bei der Zuverlässigkeit der Lieferungen von Flugzeugen", reagierte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch in München eher kühl auf die Pläne. "Mir ist wichtig, dass die Dinge nicht von einem Extrem ins andere laufen."

Airbus hat die Krisenrate von 40 Flugzeugen pro Monat im Programm inzwischen verlassen - und strebt zu neuen Höhen.

Ab Sommer 2023 will der Hersteller jeden Monat 65 neue A320neo in dem Markt bringen. Eine "Tag für Tag stärkere Nachfrage" werde Raten "jenseits der 65 rechtfertigen", hatte Airbus-Chef Guillaume Faury das Fernziel eines 75er-Takts erst vergangene Woche erneut gegen Kritik verteidigt.

Lufthansa nimmt Vermittlerrolle ein

Programmpartnern und Leasingfirmen treiben die Pläne den Angstschweiß auf die Stirn. "Ausschlaggebend waren zunächst die Leasinggesellschaften, die der Meinung waren, dass der Markt überschwemmt wird mit neuen Flugzeugen", fasste Spohr die Kontroverse zusammen. "Dann haben sich Zulieferer gemeldet und gesagt, das schaffen wir eh nicht."

Lufthansa wird jetzt eine Art Vermittlerrolle einnehmen, sagte Spohr. "Wir stehen mit jedem im Dialog und versuchen, im Hintergrund moderierend zu wirken."
© aero.de | 04.11.2021 12:01

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Beitrag vom 09.11.2021 - 14:13 Uhr
Airbus sollte sich das sehr genau überlegen. Das klingt sehr nach einem Anfang für zukünftige Stories, wenn wir über Qualitätsprobleme lesen werden. Es läuft gerade sehr gut für Airbus - jetzt sollte man nicht die Fehler von Boeing machen, Quantität (oder Profite) über Qualität zu stellen.

Entweder hat man eine gut funktionierende Qualitätskontrolle, dann lässt sich auch ein steiler Ramp up begleiten. Oder man hat sie (wie Boeing) nicht. Im letzteren Fall kann auch mit geringen Raten alles aus dem Ruder laufen (siehe 787).
Airbus muss jetzt sehen, das sie den aktuellen Vorsprung vor Boeing nutzen und die Nachfrage abgrasen bevor Boeing mit einem Clean Sheet Nachfolger die Karten neu mischt. Alleine die Ankündigung würde bei den Kunden zu einer abwartetenden Haltung führen.
Beitrag vom 05.11.2021 - 17:34 Uhr
So liebe LH, es reicht. Wer nix zum 787 Debakel sagt, wer da fleißig munter weiter bestellt sollte bitte BEI Airbus aber mal gar nix sagen. Und wo wir schon dabei sind, was bitte ist das für eine Botschaft? Liebes Airbus, eure Flugzeuge könnten an Qualität leiden wenn ihr mehr liefert an andere.

Alter, da Kannste echt Ausflippen bei so viel Bullshit PR. Die Mängel waren mal ganz geschmeidig wegen zweier Neo Triebwerke. Das ist ganz normal und hat nix aber auch gar nix mit der Lieferkette was gemein.

Dieses falsche Gehabe von Boeing Freunden bei LH ist schlicht eines deutschen und europäischen Unternehmens komplett unwürdig. Soll LH die an allen Ecken fehlerhafte und kritische 787 kaufen und Betreiben und bei der 777X schön weiter dran festhalten. Aber Warnen vor etwas nicht exestierenden Bei Airbus Flugzeugen und einen auf könnte ja sein... Das Beleidigt jeden Airbus Mitarbeiter und Zuliefer.

Schäbisch einfach Schäbisch.

Kann es sein, dass Sie sich hier etwas reinsteigern? Was wurde denn gesagt? Man ist gegen das Streben von Extremen, weil man fürchtet, dass dieses es zu Problemen führen kann. Auf diese Probleme weißen doch selbst die beteiligten Zulieferer hin. Inwiefern beleidigt man damit dann die Mitarbeiter von den Zulieferern und Airbus?

Auch sorgt man sich hier um die Einhaltung von Lieferterminen, die auch jetzt schon nicht gehalten werden kann. Das sind betriebswirtschaftliche Bedenken, die für die LH einen großen Schaden verursachen können. Von daher übertreiben Sie hier mit Ihrer Reaktion glaube ich etwas.

Und wo ist die LH denn bitte dieser "Boeing-Freund" ... schauen Sie sich einfach mal das Verhältnis innerhalb der ganzen LH Group an zwischen den Airbus und den Boeing Fliegern... da kann man eher davon sprechen, dass man aus Höflichkeit und um den Kontakt nicht vollends abzubrechen auch mal bei Boeing bestellt um nicht alles nur bei Airbus zu haben, aber hier so eine einseitige Boeing Sympathie zu erkennen, da gehört schon viel Fantasie zu.
Beitrag vom 05.11.2021 - 17:28 Uhr
Kann es nicht auch sein, dass LH fürchtet bald einem Monopolisten gegenüber zu stehen?

Bei Boeing sind entweder die Modelle veraltet oder mit Problemen behaftet, teilweise auch beides.

Neuentwicklungen gibt es nur seitens der Pressestelle, aber nichts greifbares.

Die Fluggesellschaften als Kunden wünschen sich einen Wettbewerb unter Anbietern, um das optimale Angebot zu erhalten, Boeing trägt hierzu leider nicht (mehr) bei, zumindest derzeit nicht.

Das ändert sich aber ja nicht dadurch, dass Airbus mehr oder weniger FLugzeuge baut. Das hat keinerlei Einfluss auf das Produktportfolio von Boeing.



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