Sanktionsdrohungen
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Türkei schränkt Flüge nach Belarus ein

Turkish Airlines Boeing 737-800 am IGA
Turkish Airlines Boeing 737-800 am IGA, © IGA

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ISTANBUL - Auf Druck der EU hin lässt die Türkei Staatsbürger mehrerer arabischer Staaten nicht mehr von ihrem Staatsgebiet aus nach Belarus fliegen. Menschen mit syrischen, irakischen und jemenitischen Pässen dürften bis auf weiteres keine Tickets mehr kaufen und nicht mehr an Bord gehen.

Das teilte die zivile Luftfahrtbehörde der Türkei am Freitag mit. Die EU hatte zuvor Sanktionen gegen Fluggesellschaften angedroht, die Migranten mit der Absicht der illegalen Anreise in die EU nach Belarus befördern.

Nach Angaben eines EU-Beamten sollen auch keine One-Way-Tickets mehr für Flüge aus der Türkei nach Minsk verkauft werden. Belavia werde zudem auch nicht mehr das Middle-East-Netzwerk von Turkish Airlines nutzen können, um Reisende über Istanbul nach Minsk zu fliegen, hieß es.

Die Fluggesellschaft war in die Kritik geraten, nachdem Medien berichtet hatten, dass die Türkei mit Hilfe von Turkish Airlines Migranten gezielt nach Belarus einfliege. Die polnische Regierung und die EU werfen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, die Migranten ins Land bringen zu lassen, um sie dann in die EU zu schleusen.

Turkish Airlines hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Fluggesellschaft hätten allerdings nun EU-Sanktionen gedroht, wenn sie sich nicht am Vorgehen gegen illegale Migration beteiligt hätte. So hätten ihr beispielsweise Flüge in die EU verboten werden können.

Die jetzt getroffenen Maßnahmen seien von den türkischen Behörden mit einem Team von EU-Ratspräsident Charles Michel vereinbart worden, hieß es in Brüssel.

Die staatliche belarussische Fluggesellschaft Belavia informierte auf ihrer Internetseite ebenfalls darüber, dass Staatsbürger aus den drei Ländern gemäß einer Entscheidung der türkischen Behörden nicht mehr an Bord ihrer Maschinen dürften. Passagiere, die von dem Verbot betroffen seien, könnten ihre Tickets an der Verkaufsstelle zurückgeben und das Geld erstattet bekommen.
© dpa-AFX | Abb.: Turkish Airlines | 12.11.2021 10:22

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Beitrag vom 16.11.2021 - 08:23 Uhr
Man muss sich mal vorstellen, was los wäre, wenn China anfängt Fluggesellschaften, die von welchem Drittland auch immer, Taiwan anfliegen zu boykottieren und Vietnam und Singapore zwingen wutde, Flüge dorthin zu unterbinden,oder nur bestimmte Passagiere dort mitfliegen zu lassen.
Beitrag vom 14.11.2021 - 16:46 Uhr
Was ist denn das für eine abwegige Diskussion?

Man kann doch nicht ernsthaft die verbrecherischen Machenschaften von Diktatoren aus dem Blickwinkel des Marktes betrachten.

Das einzige was wirtschaftlich festzustellen ist, ist das Lukaschenko mithilfe von Putin und einigen Schleppern den Menschen ihrer Habe entledigt.

Auch der Druck auf Erdogan hat für die EU keinen wirtschaftlichen Charakter.


Beitrag vom 14.11.2021 - 15:31 Uhr
Wäre das politische System in Belarus ein freier Markt, also eine Demokratie, hätten wir das Problem nicht.


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