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Vor 7 Tagen

FedEx beantragt Raketenabwehr für A321

Airbus A320P2F
Airbus A320P2F, © ST Engineering

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WASHINGTON - FedEx will Crews und Flugzeuge bei Flügen durch Krisengebiete besser schützen - und A321 Frachter mit einem laserbasierten System zur Abwehr von Boden-Luft-Raketen ausrüsten. Im Ernstfall kann die Technologie Leben retten. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA sieht aber noch Klärungsbedarf.

Flughafen Bagdad, 22. November 2003: DHL startet mit einer A300-200F aus der irakischen Hauptstadt nach Bahrain. Auf FL80 gerät der Airbus den Wärmesucher einer Strela-3. Die Flugabwehrrakete schlägt in eine Tragfläche ein.

Mit viel fliegerischem Geschick manövrierten die Piloten die schwer getroffene OO-DLL zurück zum Flughafen.

FedEx will solchen Gefahren in Zukunft vorbeugen. Laut einer Veröffentlichung der US-Luftfahrtaufsicht FAA will die Airline Airbus A321 Frachter mit einer laserbasierten Raketenabwehr ausstatten.

Erkennt das System eine anfliegende Rakete, soll ein Infrarotstrahl deren Wärmesucher stören - und den Flugkörper vom Flugzeug weglenken. FedEx hat den Antrag bereits im Oktober 2019 bei der FAA zur Prüfung eingereicht. Die Frachtairline betreibt aktuell keine A321 in ihrer Flotte.

Die FAA weist hinsichtlich der vorgeschlagenen Selbstschutzausrüstung explizit auf Risiken für Menschen an Bord und am Boden hin. Der Infrarotlaser "kann zu Haut- und Augenschäden führen und die Fähigkeit der Crew zur Steuerung des Flugzeugs beeinträchtigen", heißt es in dem FAA-Dokument.

Eine versehentliche Aktivierung des Systems könnte zudem für andere Flugzeuge in der Luft und Tankfahrzeuge an Flughäfen Gefahren bergen.

MH17, PS752

Auf der anderen Seite ist das Abschussrisiko für zivile Flüge alles andere als abstrakt. Erst vor zwei Jahren hatten iranische Bodenkräfte versehentlich eine Boeing 737-800 von Ukraine International Airlines nach einem Start in Teheran abgeschossen, an Bord von PS752 kamen alle 176 Insassen ums Leben.

2014 traf eine Buk-Flugabwehrrakete Malaysia Airlines Flug 17 über der Ostukraine. Niederländische Strafverfolger machen von Russland unterstützte Rebellen für den Abschuss mit 298 Toten verantwortlich.
© aero.de | Abb.: ST Engineering | 15.01.2022 12:48

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Beitrag vom 17.01.2022 - 13:48 Uhr
Korrekt, aber gerade deswegen sprach ich allgemein von "Abwehrmaßnahmen". Dazu gehören nicht nur DIRCM, also Störmaßnahmen gegen Infrarotsuchköpfe, sondern auch Chaff-Werfer, umgangssprachlich Düppel, die gegen Radarsuchköpfe immer noch wirksam sein können.

Außerdem ist an Radar-Warnempfänger (RWR) zu denken. Da solche bspw. im neuen Regierungsflieger verbaut sind, nehme ich an, dass "notching" auch mit Verkehrsflugzeugen gelingen kann. Dabei entfernt sich die verteidigende Maschine im rechten Winkel vom anstrahlenden Radar, um in Relation zu diesem scheinbar keine Bewegungsgeschwindigkeit aufzuweisen, wodurch selbst moderne Geräte getäuscht werden und das Ziel verlieren können.
Beitrag vom 17.01.2022 - 11:33 Uhr
Sehr gute Idee. Es ist längst machbar, bisher haben sich die Airlines ja nur wegen des zusätzlichen Gewichts und der Mehrkosten dagegen gesperrt.

Allerdings bleibt eine Frage: Nehmen wir an, in zwanzig Jahren hätten alle großen Airlines ihre Flotten mit Abwehrmaßnahmen ausgerüstet. Könnte das die zuständigen Behörden am Boden nicht dazu verführen, weniger Vorsicht walten zu lassen und bspw. Überflüge über gefährliches Terrain nicht prophylaktisch zu verbieten?

Infrarotsuchköpfe, die mit solchen Abwehrsystemen abgelenkt werden können, sind nur in Kurzstrecken-Flugabwehrraketen verbaut.
Wenn man von Boden-Starts der Raketen ausgeht, wäre diese Verteidigung daher nur bei Start/Landung anwendbar.

Überflüge auf Reiseflughöhe werden eher durch Radargestützte Systeme (wie zB die russischen Buk in der Ukraine) gefährdet, gegen die IR-Laser-Blendung wirkungslos ist.



Dieser Beitrag wurde am 17.01.2022 11:34 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.01.2022 - 10:29 Uhr
Viel spannender finde ich das Interesse von Fedex an A321 Frachtern.
Ok, für die alten 767 mag es sich nicht mehr lohnen.


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