Kommentar der Börsen-Zeitung
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Jetzt oder nie: Lufthansa will bei ITA an Bord

ITA Airways Airbus A320
ITA Airways Airbus A320, © ITA Airways

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FRANKFURT - Die Gelegenheit für einen Einstieg in Italiens Luftfahrtmarkt kommt zwar nicht zum idealen Zeitpunkt, Lufthansa-Chef Carsten Spohr will sich ITA aber nicht wegschnappen lassen. Über den Umfang der Beteiligung wird auch die von Italien aufgerufene Bewertung entscheiden, kommentiert die "Börsen-Zeitung".

Seit langer Zeit sucht die Lufthansa nach einer guten Gelegenheit in Italien. Und seit langer Zeit durfte sie stets sicher sein, mit offenen Armen empfangen zu werden.

Denn die über Jahrzehnte notorisch defizitäre Alitalia gewann auch mit milliardenschweren staatlichen Kapitalspritzen und selbst unter den Fittichen von Etihad nie eine Flughöhe, die den italienischen Steuerzahlern Hoffnung machen konnte, dass die stetigen Stützungsmaßnahmen ein Ende haben könnten.

Allerdings war die Lufthansa nie bereit, in die Bresche zu springen, um ihrerseits Geld in ein Fass ohne Boden zu pumpen.

Letztlich zog der italienische Staat doch die Reißleine und schuf damit die Voraussetzungen, an die die Lufthansa stets einen Einstieg geknüpft hatte: Die Alitalia-Nachfolgerin ITA warf nicht nur die Schulden der Vorgängerin ab, sondern startete mit deutlich schlankerer Kostenbasis.

Mit einem finanziell schlagkräftigen Investor wie der Containerreederei MSC an ihrer Seite heißt es für die Lufthansa nun: Carpe diem. Sie hat die Chance, frühzeitig in die strategische und operative Ausrichtung von ITA einzugreifen und die Airline in das Konzernnetzwerk einzubinden.

Zubringerflüge für die MSC-Nischensparte Kreuzfahrten dürften dabei von ganz untergeordneter Bedeutung sein. Italien ist gleichwohl ein lukrativer Markt für den touristischen Luftverkehr, wobei die Schwäche von Alitalia über Jahre zum Einfallstor für die europäischen Low-Cost-Carrier geworden ist.

Ryanair ist in Italien mit Abstand Marktführer auf den Touristikrouten sowie im Inlandsverkehr. Hier müsste Lufthansa gegen starke Konkurrenz antreten.

Ein nahezu freies Feld bietet dagegen die Langstrecke, auf der ITA eingebunden in ein Netz von attraktiven Hub-Standorten wie Frankfurt, München, Wien und Zürich erhebliche Wachstumschancen nutzen kann. Das gilt besonders für die Geschäftsverkehre ab Rom und Mailand, wo die Ita attraktive Slots besitzt.

Preispoker um ITA

Als Kaufpreis wird italienischen Regierungskreisen zufolge eine breite Spanne zwischen 700 Millionen und 1,4 Milliarden Euro aufgerufen. Für die Lufthansa dürfte die Höhe einer Kapitalbeteiligung davon abhängen, dass hier eine moderate Bewertung zustande kommt.

Denn die erhoffte Gelegenheit kommt für die Airline nicht zu allerbesten Zeitpunkt. Noch immer sind in der Pandemie turmhohe Verluste zu finanzieren, so dass sich anderweitig erhebliche Mittelabflüsse verbieten. Nicht zuletzt hat der Staat noch ein Wörtchen mitzureden, solange das Aktienpaket des Bundes noch nicht den Besitzer gewechselt hat.
© aero.de, dpa-AFX, OTS (Börsen-Zeitung) | Abb.: ITA Airways | 28.01.2022 05:40

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Beitrag vom 03.02.2022 - 08:35 Uhr
ITA passt super zur LH Group, die Geschichte mit der Reederei geht mir noch nicht ganz auf.
Hier gibt es ein paar Hintergründe
 https://www.aerotelegraph.com/warum-msc-zusammen-mit-lufthansa-nach-ita-greift
Das war doch eher so das die aus dem AIrline Geschäft raus wollten, siehe z.b. Tui oder Thomas Cook, die ständig überlegt haben zu devestieren.
Aber das sind keine Reedereien. TUI ist ein Touristik Konzern, der ein paar Schiffe hat. Tourismus ist zu saisonal um eine eigene Airline für das ganze Jahr zu halten. Zur eigenen Rumpfairline mietet man für die Peaks und temporären Standorte bedarfsgerecht Kapazitäten dazu.
Die LH ist immer gleich vorgegangen: Sie hat mehrere Jahre für eine Übernahme gebraucht (bei Swiss, AUA, Brussels, Air Dolomiti) und sie hat meistens Stück für Stück zugekauft, bis sie schließlich Allein- / Mehrheitsgesellschafter war.

Wenn die LH bei ITA einsteigt war es das für etwaige Übernahmen von SAS oder TAP, was beides für die LH strategisch auch sehr interesannt sein dürfte.
TAP wegen den Verbindungen nach Südamerika, da ist die LH nicht so gut aufgestellt.
SAS weil Skandinavien doch eine sehr wohlhabende Region ist.

ITA passt jedenfalls gut zur LH, und sollte eine eroflgsstory werden.
Beitrag vom 03.02.2022 - 06:33 Uhr
Ich denke das ITA durchaus der Dominostein sein kann, der dann relativ viele Übernahmen im europä. Luftfahrtmarkt anstößt.

Neben ITA sind TAP und Air Europa heisse Kanidaten.

ITA passt super zur LH Group, die Geschichte mit der Reederei geht mir noch nicht ganz auf.
Das war doch eher so das die aus dem AIrline Geschäft raus wollten, siehe z.b. Tui oder Thomas Cook, die ständig überlegt haben zu devestieren.

Die LH ist immer gleich vorgegangen: Sie hat mehrere Jahre für eine Übernahme gebraucht (bei Swiss, AUA, Brussels, Air Dolomiti) und sie hat meistens Stück für Stück zugekauft, bis sie schließlich Allein- / Mehrheitsgesellschafter war.

Wenn die LH bei ITA einsteigt war es das für etwaige Übernahmen von SAS oder TAP, was beides für die LH strategisch auch sehr interesannt sein dürfte.
TAP wegen den Verbindungen nach Südamerika, da ist die LH nicht so gut aufgestellt.
SAS weil Skandinavien doch eine sehr wohlhabende Region ist.

ITA passt jedenfalls gut zur LH, und sollte eine eroflgsstory werden.
Beitrag vom 02.02.2022 - 23:12 Uhr
Wir hatten schon miteinander zu tun, siehe den Thread "EK777 kommt nicht in die Luft".

Bin ich blind oder meinen Sie einen anderen Thread? Sie verweisen auf den hier, oder?  https://www.aero.de/forum/Kommentare-zu-aktuellen-Nachrichten/Emirates-777-kommt-kaum-in-die-Luft/
Da haben Sie auf einen meiner Beiträge geantwortet, ja, aber was habe ich Ihnen da unterstellt?

Und wow, haben Sie in diesem Thread tatsächlich die Hälfte Ihrer Beiträge gesammelt? Wenn man mal die 10 Seiten durchscrollt, dann liest man da ja fast nur Ihren Namen...

Zitat von Ihnen: "Das ist mal wieder so wirr argumentiert von Ihnen... Da drehen Sie sich wieder im Kreis... stellen Thesen auf und verlangen dann von anderen die BEweise dafür...".
" sich aus Ihrer eigenen wirren Argumentation zu befreien,..."
Hm, kann man eigentlich nicht falsch verstehen... .

"Wirr argumentieren" ist etwas anderes als "wirre Thesen", aber nun gut, sei es drum...

Es war 1 (eine) Frage, und um diese zu beantworten braucht es eben Infos die NICHT ÖFFENTLICH verfügbar sind.

Und deswegen Listen Sie Fragen nach Informationen auf, die öffentlich einsehbar sind? Wäre es, wenn Sie wirklich ein Interesse an einer ernsthaften Diskussion gehabt hätten, nicht logisch gewesen die Fragen nach den nicht öffentlichen Informationen aufzulisten?

Habe ich auch nie behauptet. Ich habe immer betont das ich hier MEINE MEINUNG schreibe. 'Thesen' haben andere daraus gemacht.

Ihre Meinung unterstellt also Top Manager absolute Unfähigkeit? Und wenn dann jemand danach fragt, wie Sie zu Ihrer Meinung kommen, dann wird er angepampt von Ihnen...

Nochmal: ich habe meine Meinung artikuliert und bleibe dabei: ich halte den Einstieg der LH AG (nochmal m.E. - meines Erachtens), angesichts der gegenwärtigen Situation, für falsch. Das ist meine Meinung und keine These. Andere haben eine andere MEINUNG (die ich akzeptiere!), die aber ebenso auf Spekulationen und Annahmen gründen. Wie schrieb @Contrail55 sinngemäß: wissen tuen wir alle nichts.

Bitte, dazu nochmal ein Zitat von Ihnen,:
"...dennoch maßen Sie sich an hier jemanden vorzuwerfen, dass er etwas Falsch macht oder es bessere Alternativen gibt, weil Sie es "glauben"?"
Wo bitte habe ich das getan?

Wenn Sie sagen, dass Sie dem Häuslebauer eine 30 Jahre Finanzentscheidung zutrauen, aber eine solche Entscheidung dem LH Management mit einem Lotto Gewinn gleichsetzen, dann machen sie genau das.

Meine Güte...Mehr Respektlosigkeit geht kaum noch...

Ihre Meinung, nehme ich zur Kenntnis aber kann ich nicht akzeptieren.

Das ist schade, dass Sie das leider immer noch nicht sehen.


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