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Boeing gerät bei 737 MAX 10 unter Termindruck

Boeing 737 MAX 10
Boeing 737 MAX 10, © Boeing

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WASHINGTON - Boeing will 737 MAX 10 bis Jahresende zulassen. Der Hersteller steht unter Zeitdruck - ab 1. Januar 2023 gelten neue Zertifizierungsstandards, die Änderungen an zentralen Schnittstellen erfordlich machen würden. Nach einem Medienbericht hat die FAA Boeing erst diese Woche daran erinnert.

Die 737 MAX 10 hat viel aufzuholen. Während Airbus die Produktion der A321neo in neue Höhen treibt,  konnte Boeing wegen des Groundings der MAX die Testflüge zur Zulassung des MAX-Topmodells erst im Juni 2021 aufnehmen - und gerät jetzt unter zunehmenden Zeitdruck.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" ist Boeing Anfang der Woche ein blauer Brief der US-Luftfahrtbehörde FAA ins Haus geflattert. Boeing-Chefaufseher Ian Won zweifelte darin eine Zulassung der 737 MAX 10 bis Jahresende an - und forderte Boeing zur Einreichung eines belastbaren Zeitplans auf.

Zumindest nach aktueller US-Gesetzeslage macht es für Boeing und die FAA einen gewaltigen Unterschied, ob die 737 MAX 10 bis 31. Dezember ins Ziel geht oder erst danach. Denn der "Aircraft Certification, Safety and Accountability Act" sieht ab 1. Januar 2023 für neu zugelassenene Flugzeuge verbindlich ein zentrales Warnsystem vor.

Piloten sollen damit akustische und visuelle Fehlermeldungen schneller erfassen und verstehen. Andere Boeing-Serien verfügen mit dem "Engine Indicating and Crew Alerting System (EICAS)" bereits über eine gesetzeskonforme Warnarchitektur, die 737 MAX war davon ausgenommen, berichtete kürzlich die "Seattle Times".

Das EICAS sortiert eingehende Systemfehler und bereitet sie akustisch, visuell und taktil auf - Piloten können bei zeitgleich eingehenden Fehlermeldungen die erforderlichen Schritte leichter priorisieren.

Boeing bündelt Ressourcen bei 737 MAX 10

Eine EICAS-Nachrüstung in die Systemarchitektur der 737 MAX 10 würde das EIS weiter zurückwerfen - und die MAX 10 von der MAX 8 und 9 unterscheiden. Da Piloten bei einigen Airlines zwischen den Modellen wechseln werden, könnten unterschiedliche Warnsysteme in der Praxis ein Sicherheitsrisiko bergen.

Nach Informationen der bei Boeing gut vernetzten "Seattle Times" hat Boeing inzwischen Mitarbeiter aus anderen Projekten zur 737 MAX 10 abgezogen, um die Zulassung zu beschleunigen. Abgeordnete im US-Kongress brachten zudem eine Verlängerung der Deadline ins Spiel, um der FAA und Boeing Termindruck zu nehmen.
© aero.de | Abb.: Boeing | 25.03.2022 07:51

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Beitrag vom 27.03.2022 - 19:36 Uhr
Auch der Sim und das Unterrichtsmaterial müssen zertifiziert sein.
Wie soll das aber möglich sein? Oder kann man die neue MAX nun wirklich manuell trimmen
bzw. ein manuelles Trimmen ohne Motorkraft ist für die Zertifizierung nicht mehr erforderlich?
Beitrag vom 27.03.2022 - 13:31 Uhr
"Abgeordnete im US Kongress...." wenn man das schon liest weiß man doch dass nur gemauschelt wird. Es ist eine Schande wie diese Abgeordneten mit der Sicherheit im Luftverkehr umgehen. Man dachte eigentlich sie hätten aus dem Zulassungsdesaster der MAX mit MCAS gelernt. Anscheinend nicht, sondern es steht dort der Nationalstolz, der ja nicht verkehrt ist, vor der Sicherheit. Und dann wird es kritisch.
Es ist ja nicht das erste Projekt das politisch entschieden wird. Tanker, Transporter etc. für die Army werden bei Boeing gefertigt. Egal ob andere Angebote technisch oder finanziell besser sind.
Interessant ist aber ja nun der Ankauf von F-35 Tarnkappenjets der Deutschen. Das hat wenig mit Boeing zu tun, aber sollte den Abgeordneten doch zu denken geben, dass man sich am Weltmarkt orientieren sollte, statt nur ins eigene Nest zu schauen.
Beitrag vom 25.03.2022 - 13:18 Uhr
Da Piloten bei einigen Airlines zwischen den Modellen wechseln werden, könnten unterschiedliche Warnsysteme in der Praxis ein Sicherheitsrisiko bergen.

Also schneller pfuschen, damit sinnvolle Sicherheitsergänzungen nicht eingebaut werden müssen? Wie wäre es bei den anderen Modellen den Standard nachträglich auf das geforderte Sicherheitsniveau anzuheben, statt die Zulassung schnell schnell über die Bühne zu bringen, um einheitlich auf schlechterem Standard zu bleiben?

Wieder typisch Boeing.


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