"WirtschaftsWoche"
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Wizz Air will die Konkurrenz ausbeschleunigen

Jozsef Varadi
Jozsef Varadi, © Flughafen Dortmund

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FRANKFURT - Wizz Air setzt nach der Krise auf rasantes Wachstum. Kopf-and-Kopf-Wettbewerb mit Lufthansa in Frankfurt und Wien geht Airlinechef Jószef Váradi allerdings lieber aus dem Weg. In einem Interview verrät der Manager, warum steigende Kerosin- und Systempreise Wizz Air sogar in die Karten spielen.

Wizz Air geht mit vollem Schub in den Sommer. "Da die Krise für viele Konkurrenten noch nicht vorbei ist, gibt es viele Chancen", sagte Váradi in einem Interview mit der "WirtschaftsWoche" ("WiWo+").

Die ungarische Ultragünstigairline hat aktuell schon 30 Prozent mehr Sitze in ihren Buchungssystemen hinterlegt als 2019. "Im Sommer werden es sogar 40 Prozent sein", sagte der Manager.

Am Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt hat Wizz Air allerdings die Segel gestrichen, aus Wien zieht die Airline Kapazität ab. "Das System ist ganz auf Lufthansa und ihre Töchter zugeschitten", beklagte Váradi die Preispolitik der Drehkreuze.

Die in der Krise ausgesetzten Regeln nur Slotmindestnutzung hätten Wizz Air zudem an Wachstum gehindert und Lufthansa in die Lage versetzt, Wizz-Air-Strecken "wie zufällig" zu kopieren.

Wizz Air will ihre Flotte bis 2030 auf 500 Flugzeuge verdreifachen. Höhere Aufwendungen für Kerosin und steigende Gebühren an Flughäfen und bei der Flugsicherung werden den Weg zu diesem Ziel laut Váradi eher vereinfachen als erschweren.

Bei allgemein steigenden Ticketpreisen werden weniger Passagiere eine "verschwenderische Arbeitsweise" anderer Airlines finanzieren wollen und zu Wizz Air wechseln, sagte der Manager in der "WirtschaftsWoche" voraus.

"Gewerkschaften vertreten Wettbewerber"

Gewerkschaften will Váradi auch in Zukunft bei Wizz Air außen vor halten. Die Airline hatte mit ihrer Arbeitnehmerpolitik zuletzt einen Großaktionär verprellt. "Gewerkschaften sind Außenstehende", sagte Váradi. "Sie vertreten Mitarbeiter bei anderen Unternehmen - und damit Interessen von Wettbewerbern."
© aero.de | Abb.: Flughafen Dortmund | 18.04.2022 07:52

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Beitrag vom 20.04.2022 - 20:12 Uhr
Wo haben beide den direkte Konkurrenzsituation?

Nur mal so: Direktverkehr konkurrenziert Umsteigeverkehr eben gerade ohne direkte Konkurrenzsituation.

Die Frage ist aber nicht, was LH ma hen. Word sondern was macht easyJet? Sofern die nicht endlich Berlin massiv ausbauen und wieder auch Innerdeutsche Strecken vermehrt bedienen werden die schnell übernommen oder aus dem Markt verdrängt werden.

Können Sie den Zusammenhang zwischen Ausbau des Berlinverkehrs durch Easyjet und Übernahme von Easyjet durch XYZ erklären. Der erschließt sich mir überhaupt nicht.

Dieser Beitrag wurde am 20.04.2022 20:12 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.04.2022 - 19:48 Uhr
Wo haben beide den direkte Konkurrenzsituation?

Zumal Wizz bald nur noch A321neo im Zulauf hat und massiv wächst. Selbst wenn Witz mehr Geld an seine Angestellten zahlen wird müssen so hat es deutlich bessere Voraussetzungen. Mit dem XLR wird es ganz sicher auch weiter zulegen.


Die Frage ist aber nicht, was LH ma hen. Word sondern was macht easyJet? Sofern die nicht endlich Berlin massiv ausbauen und wieder auch Innerdeutsche Strecken vermehrt bedienen werden die schnell übernommen oder aus dem Markt verdrängt werden.
Beitrag vom 20.04.2022 - 11:38 Uhr
Jetzt ändern Sie aber Ihre Argumentation. Anfangs ging es noch um "das Wizz Ticket ist danach aber statt 30€ nur noch 15€ billiger als das LH Ticket (Beispiel)"

Ja, das passiert, wenn man aus dem Bauch raus argumentiert statt das vorher wirklich durchzurechnen.
Sorry.
Ja, Wizz ist auf die billig suchende Masse angewiesen, aber die interessiert sich eben nicht dafür, ob das Ticket 20 oder 30% günstiger ist, sondern ob es 50 oder 60 € güntiger ist. Die Prozente rechnet am Ende nur ein kleiner Teil aus. Und wenn man sparen muss, weil das Geld knapp wird, dann kann ich mir da auch nichts von kaufen, dass ich bei LH nur noch 38% mehr zahlen muss und nicht mehr 50% mehr...

Schon richtig, aber ich denke dass Wizz und LH heute schon unterschiedliche Zielgruppen bedienen. Und dass die Zielgruppe von Wizz deutlich stärker unter Preissteigerungen für Lebensmittel, Energie, ... leiden wird.

Zum Rest: Die tatsächlichen Auswirkungen der kommenden Wirtschaftskrise müssen wir wohl abwarten. Fest steht, dass die letzten 30 Jahre nichts den Markt so durgewürfelt hat, wie das für die nächsten 2-3 Jahre ansteht.
Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es die LH lange nicht so hart trifft, wie Wizz und FR.


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