Erosionsschäden
Älter als 7 Tage

Qatar Airways zeigt lädierte A350

Qatar Airways Airbus A350
Qatar Airways Airbus A350, © Qatar Airways

Verwandte Themen

DOHA - Qatar Airways hat 23 Airbus A350 wegen Erosionsschäden gegroundet. Die Airline hat Reportern jetzt erstmals Zutritt zu betroffenen Flugzeugen gewährt. Nach einem Schlagabtausch vor einem Londoner Gericht verhandeln Airbus und Qatar Airways über einen Vergleich. Ausgang offen.

Fenster und Türen abgeklebt, die Triebwerke mit Planen gegen Wüstenstaub geschützt: Qatar Airways hat in Doha 23 Airbus A350 in einen technischen Tiefschlaf versetzt.

Die Flugzeuge stehen im Mittelpunkt eines erbitterten Rechtsstreits zwischen Qatar Airways und Airbus um spröde Lackstellen und Risse im Blitzschutznetz.

Am Rande der IATA-Generalversammlung hat Qatar Airways erstmals Reportern der Nachrichtenagentur "Reuters" zwei betroffene A350, darunter die A350-900 A7-ALC aus dem Produktionsjahr 2015, gezeigt.

Die Flugzeuge sind an einem Wartungshangar am Flughafen Doha abgestellt und weisen deutlich sichtbare Erosionsschäden auf.

Die wären laut Airbus allerdings verhältnismäßig schnell und einfach instandzusetzen. Nach einem Schlagabtausch vor einem Gericht in London im April ist der Ursprung des Problems inzwischen gemeinhin bekannt: unter dem Lack ist ständig Material mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in Bewegung.

Qatar Airways Airbus A350, © Reuters
 
"Unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten" des Verbundwerkstoff (CFK) der Flugzeugzelle und der Kupferfolienschicht (ECF) des Blitzschutzsystems führen dazu, "dass sich diese beiden Materialgruppen unterschiedlich schnell ausdehnen und zusammenziehen, was (...) mit der Zeit zu Rissen in den darüber liegenden Lackschichten führt", stellte der Vorsitzende Richter fest.

Neue Vergleichsverhandlungen

Qatar Airways blitzte mit Eilanträgen zwar ab, als Sieger ging Airbus trotzdem nicht aus der Verhandlung hervor: das Gericht vorortet den Ursprung des Mangels in der Konstruktion der A350.

Qatar Airways fordert inzwischen mehr als eine Milliarde US-Dollar Entschädigung. Eine Hauptverhandlung ist für Sommer 2023 angesetzt - sofern Airbus und Qatar Airways die Sache vorher nicht unter sich regeln.

Das Gericht gab den Parteien auf, gegenüber der katarischen Luftfahrtaufsicht QCAA an einem Strang zu ziehen - und auf eine Reparaturlösung hinzuwirken.

"Wir versuchen es weiter", bestätigte Airbus-Chef Guillaume Faury die Aufnahme neuer Vergleichsverhandlungen mit Qatar Airways gegenüber der Nachrichtenagentur "Bloomberg". "Das sind keine einfachen Diskussionen." Ein Durchbruch sei noch nicht erreicht.
© aero.de | Abb.: Airbus | 22.06.2022 09:00

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 29.06.2022 - 11:15 Uhr

@EricM schrieb,
Genau dafür sorgt normalerweise der Lack. Und der ist an den betroffenen Stellen ab.
Also hat Al Baker Recht.

Nicht wirklich, da er die betroffenen Schäden an den Flugzeugen nocht von AB hat reparieren lassen. So wie das andere Airlines getan haben, und mit diesen Maschinen ohne Probleme und Sicherheitseinbußen durch die Welt fliegen.

@EricM schrieb,
Nein, die Dinger gehören Qatar, die können damit machen, was sie wollen.
Auch in der Salzluft unlackiert vergammeln lassen.
Dann wird es aber mit der Durchsetzung der Forderungen schwer.
Und darum geht es nun mal in dem fall.

Richtig.

@EricM schrieb,
Sie dürfen nur nicht von Airbus Schadenersatz für Folgeschäden einfordern wollen, da greift dann doch wohl eher das Verursacherprinzip.
Sie wollen aber von Airbus die Dinge nach ihren Vorstellungen aus der Welt geschaffen haben. Airbus nach ihren eigenen. Daher die Differenzen. Und wenn QR die Kisten vergammeln lässt, würde das Airbus in die Karten Spielen. Daher kann QR gar kein Interesse an einer Verschlechterung des Zustands der Flieger haben.

Falsch. QR möchte (beträchtlichen), finanziellen Schadensersatz von AB.
AB hatte angeboten die schadhaften Stellen, im Rahmen der Gewährleistung UND nach den anerkannten Sicherheitsbestimmungen der EASA, FAA und auch der CAAC, kostenfrei zu reparieren.

@unit-er
Genau so ist es.

Ich denke der clevere (das meine ich nicht despektierlich) Al B. hat sich in diesem Fall gewaltig 'verzockt'.
Beitrag vom 29.06.2022 - 09:50 Uhr
@Große Krügerklappe schrieb,
Belege? Sie können sich die Dinger einfach in Doha anschauen, da stehen die abgestellt rum.
Die Flieger sind von der dortigen Behörde gegroundet.
Was soll auch sonst sein?
Auch an einem im freien abgestellten Flieger werden doch empfindliche und sensible Stellen und Dinge abgedeckt oder oder angeklebt. Und das das in DOH nicht gemacht wird, hat doch noch keiner belegen können.


@Große Krügerklappe schrieb,
Meinen sie man stellt die alle in den Hangar damit man den nicht nutzen kann oder was?
Das muss man doch auch nicht.


@Große Krügerklappe schrieb,
Es gibt auch dämliche Fragen, die einfach mehr über den Fragenden aussagen als ihm lieb ist.
Genau so wie die Dämliche frage, warum ein Flugzeug nicht 46°C aushalten soll?


@Große Krügerklappe schrieb,
Auf einer gewissen Basis muss man halt schon diskutieren, wenn man so wenig Ahnung hat, ist ein Kindergarten einem Fachforum vorzuziehen.
Warum antwortest du dann nicht “Fachmännisch“ auf die “46°C“, wenn hier doch kein Kindergarten sein soll?
Und der Kindergarten geht doch bei den im freien abgestellten Fliegern weiter.


@Große Krügerklappe schrieb,
Alleine dieser Suggestiv Style:
Was ist eigentlich wenn die Erde doch eine scheibe ist?
Oder unsere Realität nur eine Simulation?
Vlt. ist es auch ganricht AlBaker, sondern Manuel Neuer.
Also ist hier doch ein Kindergarten...


@EricM schrieb,
Genau dafür sorgt normalerweise der Lack. Und der ist an den betroffenen Stellen ab.
Also hat Al Baker Recht.


@EricM schrieb,
Nein, die Dinger gehören Qatar, die können damit machen, was sie wollen.
Auch in der Salzluft unlackiert vergammeln lassen.
Dann wird es aber mit der Durchsetzung der Forderungen schwer.
Und darum geht es nun mal in dem fall.


@EricM schrieb,
Sie dürfen nur nicht von Airbus Schadenersatz für Folgeschäden einfordern wollen, da greift dann doch wohl eher das Verursacherprinzip.
Sie wollen aber von Airbus die Dinge nach ihren Vorstellungen aus der Welt geschaffen haben. Airbus nach ihren eigenen. Daher die Differenzen. Und wenn QR die Kisten vergammeln lässt, würde das Airbus in die Karten Spielen. Daher kann QR gar kein Interesse an einer Verschlechterung des Zustands der Flieger haben.


@unit-er
Genau so ist es.
Beitrag vom 29.06.2022 - 09:25 Uhr
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie in diesem Forum (auch in diesem Thread) in Nebensätzen bzw. mit unterschwelligen Andeutungen den Qataris Intelligenz abgesprochen und Verantwortungslosigkeit unterstellt wird, ohne dafür handfeste, belastbare Beweise zu haben.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Qataris eine penible Dokumentation der Schäden an allen betroffenen Flugzeugen in Bild und Schrift sowie mit jeweiligen Datumsangaben vorgenommen haben, um vor Gericht bei der Beweisführung nicht ins offene Messer zu laufen.
Diese Transferleistung an Intelligenz und dieses Verantwortungsbewusstsein wird die Rechtsabteilung der Qataris mit Sicherheit an den Tag gelegt haben.
Gerade bei den hier vorherrschenden Streitwerten wäre ein Vorgehen ohne jede Dokumentation doch arg fahrlässig.

Natürlich kann auch ich meine Ausführungen nicht belastbar beweisen.
Jedoch sollte auch in diesem Forum der Grundsatz "in dubio pro reo" gelten.
Die Qataris sind schließlich bisher nicht für ihre wie auch immer gearteten Vergehen im Umgang mit Airbus bzw. den Flugzeugen vom Gericht final verurteilt worden.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

PaxEx.de Passenger Experience

FLUGREVUE 12/2022

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden