Konflikt im Südkaukasus
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KLM und Lufthansa meiden Aserbaidschan

Lufthansa Boeing 747-8
Lufthansa Boeing 747-8, © Lufthansa

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AMSTERDAM - Berg-Karabach ist am Mittwochmorgen vom aserbaidschanischen Militär erneut mit Raketen und Artillerie angegriffen worden. Über Aserbaidschan laufen derzeit viele Asienrouten. Lufthansa und KLM haben am Dienstag auf die veränderte Sicherheitslage im Luftraum reagiert.

Die Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan hat am Dienstag trotz internationaler Proteste einen groß angelegten Militäreinsatz zur Eroberung Berg-Karabachs gestartet.

Weil westlichen Airlines wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine Routings über Russland versperrt sind, kreuzen derzeit zahlreiche Ausweichstrecken nach Asien Aserbaidschan - die militärischen Aktivitäten in der Konfliktregion Berg-Karabach haben am Dienstag für mehrere Flugabbrüche und -ausfälle gesorgt.

Allein KLM cancelte kurzfristig fünf Flüge nach Asien, eine Maschine auf dem Weg nach Tokio drehte in der Luft um.

Lufthansa rief vor demselben Hintergrund eine 747-8 ebenfalls auf dem Weg nach Tokio zurück: LH716 kehrte über Ungarn um, drehte bei Regensburg einige Schleifen und landete schließlich wieder in Frankfurt.

"Aufgrund der aktuellen Lage meidet die Lufthansa Group bis auf Weiteres den Luftraum im Grenzgebiet zwischen Armenien und Aserbaidschans", sagte ein Lufthansa-Sprecher aero.de am Mittwoch. "Als Folge mussten die Fluggesellschaften am gestrigen Dienstag einzelne Flüge - etwa von und nach Seoul, Shanghai und Peking - streichen oder umleiten."

Lufthansa rechnet bereits ab dem heutigen Mittwoch mit einer "Normalisierung des Flugbetriebs (...), da Ausweichrouten geplant werden konnten und dafür notwendige Verkehrsrechte mittlerweile vorliegen".

Zeichen stehen auf Eskalation

Der seit dem Tod seines Vaters 2007 autoritär regierende Präsident Aserbaidschans, Ilham Alijew, erklärte in einem Telefonat mit US-Außenminister Antony Blinken, dass der Militäreinsatz erst beendet werde, wenn die Armenier ihre Waffen niederlegten.

Berg-Karabach liegt auf aserbaidschanischem Gebiet, ist aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt und hat sich in 1990er Jahren mit Unterstützung Eriwans in einem blutigen Bürgerkrieg von Baku gelöst. 2020 gelang es dem durch Öl- und Gaseinnahmen hochgerüsteten Aserbaidschan, große Teile der Region zurückzuerobern.

Der damals nach dem Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien geschlossene Waffenstillstand ist trotz der dort zur Überwachung eingesetzten russischen Truppen brüchig. Zudem hat Baku monatelang den einzigen Zugang Berg-Karabachs zum armenischen Kernland blockiert. Beobachter nennen die humanitäre Lage in der Region katastrophal.

Auf die Risiken für den Luftverkehr reagieren auch angrenzende Staaten: Der Iran hat Flugverbindungen in die Nachbarländer Aserbaidschan und Armenien gestrichen. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Mittwoch unter Berufung auf den Chef der Luftfahrtbehörde.
© aero.de, dpa | Abb.: Lufthansa, KLM | 20.09.2023 08:58


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