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Republikaner und Demokraten haben sich im Kongress ineinander verkantet - in den USA dauert die Haushaltssperre an. Seit 1. Oktober arbeiten US-Bundesbehörden im Notlauf, 750.000 Bundesangestellte sind im Zwangsurlaub. Der "Shutdown" legt auch die US-Luftfahrtaufsicht FAA in Teilen lahm.
Das könnte die Allegris-Zulassung für neue 787-9 von Lufthansa weiter zurückwerfen, berichten zwei mit der Sachlage vertraute Personen aero.de.
"Die administrativen Prozesse in der FAA stocken", sagte ein Insider. "Als Grund dafür wird uns der Shutdown genannt."
Im Shutdown konzentriert sich die FAA auf Kernaufgaben wie die Flugsicherung. Nach Angaben des US-Verkehrsministeriums hat die Luftfahrtaufsicht nur 11.322 ihrer 44.829 Mitarbeiter in Zwangsurlaub geschickt, viel weniger Personal als andere US-Bundesbehörden.
Wegen der ausstehenden FAA-Zulassung für die Installation der neuen Business-Class-Sitze muss Lufthansa in bereits ausgelieferten Flugzeugen die meisten Business-Class-Reihen sperren - und auf den ersten Flügen Umsatzeinbußen in Kauf nehmen.
Lufthansa setzt ihren ersten Allegris-Dreamliner "Frankfurt am Main" seit 9. Oktober auf der Linie nach Toronto ein. Mit einer wachsenden Flotte sollen "ab dem Winterflugplan" auch Rio de Janeiro, Bogotá, Hyderabad "und voraussichtlich ab Dezember Austin (Texas) ab Frankfurt mit Allegris bedient" werden, teilte Lufthansa gerade mit.
Vereinbarte Lieferfrequenz bleibt intakt
Der Konzern hatte eine zeitnahe Freigabe der Business Class durch die FAA dabei fest eingeplant. Sitzhersteller Collins und Boeing hatten Lufthansa laut Konzernchef Carsten Spohr signalisiert, dass die FAA-Zertifizierung "bis Jahresende" vorliegen werde - dann wollte Lufthansa die Business Class "entblocken".
An einem mit Boeing verabredeten Zulaufplan hält Lufthansa zumindest "nach heute geltendem Informationsstand" fest. "Wir planen im Jahr 2025 bis zu zehn 787 einzuflotten", bekräftigte eine Sprecherin gegenüber aero.de am Dienstag.
Lufthansa werde allerdings "nicht alle zehn" Dreamliner noch 2025 in das Netz am Frankfurter Drehkreuz einspulen, "da die Vorbereitungen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, beispielsweise die finale Ausgestaltung des Flugzeugs oder die Zulassung durch das Luftfahrt-Bundesamt".
Lufthansa hatte Lieferverzögerungen der 787-9 mit einem längeren Weiterbetrieb der Teilflotte A340 überbrückt. Eine neuerliche Verzögerung der FAA-Zulassung durch den "Shutdown" könnte die Nachspielzeit einiger A340 in der Lufthansa-Flotte nochmals verlängern, heißt es aus dem Lufthansa-Umfeld.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 14.10.2025 13:20







Kommentare (14) Zur Startseite
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Welche Schuld trifft denn LH ihrer Meinung nach hierbei? Also was hat LH getan, das eine B777x noch nicht lieferbar ist, eine Allegris im A350 fliegt, bei Boeing aber nicht?
Moin,
Indem die LH das Produkt zu komplex aufgezogen hat?
Wer sich schon einmal mit Zulassungen über verschiedene Muster, verschieden Behörden befasst hat, weiß dass einekomplette Neuzulassung irre aufwendig und teuer ist.
Man soll als Größe einer LH natürlich nichts von der Stange nehmen, aber ein Produkt auf das man aufsetzen kann und nur das Delta zulässt, hätte den Prozess schon arg beschleunigt und die Allegris wäre überall erhältlich, voll und die LH würde damit gut Geld verdienen.
Gruß,
Jochen
Welche Schuld trifft denn LH ihrer Meinung nach hierbei? Also was hat LH getan, das eine B777x noch nicht lieferbar ist, eine Allegris im A350 fliegt, bei Boeing aber nicht?