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Projekt für synthetische Flugkraftstoffe in Schwedt

Neues SAF-Tanklager in Frankfurt
Neues SAF-Tanklager in Frankfurt, © A. Mohl

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BERLIN - Mit Hilfe von 350 Millionen Euro Fördergeld will das Unternehmen Concrete Chemicals in Schwedt im Nordosten Brandenburgs synthetische Flugzeugkraftstoffe herstellen.

Das Bundeswirtschaftsministerium spricht von einem "zentralen Vorreiterprojekt". Nach Unternehmensangaben soll es sich um die größte Anlage zur industriellen Produktion von E-Kerosin in Deutschland handeln. Das teilte Concrete Chemicals, ein Gemeinschaftsunternehmen von Enertrag und Zaffra, mit.

Für klimafreundlicheres Fliegen soll mit CO2 aus Biomasse und mit aus erneuerbarer Energie gewonnenem Wasserstoff eine Alternative zu fossilem Kerosin hergestellt werden.

Zuvor war das Vorhaben am Standort des Zementherstellers Cemex in Rüdersdorf vorgesehen. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte am Vormittag mit, es habe jetzt die Verlagerung des Projektes von Concrete Chemicals an den Standort der Ölraffinerie PCK Schwedt ermöglicht. In dem Industriepark in Schwedt sollen Flächen an das Unternehmen verpachtet werden.

Noch Genehmigung der EU nötig

Die bereits bewilligten Fördermittel von 350 Millionen Euro könnten ausgezahlt werden, sobald die Genehmigung der Europäischen Kommission vorliege, hieß es aus Berlin. Davon übernimmt das Land Brandenburg nach eigenen Angaben 104 Millionen Euro.

Produktionsstart 2030 geplant

Der Produktionsstart ist laut Unternehmen im Jahr 2030 geplant. Die Investitionssumme nannte Concrete Chemicals bislang auf Nachfrage nicht. "Eine endgültige Investitionsentscheidung wird bis 2027 angestrebt", heißt in der Unternehmens-Mitteilung.

Kooperation mit Papierhersteller Leipa in Schwedt

Bei der Herstellung des synthetischen Kraftstoffs handelt es sich um ein Verfahren (Power-to-Liquid), mit dem aus Strom, Wasser und Kohlenstoffdioxid Kraftstoff erzeugt wird. Für die Lieferung des CO2 ist laut Concrete Chemicals eine Kooperation mit dem Papierhersteller Leipa in Schwedt geplant. Die Produktionsanlage sei für mehr als 37.000 Tonnen Kapazität pro Jahr ausgelegt. Damit könnten mindestens 100.000 Tonnen fossiles CO2 in der Luftfahrt einspart werden.

Genutzt wird abgeschiedenes, biogenes Kohlendioxid. Es entsteht aus der Verbrennung oder Zersetzung organischer Materialien wie Pflanzen und Holz und gilt als umweltfreundlicher im Vergleich zu fossilen Quellen wie etwa Erdöl.

Seit 2025 sind Airlines bei Abflügen aus der EU verpflichtet, im Schnitt zwei Prozent ihres Treibstoffs aus nachhaltigen Flugkraftstoffen zu decken. Bis 2050 soll dieser Anteil auf 70 Prozent steigen.

Ministerium: Neue Perspektiven für ostdeutsche Industrieregion

Das Projekt eröffne neue Perspektiven für den Strukturwandel in der ostdeutschen Industrieregion und stärke den Raffineriestandort in Schwedt, so das Bundeswirtschaftsministerium. Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) sagte, das Vorhaben zeige, welches industrielle Potenzial in der Wasserstoffwirtschaft liege.

Zudem biete der Standort im Industriepark PCK in Schwedt "alle Möglichkeiten, um eine industrielle Erfolgsgeschichte für die Projektpartner und für die PCK-Raffinerie zu schreiben".

Land: PCK in Schwedt stellt Flächen bereit

Im Industriepark in Schwedt werden laut brandenburgischem Wirtschaftsministerium für die Ansiedlung des Projektes Flächen bereitgestellt, die im Besitz der PCK sind. Die Raffinerie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Treuhandverwaltung des Bundes stehen.
© dpa | 29.01.2026 10:10

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Beitrag vom 29.01.2026 - 13:47 Uhr
Die Raffinerie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft

Die bereits bewilligten Fördermittel von 350 Millionen Euro könnten ausgezahlt werden, sobald die Genehmigung der Europäischen Kommission vorliege, hieß es aus Berlin

Wenn man sich dazu die verwobenen Besitzverhältnisse der Akteure Concrete Chemicals, Enertrag, Zaffra ansieht, so scheint mir die geplante "Auszahlung" der 350 Mio reichlich naiv. Es erinnert an die Gigafactory für Elektroautobatterien in Schleswig-Holstein, wo Habeck 600 Mio in den Sand gesetzt hat.


Und die sicher um die 10 bezuschussten Wasserstoff und BTL Projekte der letzten 20 Jahre mit jeweils reichlich Fördergeldern. Ein "Startup" jagt das andere aber dann kommt nicht mehr viel für die Praxis.

Oder der größte Wärmespeicher in HH vor 5 - 6 Jahren - steht seit 3 Jahren still, funktionier super aber leider zu teuer.

Ich fühle mich an die Diskussionen mit und in meinem Kollegenkreis im Jahre 2000 über Brennstoffzellen Autos und der Stückzahl im Jahre 2010 (1 Mio) und 2020 10 (Mio) erinnert und wohin das leider läuft.

Der 100 GW Windpark in der Nordsee mit den Differenz-Verträgen und 1,2 Mrd Zuschuss als weiteres Beispiel.

Beitrag vom 29.01.2026 - 11:56 Uhr
Die Raffinerie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft

Die bereits bewilligten Fördermittel von 350 Millionen Euro könnten ausgezahlt werden, sobald die Genehmigung der Europäischen Kommission vorliege, hieß es aus Berlin

Wenn man sich dazu die verwobenen Besitzverhältnisse der Akteure Concrete Chemicals, Enertrag, Zaffra ansieht, so scheint mir die geplante "Auszahlung" der 350 Mio reichlich naiv. Es erinnert an die Gigafactory für Elektroautobatterien in Schleswig-Holstein, wo Habeck 600 Mio in den Sand gesetzt hat.



Dieser Beitrag wurde am 29.01.2026 11:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.01.2026 - 10:41 Uhr
An solchen Berichten fehlt zumeist, wie auch hier:

Gesamt Investition für den 1. Schritt
Produktionsmenge p.a. ab wann?
Kostenabschätzung pro t SAF
Wo kommt das CO2 her?
Geplante Ausbaustufe, wann?
Erwarteter Skaleneffekt durch diesen Ausbau.

Es kann mir niemand erzählen, dass es diese Zahlen nicht gibt. Warum werden sie nicht genannt? Befürchtet man Kostensteigerungen wie z.B. beim BER, Elfi, Stuttgart usw...

Im "Batterie Podcast" gibt es von DEM Deutschen Batterie Professor Fichtner eine Aussage, die geplanten, aber zu 90% noch nicht endgültig entschiedenen Produktionskapazitäten an grünem Fuel ww bis 2035 liegen bei 1 Promille der heutigen Erdölbasierten Treibstoffe und Heizöl.




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