Fuel Hedging
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Wie Lufthansa sich gegen steigende Kerosinpreise absichert

Betankung
Betankung, © Lufthansa

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FRANKFURT - Der Krieg am Persischen Golf schlägt auf die Rohstoffmärkte durch - ein Preissprung beim Rohöl macht sich auch in den Kerosinpreisen bemerkbar. Preissicherungen dämpfen den Effekt zwar kurzfristig - die Treibstoffrechnung für den Flugsommer 2026 könnte aber höher ausfallen als vielerorts geplant.

Der Iran blockiert nach Angriffen der USA und Israels die Straße von Hormus. Die Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman ist an einem Punkt nur 33 Kilometer schmal.

In Normalzeiten passieren Tanker mit 20 Millionen Barrel Rohöl täglich das Nadelöhr, rund ein Fünftel des weltweiten Angebots.

Der Krieg am Persischen Golf und die Blockade der Straße von Hormus haben Rohöl seit Samstag bereits um mehr als 16 Prozent verteuert. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai notierte zur Wochenmitte an den Terminbörsen zwischen 84 und 85 US-Dollar.

Parallel ziehen Kerosinpreise an. Im europäischen Handel mussten Airlines zuletzt über 1.100 US-Dollar pro Tonne Flugtreibstoff aufwenden - teurer war Kerosin zuletzt 2022.

Preissicherungskontrakte, sogenanntes Fuel Hedging, sichern Airlines gegen Preissprünge zwar ab, die Wette hat aber zwei Seiten: Bei sinkenden Preisen verfallen die Optionen wertlos, Airline büßen die bezahlten Prämien ein.

Lufthansa legt beim Fuel Hedging in der Regel einen Zeithorizont von 24 Monaten an - der kurzfristige Kerosinbedarf wird dabei mit einer höheren Sicherungsquote unterlegt als der langfristige. Ende 2024 hatte Lufthansa Preise für 76 Prozent des voraussichtlichen Konzerntreibstoffbedarfs für 2025 und schon 28 Prozent für 2026 fixiert.

Die laufende Deckungsquote für 2026 dürfte inzwischen deutlich höher liegen und am Freitag zusammen mit den Lufthansa-Geschäftszahlen für 2025 vom Konzern veröffentlicht werden.

Kein vollständiger Preisschutz

"Ziel ist es, die Schwankungen der Treibstoffpreise zu verringern", erklärte Lufthansa im letzten Jahresbericht die mit "üblichen Finanzmarktinstrumenten" betriebene Preissicherungsstrategie. "Dabei wird ein unvollständiger Schutz vor einem Preisanstieg in Kauf genommen, um an einem eventuellen Preisverfall möglichst weitreichend partizipieren zu können."

Die abgeschlossenen Instrumente führen nicht zu physischen Lieferungen an Lufthansa-Airlines, sondern werden durch Zahlungen ausgeglichen. Weil Kerosin in US-Dollar abgerechnet wird, konnten europäische Airlines beim Treibstoffeinkauf zuletzt auch von einem stärkeren Euro profitieren.
© aero.de | Abb.: Airbus, Lufthansa | 05.03.2026 06:27


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