Flughafen New York LaGuardia, 22. März 2026: Air Canada Express 646 aus Montreal setzt gegen 23:40 Uhr auf 04 auf.
Die CRJ-900 rollt aus - und kollidiert am Taxiway Delta mit hoher Geschwindigkeit mit dem ersten Fahrzeug einer Einsatzkolonne der Flughafenfeuerwehr.
Die beiden Piloten im Cockpit sind auf der Stelle tot. Eine Flugbegleiterin wird im Jumpseat rund 100 Meter aus dem Wrack geschleudert, überlebt mit Knochenbrüchen. 41 weitere Personen werden später in Krankenhäusern versorgt. Insgesamt befanden sich 72 Passagiere und vier Crewmitglieder an Bord.
Die Towerkanzel war - wie zur Nachtschicht in LaGuardia üblich - nur mit zwei Fluglotsen besetzt, teilte die US-Flugunfallbehörde NTSB am Dienstag einen ersten Erkenntnisstand zu dem Unfall mit.
Das Boden-Kollisionswarnsystem in LaGuardia löste nicht aus, weil das Feuerwehrfahrzeug nicht mit einem Transponder ausgestattet war, erklärte das NTSB. Ein Assistenzsystem, das den Bodenverkehr erfasst und überwacht, erkannte im Verkehrsgemenge neben der Startbahn keine Gefahrensituation.
Die Flughafenfeuerwehr war auf dem Weg zu einer Boeing 737 MAX, deren Crew eine Geruchsentwicklung im Cockpit gemeldet hatte. Der Tower hatte das Fahrzeug erst für eine Pistenquerung freigegeben, Sekunden später aber noch versucht, die Einfahrt auf den aktiven Runway zu verhindern. Elf Mal rief der Fluglotse "Stop".
NTSB: Selten nur ein Fehler
Das NTSB will jetzt den Stimmenrekorder der CRJ-900 auswerten, ein Interview mit dem für Flug 646 zuständigen Towerlotsen ist für Donnerstag angesetzt.
Das NTSB treffe "selten, wenn überhaupt" auf schwere Unfallhergänge, "denen ein einziger Fehler zugrunde liegt", sagte NTSB-Direktorin Jennifer Homendy. "In der Regel sind viele, viele Dinge schiefgelaufen."
© aero.de | Abb.: NTSB | 25.03.2026 06:56







Kommentare (3) Zur Startseite
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M.M.n. gehört das doch alles zusammen. Die Verzweifelung des Kontrollers...
P. S. Was bedeutete das Hintergrundgeräuch bei seinem Funkspruch?
Dieser Beitrag wurde am 25.03.2026 11:14 Uhr bearbeitet.
Es war dunkel, nebelig und regnerisch zu der Uhrzeit, da können die Landelichter eines Fliegers schon mal im allgemeinen Lichtermeer eines Flughafens untergehen. Die Frage ist eher, weshalb das Feuerwehrfahrzeug keinen Transponder hatte.
Gilt das auf Airports, beim Kreuzen einer Landebahn (!), trotz offensichtlich falscher Freigabe, nicht?
M.E. müsste man doch, auch nachts, einen landenden/startenden Flieger sehen?
Und ein KfZ kann dann doch vermutlich noch reagieren.